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GESUNDHEIT Psychische

GESUNDHEIT Psychische Gesundheit MENSCHEN MIT DEPRESSIONEN ZEIGEN ENTZÜNDUNGSPROZESSE Bereits seit mehreren Jahren untersucht man an der Berliner Charité die Wirksamkeit des Antibiotikums Minocyclin bei Menschen mit Depressionen. Dazu wurde eine Studie mit 160 Probanden ins Leben gerufen. Doch warum soll ausgerechnet ein Antibiotikum helfen? Ganz einfach: Bei einigen Patienten mit Depressionen hat man festgestellt, dass ihr Immunsystem aktiviert ist – und das, obwohl sie keine Infektion durch Bakterien, Viren oder Pilze aufweisen. Dies bedeutet, dass neben dem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn auch Entzündungsprozesse bei der Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Symptome eine Rolle spielen. Antidepressiva wirken jedoch nur auf die Botenstoffe im Gehirn und bekämpfen keine Entzündungen. Das ist womöglich der Grund, warum sie bei einem Drittel der Patienten nicht ausreichend helfen. Und so könnte das Antibiotikum als ergänzendes therapeutisches Mittel dazukommen. Die Forscher sind aber noch nicht sicher, ob Stress die Immunreaktion im Körper auslöst oder ob durch eine Depression verstärkt Stresshormone ausgeschüttet werden und so das Immunsystem aktiviert wird. „Auch wenn wir die pathophysiologische Kausalkette noch nicht aufzeigen können: Das bedeutet nicht, dass wir nicht versuchen können, das überaktive Immunsystem zu beruhigen und zwar mit Minocyclin, einem bewährten und gut verträglichen Antibiotikum“, erklärt Dr. Isabella Heuser, Leiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité in Berlin. Diese schützt das Gehirn vor Krankheitserregern und anderen Stoffen aus dem Blut. Weil Minocyclin die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und ein allgemein gut verträgliches Antibiotikum ist, wurde es für diese Studie ausgewählt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. So konnten die Forschen bei einem Teil der Probanden nach sechswöchiger Medikamenteneinnahme deutliche Verbesserungen feststellen. Obwohl die finalen Ergebnisse noch nicht vorliegen, spricht viel dafür, dass Antibiotika neben Antidepressiva und einer Psychotherapie die dritte wichtige Säule bei der Behandlung von Depressionen sein könnten. Text: Martin Lewicki Leide ich an Depressionen? Einen Selbsttest und Hilfe finden Betroffene unter www.deutsche-depressionshilfe.de Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 Foto: Towfiqu Barbhuiya / unsplash.com / CO0 MINOCYCLIN KANN DIE BLUT- HIRN-SCHRANKE ÜBERWINDEN Das Gehirn hat ein eigenes Immunsystem, welches bei Entzündungsprozessen im Körper aktiviert wird. Daher ist es wichtig, dass ein Antibiotikum auch dort wirkt. Dazu muss es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden. 36 Ausgabe 02

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