Aufrufe
vor 10 Monaten

rik Dezember 2021 | Januar 2022

Musik „Dinge zu

Musik „Dinge zu machen, die mir gut tun“ – INTERVIEW MAX GIESINGER Mit Max Giesinger warm zu werden, das ist leicht. Zum Interview im Bullerei Studio im Hamburger Schanzenviertel bringt er Kuchen mit. Den hat ein Freund von ihm gebacken, weil der Sänger zwei Tage vor dem Gespräch seinen 33. Geburtstag gefeiert hat. FOTO: C. KÖSTLIN Doch nun muss er wieder in den Arbeitsmodus zurückkehren, schließlich hat der Wahlhamburger mit „Vier“ ein neues Album am Start. Es setzt auf eingängigen Pop und nachdenkliche Texte. Max Giesinger schrieb einfach das auf, was ihm beim Staubsaugen durch den Kopf ging. Denn während der Pandemie wurde natürlich auch er auf sich selbst zurückgeworfen. „Ich hatte zum ersten Mal richtig Zeit, all das, was in den letzten Jahren passiert ist, wirklich sacken zu lassen“, grübelt er. Statt auf der Bühne zu stehen, war er allein in seiner Wohnung im Schanzenviertel. Er las, er lernte kochen, er zog sich mehrere Monate komplett aus den sozialen Medien zurück. Das sei eine sehr positive Erfahrung gewesen, resümiert er: „Mir wurde klar: Ich habe zwar einen wunderbaren Beruf, aber mein Glück ist anscheinend nicht davon abhängig.“ Was er tatsächlich braucht: gute Gespräche mit reflektierten Menschen, in der Natur zu sein. Nicht umsonst heißt eines seiner Lieder „Berge“. Immer häufiger nimmt sich Max Giesinger kleine Auszeiten am Wasser oder eben in den Bergen. Er hat gelernt, öfter mal Nein zu sagen. Vor allem auf beruflicher Ebene. Heute steht der Musiker nicht mehr für alles zur Verfügung, so wie früher: „Ich wollte es immer allen recht machen.“ Die Ursache dafür liegt in seiner Kindheit, den Beweis dafür liefert das Stück „Deine Zweifel“. Es zeigt einen Jungen, der sich als Scheidungskind stets für das Wohlergehen seiner Mutter verantwortlich fühlte: „Wenn Mutti mal nicht so gut drauf war, habe ich das direkt auf mich bezogen. Ich dachte, ich müsste mich so anpassen, dass sie im besten Fall immer glücklich ist.“ Weil Max Giesinger die Emotionen anderer Personen dauernd auf sich bezog, wurde er ein harmoniesüchtiger Mensch: „Ich musste erst checken: Vielleicht hat mein Gegenüber einfach bloß einen schlechten Tag.“ So entwickelte er sich Schritt für Schritt weiter, seine Single „Irgendwann ist jetzt“ bringt sein Lebensmotto ziemlich gut auf den Punkt. „Diesen Song rufe ich mir ins Gedächtnis, wenn ich in den Unachtsamkeitsmodus abgleite und mich über Kleinigkeiten aufrege“, erläutert er. „Dann erinnere ich mich daran, die Dinge zu machen, die mir guttun und mir Energie geben.“ Nach Möglichkeit geht er jeden Tag im Park Planten un Blomen spazieren – das hilft ihm dabei, seinen Kopf freizukriegen. Er übt sich darin, auf Fleisch zu verzichten. In Portugal, wo er eigentlich nur acht Tage Tennis spielen wollte, blieb er letztlich mehrere Wochen. Wegen des zweiten Lockdowns in Deutschland. Er surfte, er machte Yoga, er wusch ständig seine schmutzigen Pullis, er tauschte sich mit achtsamen Menschen aus. Nicht über Oberflächlichkeiten, sondern über Werte. Jetzt denkt Max Giesinger, der in einem Dorf bei Karlsruhe aufwuchs, ernsthaft darüber nach, aufs Land zu ziehen. Am liebsten mit seinen Kumpeln, sie wohnen alle in Hamburg in seiner direkten Nachbarschaft: „Wir haben uns schon darüber unterhalten, irgendwo eine Kommune aufzubauen.“ Auch Nachwuchs wäre der Sänger grundsätzlich nicht abgeneigt: „Eine Family und Kids könnten mir irgendwann bestimmt Stabilität geben. Es hat ja einen Grund, warum dieses Modell bereits so lange erfolgreich ist. *Interview: Dagmar Leischow

POP Duran Duran „Future Past“ Am 22. Oktober erschien mit „Future Past“ das 15. Studioalbum der britischen New-Wave- und Rockband Duran Duran, die seit den 1980er-Jahren weltweit Erfolge feiert. „Future Past“ ist Duran Durans erstes Album seit sechs Jahren. Mitgearbeitet haben daran unter anderem auch die renommierten Produzenten Erol Alkan, Giorgio Moroder und Mark Ronson, Graham Coxon von der Rockband Blur auf der Gitarre, David Bowies ehemaliger Pianist Mike Garson und als Gastsängerin Lykke Li. Musik POP Nina June „Meet Me on The Edge of Our Ruin“ Die in Amsterdam lebende, silberblonde Sängerin Nina June baut ihre Songs aus den Überresten vergangener Romanzen, Beziehungen und Freundschaften auf und macht sich Gedanken über die Welt, die sie mit eloquenten Streichern, kunstvollen Arrangements, glitzernden Tasten, luftigen Gitarren und organischem Sounddesign zusammennäht. JAZZ Lady Gaga & Tony Bennett: „Love for Sale“ Vor einigen Wochen erschien das neue Album der beiden Musiker*innen, die schon mehrmals (vor allem in den USA) zusammengearbeitet haben. Unsere Anspieltipps sind „I Get a Kick Out of You“ und eben „Love for Sale“. Über Lady Gaga: Geboren wurde sie 1986, seit 2008 landet die Sängerin Hits wie „Poker Face“, „Bad Romance“, „Applause“, „Born This Way“, „Shallow“ und „Rain on Me“ (mit Ariana Grande). Gagas Erfolg „Alejandro“ erinnert nicht nur zufällig an den Ace-of-Base- Klassiker „Don’t Turn Around“ – Frau Gaga ist Fan und zudem beim selben Label. Gut zu wissen: Auch als Schauspielerin ist „Mother Monster“ sehr erfolgreich. *rä DAS TOP 3 ERFOLGSALBUM JETZT ALS GUEST-LIST-EDITION MIT 3 BRANDNEUEN TRACKS! AB 12.11. ÜBERALL! INKL. DER HITSINGLE A SECOND TO MIDNIGHT MIT YEARS & YEARS POP Elton John: „The Lockdown Sessions“ Sir Elton John nutzte die vergangenen Lockdowns: Er machte Musik. Der queere Stern der Popwelt wird Ende Oktober sein neues Album „The Lockdown Sessions“ veröffentlichen. Mit dabei sind viele Gaststars, unter anderem Lil Nas X und Miley Cyrus. So nutzt man die Zeit richtig, nicht für krude Verschwörungstheorien. Danke, Elton! Besonders gut gefällt uns sein Duett mit Dua Lipa. „Cold Heart“ ist – im Remix von PNAU – eine absolut kickende Klubnummer, die mit sanften Italo-Disco- und High-Energy-Einflüssen und Tröten eine bittersüße Melancholie zaubert, die aber nicht lähmt, sondern entspannen lässt. Der Komponist und Sänger von Erfolgen wie „Candle in the Wind“, „I’m Still Standing“ sowie „Nikita“ und „Don’t Go Breaking My Heart“ ist der wohl bekannteste Schwule der Welt. Der Künstler ist zudem ein guter Freund von Lady Gaga, ein Madonna-Kumpel und -Kritiker, bekannt für seine Wutanfälle, geliebt für seine Welthits und seinen Humor. Und Elton ist ein stolzer Vater: Er und sein Partner David Furnish haben seit 2010 einen Sohn. *rä

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.