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rik Oktober/November 2019

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DIVERSITY LUST KENNT

DIVERSITY LUST KENNT PSYCHOLOGIE Der Volksmund sagt, Gegensätze ziehen sich an, und meint damit weniger Dunkel und Blond, obwohl auch das oftmals der Fall ist. Vielmehr bezieht er sich hier auf Wesenszüge, wenn Freunde behaupten, diese zwei Menschen wären sehr verschieden. Welcher Art sind diese Gegensätze? Häufig beobachtet man in Beziehungen einen eher ruhigeren und einen mehr unternehmungslustigen Menschen. C. G. Jung fasst diese beiden Haupttypen unter Extrovertierten und Introvertierten zusammen. Fast keine längere Beziehung besteht, ohne dass sich zwei dieser unterschiedlichen Protagonisten gefunden hätten. Was kennzeichnet diese Unterschiede im Alltag? Nun, der eine würde gerne etwas Neues erleben und der andere Gewohntes vertiefen. Beide scheinen aber den Wunsch zu haben, ihre Unterschiedlichkeit, und häufig Quelle täglichen Streits, auszuhalten, sodass man bei ihrem Miteinander von einem existenziellen Bedürfnis sprechen muss. KEINE MORAL! Schon der biblische Schöpfungsmythos kennt die existenzielle Notwendigkeit, dass sich zwei Menschen ergänzen. „Sie werden ein Leib sein“, heißt es in Genesis 2,24. Stärker kann man sich nicht ergänzen. Ein Wunsch, der nach Erich Fromm die Triebfeder unserer Paarsuche ist. Man fühlt sich unvollständig, ja ergänzungsbedürftig, und hält deshalb nach einem Objekt Ausschau, das diesen Zustand abmildert, indem es den eigenen Mangel ausgleicht. Für Fromm hat dieser Findungsakt einen starken Warencharakter, werden doch Vereinbarungen getroffen, bei dem beide das Gefühl haben, einen gleichwertigen Tausch zu vollziehen. Kein BBB – so hieß es früher in Kontaktanzeigen, womit Brille, Bart und Bauch gemeint waren. In einer Kölner Sauna wurde sogar ein sogenannter „Fettabscheider“ in den Cruisingbereich gebaut, der nur Besucher mit einer bestimmten Statur Durchlass gewährte. Die Moralisten von heute würden heißlaufen bei ihrem nächsten Shitstorm! Auch die Sprache auf den gegenwärtigen Datingplattformen lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig – und damit tief blicken. Keine Alten, keine Fetten, keine Transen kann man dort lesen. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus hinsichtlich der Ergänzungsbedürftigkeit? Auf der unbewussten Ebene ist die Abwehr von Weiblichkeit, wie die einer Transe, ein Indikator dafür, dass die eigene Weiblichkeit bereits so dominant ist, dass mehr davon keine sinnvolle Ergänzung wäre. Viele Präferenzen sind psychologisch betrachtet Hilferufe nach Linderung des eigenen Mangels. Daher ist der Sexualakt auch perfekt geeignet, diesem Mangel entgegenzuwirken. Das Objekt meines Ergänzungswunsches wird quasi mit mir auch körperlich verschmolzen. Es macht daher keinen Sinn, die Suche nach einem Araber als Fetisch und die Ablehnung eines Asiaten als Rassismus zu bewerten. Bei der Assimilation von Andersartigkeit wird zu Selbstergänzung ein reales, individuelles Objekt benötigt, aber keine Gruppenaussage getroffen. Der Versuch von Grindr, psychologisch begründete Sexualpräferenzen zu „Hassbotschaften“ zu stilisieren, greift daher ins Leere. In eine Leere, die reife Persönlichkeiten mit Frustrationstoleranz gefüllt haben, während andere infantil geblieben sind. Auswahl ist immer auch Ausschluss. Eine robuste Psyche wird daher eine Zurückweisung als solche erkennen und nicht als einen Akt der Diskriminierung. Es wird ohnehin amüsant zu beobachten, wie Grindr die vermeintlichen Hassbotschaften erfassen will. Der Kundensupport war in der Vergangenheit schon ein Desaster – zum Glück! *Olaf Alp

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