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rik Dezember 2021 | Januar 2022

Reise SCHWEIZ AROSA GAY

Reise SCHWEIZ AROSA GAY SKI WEEK 2022 FOTOS: AROSA GAY SKI WEEK / AARON COBBETT Nach der Absage der Arosa Gay Ski Week im Winter 2021 haben die Veranstalter das Datum für 2022 bekannt gegeben. Während das Gay Snowhappening im österreichischen Sölden 2022 abermals nicht stattfindet, treffen sich vom 22. bis 29. Januar LGBTIQ*-Wintersportgegeisterte in der Schweiz, um das Skigebiet Arosa-Lenzerheide unsicher zu machen. Zu Feiern gibt es unter anderen die „Ehe für alle“: Im September hatte die Schweiz per Volksabstimmung mit 64 % für deren Einführung gestimmt. Das Bergdorf Arosa liegt mit 63,5 % Ja-Stimmen ziemlich genau im Durchschnitt und wird in der kommenden Saison 2021/22 wie gewohnt die Regenbogenfahnen hissen. Da Covid-19 nach wie vor ein Thema sein wird, wollen die Veranstalter trotz der steigenden Zahl von Geimpften ganz genau auf die Richtlinien der Gesundheitsbehörden achten. In einem Newsletter vom Oktober heißt es: „Sicherheit ist unsere oberste Priorität. Wir werden alle von den staatlichen und lokalen Behörden vorgeschriebenen Vorschriften einhalten, um unsere Veranstaltungen sicher durchführen zu können. Wir wissen ja, wie die Geselligkeit und der Spaß unter den Teilnehmern wichtig ist. Der Zutritt für Veranstaltungen mit über 50 Personen in Bars, Restaurants und Hotels, ist nur mit einem aktuellen Covid-19-Zertifikat (geimpft – genesen – getestet) möglich.“ Insgesamt 14 Partnerhotels sowie einige Ferienwohnungen und Chalets lassen sich über die Website der Arosa Gay Ski Week zum Bestpreis buchen, der Ski- und Eventpass ist dabei bereits im Preis enthalten. *dax www.ski.lgbt QUEERE STADTFÜHRUNG Seit Sommer bietet „QueerTour Heidelberg“eine Führung durch die Heidelberger Altstadt mit dem Titel „Kreuz und queer durch Heidelberg“ an. Dabei erfahren die Gäste Aspekte des homosexuellen Lebens in der Geschichte Heidelbergs und entdecken die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der romantischen Neckarstadt aus diesem speziellen Blickwinkel. Ideengeber hinter der queeren Stadtführung ist Steffen Schmid: „Ich habe bei meinen Tätigkeiten immer wieder festgestellt, dass das Thema Homosexualität in der gesamten Heidelberger Geschichte bisher kaum existiert. Und ich war mir sicher, dass Heidelberg als eine solch historische und facettenreiche Stadt dazu viel zu erzählen hat“, so der langjährige Mitarbeiter beim städtischen Tourismusmarketing. Der Altstadtrundgang wird in einer kürzeren Variante von zwei Stunden sowie einer längeren Fassung von drei Stunden angeboten, wobei die dreistündige Führung zusätzliche Stationen und eine Pause mit einer liebevollen, queeren und süßen Überraschung beinhaltet. *dax FOTO: QUEER TOUR / PHILIPP ROTHE HEIDELBERG www.queertour-heidelberg.de Stadtführer Steffen Schmid (links) vor dem Studentenkusshaus

MANHATTAN AM MITTELMEER Reise SPANIEN FOTOS: VISIT BENIDORM Vom Fischerdorf zur Urlaubsmetropole mit einem Pride, der jährlich bis zu 15.000 Besucher*innen lockt: Das an der Costa Blanca gelegene Benidorm hat seinen ganz eigenen Charakter. Es ist eine angenehme Anfahrt von Valencia entlang der spanischen Mittelmeerküste. Aber streift man die sanfte Bergkette der Sierra Helada und erreicht nach 45 Kilometern das ehemalige Fischerdorf Benidorm … was den Besucher dort erwartet, steht im krassen Gegensatz zur lieblichen Gegend der Costa Blanca. Es ist ein beeindruckender, überraschender und vielleicht auch beängstigender Anblick: Auf nur 38 Quadratkilometern tut sich eine Hochhauslandschaft auf, die sich ganz dem Tourismus verschrieben hat. Mit 345 Gebäuden über zwölf Stockwerke Höhe besitzt Benidorm sogar die (in Relation zur Einwohnerzahl) größte Hochhausdichte weltweit. Doch was auf den ersten Blick irritiert, hat offensichtlich seinen Reiz, denn die 70.000 Einwohner zählende Stadt gehört mit rund fünf Millionen Touristen pro Jahr zu einer der angesagtesten Urlaubsdestinationen überhaupt. Primär sonnen sich hier spanische und englische Gäste, deutschen Urlaubern ist der Ort weitgehend unbekannt. Dabei bringt er vieles mit, was auch hierzulande bestens ankommt: Fünf Kilometer feiner Sand, saubere Strände, ein lebhaftes Treiben, abwechslungsreiche Gastronomie, angenehmes Klima, wenige Regentage und Unterkünfte vom günstigen Familienhotel bis zum Fünf- Sterne-Luxus-Resort mit Golfplatz. VOM FISCHERDORF ZUR URLAUBSMETROPOLE Wie aus einem unbekannten Fischerdorf diese einzigartige Urlaubsmetropole wurde, ist eine tolle Geschichte: Der damalige Bürgermeister Pedro Zaragoza Orts hatte schon in den 1950er-Jahren große Pläne, doch die Moralvorstellungen des katholischen Spanien standen seinen touristischen Ambitionen im Weg: An den Stränden herrschte Bikiniverbot, zudem ließ die Sperrstunde um Mitternacht nennenswertes Nachtleben nicht zu. Als er das Bikiniverbot zunächst eigenmächtig aufhob, wurden Touristinnen in knapper Kleidung sogar von der Polizei abgeführt, die Kirche drohte dem gläubigen Katholiken mit Exkommunikation. Daraufhin fuhr Zaragoza, so die Legende, auf seiner Vespa neun Stunden zum spanischen Diktator General Franco, um ihn zu überzeugen, diese beiden tourismusfeindlichen Verbote für seine Stadt aufzuheben. Der Coup gelang, und so wuchs das Fischerdorf innerhalb weniger Jahre zur Tourismus-Hochburg. „FUNNY, FRIENDLY, FLIRTY“: QUEER BENIDORM Auch für die LGBTIQ*-Community hat Benidorm einiges zu bieten: In seiner Altstadt befindet sich das Gay Village, das sich mit über zwei Dutzend Bars, Shops und Restaurants durchaus sehen lassen kann. Im Sommer 2021 feierte der dortige Gay Pride (Motto: „Funny, friendly, flirty“) sein zehnjähriges Jubiläum, wenn auch coronabedingt in stark reduzierter Form. Im September 2022 soll wieder eine Parade den Strand von Levante entlangziehen, und rund 15.000 Teilnehmer*innen werden den „European Summer Closing Pride“ feiern. Eine klassische Cruising-Area oder einen Gay-Beach sucht man zwar vergebens, in der Umgebung gibt es allerdings einige lauschige Nacktbadestrände wie den Raco del Conill im Nachbarort Villajoyosa. Grundsätzlich ist das selbstbewusste Benidorm der LGBTIQ*-Community gegenüber offen und tolerant. FAZIT Wer Kultur oder Historisches sucht, wird in Benidorm nicht fündig. Auch der Frage, ob Massentourismus dieser Art nachhaltig oder zukunftsfähig ist, geht man hier besser aus dem Weg. Doch wer das Strandleben und das Meer liebt, gern ausgeht und sich im Urlaub vom allgegenwärtigen Duft der After-Sun-Lotions betören lassen und einfach mal abschalten will, wird von Benidorm nicht enttäuscht. *bm www.spain.info www.de.visitbenidorm.es www.benidormpride.com

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.