Aufrufe
vor 11 Monaten

rik Dezember 2021 | Januar 2022

Musik NACHGEFRAGT FOTO:

Musik NACHGEFRAGT FOTO: O. HEINE REVOLVERHELD: „Auf allen Kanälen gibt es ein Dauerfeuer“ Eigentlich ist Johannes Strate gerade auf Tournee – mit seiner Band Revolverheld. Seinen konzertfreien Tag nutzt der Musiker nun, um Werbung für deren sechstes Album „Neu erzählen“ zu machen. Im Konferenzraum einer Finanzberatung in Hamburg-Hoheluft-Ost. Das Unternehmen gehört einem Freund des Sängers, der seinen Besuch selber an der Tür abholt. Danach gibt es erst mal einen Cappuccino mit Hafermilch, bevor Johannes Strate bestens gelaunt anfängt, über die jüngste Platte zu reden. Die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus. Der Albumtitel, das wird schnell klar, kommt nicht von ungefähr. Revolverheld, erläutert der 41-Jährige, seien immer dabei, sich neu zu erzählen: „Wir haben nicht diese Bon-Jovi-Macke. Nach dem Motto: Das funktioniert, also bringen wir zwanzigmal in Folge dasselbe Album und dieselbe Single raus.“ Die Hamburger wollen sich stetig weiterentwickeln. „Unsere Single ,Leichter‘ war ein Aufbruch zu neuen Ufern“, stellt Johannes Strate klar. Musikalisch lehnt sie sich stark an die Achtzigerjahre an, das gilt für die meisten „Neu erzählen“-Stücke. Woran das liegt, kann der Künstler ganz genau erklären: „Wir wurden alle 1980 oder einen Ticken früher geboren. Somit sind wir mit den Songs von a-ha, Toto und The Police aufgewachsen – sie sind quasi in unserer DNA.“ Das merkte man schon während der letzten Tournee. Damals strebten etliche Lieder in Richtung Eighties, selbst ältere Semester. „Freunde bleiben“ zum Beispiel wurde mit einem Synthesizer aufgemotzt. Das ebnete den Weg für neue Titel wie die Powerpop-Nummer „Abreißen“ oder das energetische „Irgendwann“. Allerdings klingt nicht unbedingt alles homogen. Schließlich waren diesmal gleich neun Produzenten am Werk. Unter anderem der Amerikaner Martin Johnson, der für das groovige „Na ihr wisst schon“ verantwortlich zeichnet. Es beschreibt einen nächtlichen Streifzug durch verschiedene Bars. Mit von der Partie ist dabei der US-Act The Night Game, dem Martin Johnson bekanntlich angehört. „Keine Zeit“ wurde dagegen von Robin Grubert produziert, einem alten Kumpel der Band. Treibende Beats peitschen den Song voran, der sich mit einem Phänomen der Gegenwart beschäftigt: dem ewigen Gehetztsein. „Irgendwie haben die Leute generell zu viel zu tun“, grübelt Johannes Strate. In der Generation seiner Großeltern sei das noch anders gewesen: „Wenn sie mittwochs etwas Bestimmtes gemacht haben, dann war das eben so.“ Diese Philosophie ist längst überholt: „Heute heißt es häufig: ,Nee, du, ich habe keine Zeit.‘“ Schuld daran sei nicht zuletzt das Überangebot: „Man wird dauernd mit Fragen bombardiert wie ,Hast du die Serie schon geguckt? Hast du das Buch schon gelesen?‘ Auf allen Kanälen gibt es ein Dauerfeuer.“ Zuweilen wird das Johannes Strate zu viel. Zum Glück weiß er genau, wie er da gegensteuern kann: „Ich brauche dann einfach Zeit für mich alleine.“ Meist legt er sein Handy beiseite und geht eine Stunde spazieren – das spendet ihm Kraft. Er kann sich danach sagen: „Dahinten wird’s schon wieder hell.“ Dieser Satz stand Pate für einen Songtitel. Das gleichnamige Lied beschäftigt sich damit, wie man sich aus einem Tief selbst herausholen kann. Johannes Strate hat dafür ein Patentrezept: „Manchmal muss man sich an den kleinen Dingen hochziehen.“ Die Pandemie, räumt er ein, sei auch für ihn ein harter Schlag gewesen. Dennoch versuchte er, das Beste aus der Situation herauszuholen: „Wir sind jeden Tag eine Stunde später aufgestanden, weil das Homeschooling erst um 9 Uhr begann und nicht wie der reguläre Unterricht um acht.“ *Interview: Dagmar Leischow

FOTO: DRIVEN BY THE MUSIC (H'ART) HIGH ENERGY Rares von 1981, 2021 neu überarbeitet 1981 hing der Haussegen schief im Hause Summer. Obwohl ihr letztes Album „The Wanderer“ ein Charterfolg war, zeigte sich ihr Label unzufrieden und lehnte dieses geplante Album ab. „I’m a Rainbow“ wurde damals NICHT veröffentlicht. Erst 1982 erschien dann ein neues Album der Sängerin, es wurde dank Producer Quincy Jones und Welthits wie „State of Independence“ (hier sang sogar Michael Jackson im Chor!) und „Love Is in Control (Finger on the Trigger)“ der erhoffte Erfolg. Aber warum wurde das 1981er- Album (damals) nicht herausgebracht? Nun, das – neue – Label Geffen Records wünschte sich einen frischeren Funk-R ’n’ B-Sound, man war – trotz Erfolg – der Arbeit von Giorgio Moroder überdrüssig. Womöglich wollte man sich auch nur vom alten Label Casablanca abgrenzen. Immerhin, einige Stücke tauchten auf Soundtracks auf, etwa „Romeo“ bei „Flashdance“ und „Highway Runner“ bei „Fast Times at Ridgemont High“. Frida von ABBA coverte „To Turn the Stone“ für ihr sehr erfolgreiches Solo-Album „Something’s Going On“ und auch Disco-Stern Amii Stewart coverte Lieder des Albums „You to Me“ und „Sweet Emotion“. Erst vor einigen Jahren wurde „I’m a Rainbow“ dann als Doppel-CD veröffentlicht und verkaufte sich auch gut – 1981 traute man dem Werk nichts zu. Das ist jetzt, 2021, anders. Eine ganze Riege queerer Produzent*innen, unter anderem Junior Vasquez, Le Flex, Figo Sound, Jean Tonique sowie Ladies On Mars, hat sich des Albums angenommen und für „I’m a Rainbow – Recovered & Recoloured“ eine Auswahl an Liedern neu gemischt, vollkommen überarbeitet und stilistisch vielfältig auf das 21. Jahrhundert getrimmt. Mit involviert waren Donna Summers Witwer Bruce Sudano und andere Weggefährten. *rä DISCO Kylie + Gloria Gaynor Die australische Sängerin veröffentlichte ihr Nummer-eins-Album von 2020 in einer neuen Version Mit dabei ist auch eine der Künstlerinnen, die Disco ab 1974 groß gemacht haben: Gloria Gaynor. Und Purple Disco Machine aus Deutschland. Am 12. November erschien die „Guest List Edition“ von „Disco“. Als CDs plus DVD und Blu-Ray, auf Vinyl und als Stream. Die oben erwähnten Stars sind nicht die einzigen Perlen auf dem Hit- Album, mit dabei ist auch Dua Lipa beim Duett „Real Groove (Studio 2054 Remix)“. Unsere Anspieltipps sind „Can't Stop Writing Songs About You“ zusammen mit Gloria, „Magic (Purple Disco Machine Extended Mix)“ und „A Second to Midnight“ mit Years & Years (es ist übrigens nicht die erste Zusammenarbeit mit der queeren Truppe, dieses Jahr erschein auch „Starstruck“, das hoch in Japan und gut in UK chartete). *rä

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.