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rik Dezember 2021 | Januar 2022

Musik INTERVIEW

Musik INTERVIEW INTERVIEW FOTO: YANN ORHAN ZAZ: „Weniger Wut, mehr Wohlwollen“ Gut zehn Jahre nach ihrem Riesendurchbruch mit dem Song „Je Veux“ hat sich die französische Pop-Chanson- Jazz-was-auch-immer-Sängerin Zaz intensiv um ihr eigenes Wohlergehen gekümmert. Eine Zeit lang dachte sie gar darüber nach, die Karriere zu beenden. Hat sie glücklicherweise doch nicht – und stattdessen das herzerwärmende neue Album „Isa“ eingespielt. „Ich wollte Zaz killen“, sagt ebenjene Zaz einigermaßen überraschend und gleich zu Beginn unseres Gesprächs. „Ich hatte vor drei Jahren so eine starke Abneigung gegen sie entwickelt, dass ich beschloss, Zaz sterben zu lassen.“ Nun, dieser Plan hat offenkundig nicht funktioniert, denn Zaz, die in Wirklichkeit Isabelle Geffroy heißt, erfreut sich nicht nur des Lebens, sondern an diesem Abend in einem Berliner Hotelzimmer zudem einer geradezu überwältigenden Putzmunterkeit. Lange vor der weltweiten Seuche, erzählt Zaz, sei sie nach der letzten Tournee in ihr Häuschen mit Garten in Paris zurückgekehrt, habe gemalt, Yoga gemacht, meditiert, einen Mann kennengelernt, mit dem sie nun zusammenlebt, und „ein so introvertiertes und zurückgezogenes Leben geführt wie ein Bär in seiner Höhle während des Winters“. Zaz habe sich auf die Suche in ihr Inneres begeben, eine Reise ins Selbst, habe eine Art Radikalkur in Sachen Achtsamkeit und Eigenliebe absolviert. Und am vorläufigen Ende dieses Weges liege nun „Isa“, ihr fünftes und wunderhübsches Album, auf dem sie, assistiert von dem holländischen Produzenten REYN (Vanessa Paradis, Benjamin Biolay), ihren neu gefundenen Platz im Leben auch musikalisch markiert. „Isa“, das so heißt wie sie selbst, ist ein überwiegend leises, besinnliches, verträumt klingendes Album. Zaz zaubert mit ihrer Stimme, die ja von jeher mit der von Edith Piaf verglichen wird, unvergleichlich schöne Gesangsmelodien, sie macht Geräusche mit diversen Körperteilen, alles wirkt im wahrsten Sinne des Wortes organisch. Und persönlich. Obschon Zaz ihre Songs dieses Mal nicht selbst geschrieben hat, verlaufen die Worte sehr eng an ihrem Leben entlang. Etwa in „Ce Que Tu Es Dans Ma Vie“, einem berührenden Chanson, den sie für ihr Stiefkind, die 13-jährige Tochter ihres Partners, geschrieben hat. „Ich habe mir immer Kinder gewünscht. Und manchmal erfüllt das Leben die Träume und Hoffnungen auf eine völlig unerwartete und andere Art als gedacht.“ Auf dem neuen Album, so Isabelle, „gibt es viel mehr Weichheit, mehr Wohlwollen, mehr Zärtlichkeit. Dafür weniger Rebellion, weniger Kampf, weniger Wut.“ Eine Aktivistin, sagt Zaz, sei sie immer noch. Ungerechtigkeiten aller Art ertrage sie nicht gut, und mit neuen Songs wie „Imagine“ (das von Titel und Inhalt her natürlich mit Absicht an John Lennon anspielt) oder „De Couleurs Vives“ plädiert sie vehement für eine vielfältige, faire Welt und trommelt für den Frieden und den Erhalt unseres Planeten. Und dann ist da noch ein echter Überraschungsgast auf „Isa“. Rammstein-Sänger Till Lindemann singt mit Zaz das Duett „Le Jardin Des Larmes“, und das ist wirklich außerordentlich charmant. Gemeinsam waren die beiden jüngst gar in Usbekistan („Wir brauchten eine Wüste“), um das Video zu drehen, befreundet jedoch sei man schon länger gewesen. „Mein ehemaliger Pianist hat uns vor Jahren bekannt gemacht. Als ich Till vor einem Konzert in Paris in seiner Garderobe gesucht habe, tanzte er in seinem Gladiatoren-Outfit zu ‚Je Veux‘. Ich liebe seine Art. Auf mich wirkt er wie ein großes Kind.“ *Interview: Steffen Rüth

POP Hape Kerkeling: „Mal unter uns …“ Kinofilme, Filmrollen, Hörbuch, TV-Shows, Buch und jetzt (wieder) Musik. Es geht Schlag auf Schlag bei Hape Kerkeling, der sich ja eigentlich mal etwas zurückziehen wollte. Gottlob tat er das nicht! Ende Oktober ist sein Album „Mal unter uns …“ erschienen. Und Deutschlands beliebtester Medien-Queer freute sich darüber: „Musik war schon immer meine große Leidenschaft! Dass ich nun ein Album mit meinen persönlichen Lieblingsliedern aufgenommen habe, macht mich sehr stolz – das ist das persönlichste Album meines Lebens!“ Nun, das ist natürlich ein Satz, den man als Musikjournalist bereits sehr, sehr oft gehört hat. ABER Hape Kerkeling nimmt man das ab. Schon ein Blick auf die Liederliste macht klar: Hier steckt Idee und Herzblut dahinter. Titel wie „Gudrun“ (seine zweitbeste Freundin, sie wird auch in seinem aktuellen Buch „Pfoten vom Tisch!“ thematisiert), „Sexy wenn ich tanz“ und „Glaub an Dich“ können doch nicht lügen, oder? *rä Musik POP Amanda Lears Josefstab Die Pflanze aus der Gattung der Agaven gilt für manche als der Höhepunkt des Gartens. Schnöder ist da der deutsche Name: Josefstab. Und jenes prächtige Grünzeug inspirierte wohl Sängerin und TV-Ikone Amanda Lear zu ihrem aktuellen Album, das Ende Oktober erschienen ist. „Tuberose“ soll ein mehrsprachiges Album werden, wie vorab zu erfahren war: Die meisten Lieder sind auf Französisch, und auch italienische und englische Lieder würden zu hören sein. Über Amanda Lear: Sie wurde (vermutlich) am 18. November 1939 in Hongkong geboren. Bekannt wurde Amanda als Model und Muse des Malers Salvador Dalí. Berühmt wurde sie dann als Sängerin mit Hits wie „Follow Me“, „Queen of China-Town“, „Egal“, „Catwalk“ und „Fashion Pack (Studio 54)“. Seit den 1980er-Jahren ist Amanda Lear vor allem in Italien und Frankreich als TV-Moderatorin erfolgreich, landet aber immer wieder Chart-Erfolge. 1980 veredelten Pierre et Gilles Amanda Lear zur Kunst, indem sie ihr Plattencover zu „Diamonds for Breakfast“ gestalteten. *rä www.amandalear.com DAS NEUE ALBUM ab 12.11. überall im Handel /maxgiesinger

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