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SEXUALITÄT

SEXUALITÄT Partnerschaft damit auch noch die Nachbarn mitbekommen, dass alle beteiligten Sexpartnern eine adäquate Leistung abgeliefert haben. Der Körper wird zur Ware – zum Kapital, welches es ständig zu verbessern gilt. Schönheitsoperationen nehmen stetig zu. Die Zähne müssen weißer sein als Schnee und die Vorhöfe der Brustwarzen müssen in perfekt errechneter Relation zur Körbchengröße stehen. „Sie als Homosexueller müssen nicht mit so einem dunklen Aftereingang leben”: Das könnte der Werbespruch eines Proktologen für sogenannte Anal Bleachings sein. Mit der neuen Modifizierung lege ich mir dann schnell auf einigen Online-Plattformen Profile an – „ich will mich gar nicht mit Leuten treffen, ich muss lediglich meinen ‚Marktwert‘ checken“. Der Neoliberalismus lehrt uns, dass wir freie und autonome Individuen sein sollen. Wir können und sollen alles erreichen, am besten aus eigenem Antrieb und aus freien Stücken. In dieser vermeintlich neuen Freiheit stehen das Bedürfnis und das Bestreben nach Autonomie Foto: koolshooters/pexels.com im Vordergrund. Nur leider steht Autonomie dem Bedürfnis nach Intimität erstmal gegenüber. Dies hat eine neue Aufgabe zur Folge, nämlich diese beiden Pole unter einen Hut zu bringen – dafür müssen wir uns diesen Bedürfnissen jedoch erst einmal bewusst sein – eine große Herausforderung für jede Beziehung. MÄNNLICHE HOMOSEXUELLE SEXUALITÄT Man könnte annehmen, dass sich Homosexuelle viel mehr mit solchen Dingen auseinandersetzen, da sie sich in ihrer Entwicklung zwangsläufig mit ihrer Sexualität beschäftigen. In der Pubertät lernen wir uns als sexuelle Wesen kennen: Die Alpha Jungs in der Klasse stehen nun auf Marlene und auf Sarah, ich stehe auf Frank. Das ist doof, besonders in dieser Phase der Entwicklung ist es gut, so zu sein wie die anderen und mit dem Strom zu schwimmen verhindert unnötigen Stress. Nun stelle ich fest, ich bin anders als die anderen und ich bin mir sicher, dass ich damit in meinem Umfeld alleine bin. Daher mache ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten – zuerst im Internet und dann in der sogenannten Szene. Dort fühle ich mich wohl und vor allem verstanden. Ich bin kein Außenseiter, alle hier sind anders, genau wie ich. Hier lerne ich, was es bedeutet, schwul zu sein und wie schwule Sexualität funktioniert. Es entsteht ein Narrativ, ein sinnergebendes Bild, das wie folgt oder so ähnlich klingen könnte: „Jeder hat hemmungslosen Sex mit jedem und sieht gut aus dabei.“ Erlernt wird also wie die „Szene“ ihre Sexualität lebt. Nur selten wird jedoch hinterfragt, warum das so ist und vor allem, ob ich als Individuum das eigentlich auch möchte und ob meine Bedürfnisse bei dieser Auslebung auch wirklich passend befriedigt werden. Die Sexualität wird nach einem erlernten Narrativ gelebt und die eigenen Bedürfnisse nicht hinterfragt. Im Übrigen haben Homosexuelle keine anderen Bedürfnisse als Heterosexuelle. Der Text ist Teil des sexpositiven Blogprojektes „Mein schwuler Sex“ der Deutschen Aidshilfe. Mehr davon auf www.maenner.media/sex 64 Ausgabe 02

Medienpartner: MÄNNER. UND MEER. DEINE GAY CRUISE 13. – 20. Mai 2023 Marseille – Elba – Rom – Livorno – Nizza – Korsika – Marseille FRÜHBUCHERRABATT bis 31. Oktober 2022 www.spartacus.cruises

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.