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14 KULTUR INTERVIEW

14 KULTUR INTERVIEW „Für Generationen, die Musik fast ausschließlich in Verbindung mit bewegten bunten Bildern konsumieren, über Video oder Youtube, ist Oper das perfekte Genre.“ Seit der Spielzeit 2018/19 leitet Heribert Germeshausen als Intendant die Oper Dortmund. Am 24.5. feiert in seinem Hause die neueste Produktion Premiere: Echnaton. Die Oper von Philip Glass, die sich der Regierungszeit des ägyptischen Pharaos widmet, wird in Kooperation mit dem Ballett Dortmund aufgeführt. Die Umsetzung verspricht eine Vorstellung in der sinnlich choreografierter Tanz und faszinierende Musik zu einem außergewöhnlichen Erlebnis verschmelzen. *mp Herr Germeshausen warum Philip Glass’ „Echnaton“? Wenngleich von außergewöhnlicher Faszination, musikalisch keine leichte Kost, oder? Doch, „Echnaton“ ist tatsächlich sehr leicht zugängliche Musik. Die rhythmischen pulsierenden Muster, die für Glass‘ Musik charakteristisch sind, sind eher untypisch für das, was man üblicherweise unter „Klassik“ FOTO: BJÖRN HICKMANN versteht. Neben der inhaltlichen Faszination, die vom Alten Ägypten ausgeht, war gerade auch das ein Grund, warum ich „Echnaton“ zu Beginn meiner Intendanz auf den Spielplan gesetzt habe. Während meiner Operndirektion am Theater Heidelberg hatte ich bereits einmal „Echnaton“ produziert – es handelte sich um die erste szenische Realisation an einem deutschen Theater seit der Stuttgarter Uraufführung – und die überwältigende Publikumsresonanz zeigte bereits dort, dass „Echnaton“ der perfekte Erstkontakt zur Kunstform Oper für Menschen sein kann, denen die Welt der Oper bis dahin fremd war. Giuseppe Spota, wird das erste Mal an ihrem Hause inszenieren und sicherlich starke tänzerische Akzente setzen. War dies Ihre Intention? Das war definitiv der Fall und zwar aus zwei Gründen. Zum einen: Der pulsierende Beat von Glass‘ Musik eignet sich einfach sehr gut zum Tanzen. Ich kenne keinen Choreographen, der Glass nicht liebt und nicht davon träumt, auf seine Musik zu choreographieren. Die Musik schreit gerade dazu danach, vertanzt zu werden. Zum anderen: Eines der großen Ziele meiner Intendanz ist ja die weitere Öffnung der Oper in die Stadtgesellschaft. Und die Verbindung von Ballett/Tanz mit Oper scheint mir ein probates Mittel zu sein, Berührungsängste von der Kunstform Oper abzubauen und Menschen zu einem Opernbesuch zu verführen, die sonst vielleicht fürchten, sie könnten sich langweilen. Die Oper als Kunstgattung im heutigen Sinne blickt damit auf eine Historie von über 400 Jahren zurück. Hat Oper das Potenzial künftige Generationen zu begeistern? Jede Spielzeit verkaufen die öffentlichrechtlichen Theater, bei denen die Oper traditionell die größte Untersparte vor Schauspiel und Ballett ist, etwa 34 Millionen Eintrittskarten. Die 1. Bundesliga Fußball in den Stadien im selben Zeitraum 12 bis 13,6 Millionen Karten. Ich bringe dieses Zahlenspiel gerne um zu zeigen, dass Oper nicht die elitäre und vom Aussterben bedrohte Minderheitenkunstform ist, als die sie manchmal aus unterschiedlichen Motivationen dargestellt wird. Die Oper als Kunstform und als Institution hat sich stark weiterentwickelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Oper als die multidisziplinärste Kunstform, die der menschliche Geist ersonnen hat, eine große Zukunft auch bei künftigen Generationen hat. Generell gilt: Für Generationen, die Musik fast ausschließlich in Verbindung mit bewegten bunten Bildern konsumieren, über Video oder Youtube, ist Oper das perfekte Genre. Das haben nur noch nicht alle gemerkt, ich bin angetreten, das zu ändern. Echnaton, Oper Dortmund, Theaterkarree 1 – 3, Dortmund, 24.5. – 29.6. an verschiedenen Spieltagen, www.theaterdo.de Das Interview ist in ungekürzter Fassung auf www.blu.fm/rik erschienen.

Yazz Ahmed tp Ralph Wyld vib Dave Manington b Will Glaser dr Foto: Giulietta_Verdon_Roe koelner-philharmonie.de 0221 280 280 Samstag 27.04.2019 20:00

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