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rik Oktober 2017

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12 BÜHNE FOTO: KIRAN

12 BÜHNE FOTO: KIRAN WEST INTERVIEW Ist Ballett männlich? Aleix Martínez wurde 1992 in Barcelona geboren und tanzt seit 2010 am renommierten Hamburg Ballett. Inzwischen choreografiert er auch selbst und ist mehrfach ausgezeichnet worden. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm über die Leidenschaft Tanz und über Ballett-Klischees zu diskutieren. Wann hast du mit dem Tanzen angefangen? Ich war sieben, als ich mit den Grundlagen von Ballett angefangen habe. Ich glaube aber, dass es immer schon ein Teil von mir war, mich über Bewegung auszudrücken. Etwas Instinktives. Als ich älter wurde, war es für mich einfach klar, dass es das ist, was ich tun möchte. Warum ist deine Ausdrucksform Ballett und nicht irgendeine andere Form der Performing Arts? Es ist nicht nur Ballett. Nicht nur Tutu und Jungs, die Mädchen durch die Lüfte tragen. Es ist Tanz. Ich mache von zeitgenössischem Tanz über Butoh und Ballett bis zu Folklore alles. Ich würde daher eher davon sprechen, dass Ballett eine Grundlage ist und Tanz meine Kunstform, mich frei auszudrücken. Ich glaube, ich könnte das in keiner anderen Form wie Schauspiel oder Gesang. Wie oft übst du in der Woche? (lacht) Jeden Tag. Wirklich jeden einzelnen „Ballett widerspricht dem allgemeinen Bild von Männlichkeit“ Tag. Wir haben natürlich freie Tage, aber unser Körper ist unser Instrument. Er muss in Form bleiben. Die Disziplin, immer wieder die gleichen Übungen zu machen über Jahre, führt zu Freiheit. Der Freiheit zu tanzen, sich auszudrücken, ohne Barrieren, ohne Nachdenken über Technik. Ein vollständiges Verschmelzen mit dem Stück, dem Inhalt. Gibt es ein besonderes Lieblingsstück? Es gab nicht den besonderen Moment, das besondere Stück, das mich begeistert hat. Es war nicht Schwanensee oder ein anderes klassisches Ballett, das mich bewegt. Es war vielmehr die Erkenntnis, dass das, was ich da auf der Bühne sehe, meine Sprache ist, die ich selber in mir spüre. Die Energie, die Bewegung und die Magie berührten mich weit mehr, als ein Stück oder ein Komponist im Speziellen. Wenn ich choreografiere, muss ich natürlich Musik und Stücke auswählen – ich wähle die, die mich inspirieren, die meine Seele berühren. Es gibt das Vorurteil, Ballett sei „schwule Kunst“. Wie erklärst du dir das? Wir sind in erster Linie Menschen, die die gleiche Sprache, den Tanz, sprechen. Diese Gemeinsamkeit baut Barrieren ab. Das Vorurteil, Ballett und Tanz im Allgemeinen seien „schwule Kunst“, ist schon deshalb nicht verständlich, weil es Frauen früher überhaupt nicht erlaubt war, auf den Bühnen zu stehen. Selbst Tango war ursprünglich ein Tanz für zwei Männer. Da war keine Idee von Homosexualität. Ich denke eher, dass diese Gedanken, speziell beim klassischen Ballett, daher kommen, dass alles immer so leicht, so grazil aussieht – alles ist organisch und weich und schön. Das widerspricht dem allgemeinen Bild von Männlichkeit. Wir haben immer noch die Grundprägung, dass Frauen gefühlsbetont betrachtet werden, Männer nicht. Männer müssen hart und stark sein, alles was weich und nachgiebig wirkt, wie die Bewegungen im klassischen Ballett, wird als schwach und feminin wahrgenommen. Trotzdem gibt es von Komponisten (Tschaikowsky) bis zu Choreografen (John Neumeier) überdurchschnittlich viele Beispiele erfolgreicher Homosexueller im Ballett. Warum? Auch hier glaube ich nicht, dass man das auf Ballett beschränken kann, und ich glaube auch nicht, dass es überdurchschnittlich viele sind. In jeder Form der Kunst geht es aber darum, sich zu öffnen. Du musst im übertragenen Sinn nackt sein, um deine Kunst schaffen oder ausüben zu können. Du kannst dich und dein Inneres nicht verstecken, weil du sonst blockiert bist. *Interview: Christian Knuth

BÜHNE 13 Ballettgala Traditionsgemäß eröffnet und beschließt eine Internationale Ballettgala die Spielzeit des Ballett Dortmund. Die renommiertesten Compagnien und Ensembles in aller Welt entsenden mittlerweile ihre Stars in die Ruhr-Metropole, die sich durch innovative Aufbauarbeit zu einem wichtigen Knotenpunkt im Netzwerk der internationalen Tanzkunst entwickelt hat. Die Auftritte von hochrangigen Künstlerinnen und Künstlern machen die Dortmunder Ballettgalas zu einem atemberaubenden Erlebnis. Die Programmauswahl reicht von den Sternstunden des klassischen Tanzes bis zu zeitgenössischen wie zeitgemäßen Bewegungs- und Ausdrucksformen. www.theaterdo.de Mit Leidenschaft für Deine Immobilie 7M Immobilien mit Deinem Makler Andreas Haag unterstützt, berät und begleitet Dich beim Verkauf, oder Kauf Deiner Immobilie. Vom Erstgespräch bis zum Notartermin stehen wir Dir als kompetenter Partner zur Seite. Wir kennen Köln, wir kennen die Szene. Und wir sind ständig auf der Suche nach neuen Objekten. Egal ob Haus, Wohnung, oder beson de re Immobilie – wir freuen uns auf Deinen Anruf. Probenstart im Scala Theater „Kaffebud – La KölscheVita“, so lautet der Titel der neuen Produktion im Scala Theater. Geschrieben hat das Stück Ralf Borgartz, der auch Regie führt. Im Mittelpunkt steht die Kaffeebud von Luigi Kolvenbach, seine Verwandtschaft aus Bella Italia und die Paten-Nachfolge. Premiere feiert das Stück am 21. September. Es spielen u.a. Arne Hoffmann, Markus Dientz, Malte Fuhrer und Lucas Theisen. Ihr Ansprechpartner: Andreas Haag Telefon +49 (0)2484 9196325 Andreas.Haag@7M-Immobilien.de 7M Immobilien GmbH Mechernich (EUS) www.7M-Immobilien.de

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