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Leo September / Oktober 2021

6 Szene UNITED QUEENS OF

6 Szene UNITED QUEENS OF MUNICH FOTO: UQOM.DE Drags auf KUSCHELKURS Zum CSD präsentierten sich die „United Queens of Munich“, eine Gruppe von sieben Münchner Drags, die künftig unter gemeinsamer Flagge und dem Musketier-Motto „Eine für alle – alle für eine“ durch die Community streifen wollen. Noch vor fünf Jahren war die Münchner Drag-Szene ziemlich überschaubar, abseits hoher Feiertage wie CSD musste man die farbenfrohen Gestalten mit der Lupe suchen. Das hat sich deutlich geändert: Heute sind Drags aus der Community nicht mehr wegzudenken – und das ist auch gut so! Doch wo viele sind, gibt es auch Konkurrenz, Wettbewerb und Neid, kurz: Stutenbissigkeit statt Schwesternliebe. So entwickelte sich beispielsweise in sozialen Medien so manch Kommentar, der über die (absolut Drag-typische) spitze Zunge hinausgeht, zum echten Aufreger. Ein Versuch zu mehr Miteinander wurde zum diesjährigen CSD unternommen. „United Queens of Munich“ heißt eine Gruppe von derzeit acht Drags, die sich primär aus Teilnehmerinnen der Wahl zur „Seligen Münchner Maikönigin“ zusammensetzt: Mareijke van der Hur, Tiffy Tölle, Betty Pearl, Daphny Ryan, Miss Sissi Sippi, Agnetha Blossom, Claire Morningwood sowie die unverwüstliche Zeremonienmeisterin Brini Olsen präsentieren sich auf der neuen Website. „Wir wollen so einiges erreichen, auch ‚diverse‘ Brücken schlagen, um das queere Miteinander zu zeigen und zu erleben“, so Mareijke van der Hur, Sprecherin des Teams. Das ist zwar recht nebulös, gibt aber die Richtung vor: Unity in der Community. Wer die Szene kennt, weiß, dass das ein anspruchsvolles Unterfangen sein kann, denn manchmal hält Paillettenkleber besser als die Bande der Drag-Freundschaften. Aber einen Versuch ist es wert! *bm www.uqom.de LGBTIQ*-GEMEINSCHAFTSGRABSTÄTTE Ruhen unterm Regenbogen Für viele Menschen in der Community ist das klassische Familiengrab schon lange keine passende Form der Bestattung mehr. So entstand die Idee einer Münchner LGBTIQ*-Gemeinschaftsgrabstätte. „Als Ausdruck der Achtung vor der Würde des Menschen über den Tod hinaus und in dem Bewusstsein, dass über Jahrhunderte diese Würde LGBTIQ*-Personen von Seiten der Gesellschaft abgesprochen worden ist, erachten wir es für angemessen, den Verstorbenen die Möglichkeit einer angemessenen Bestattung zu bieten“, so Peter Priller, Mitarbeiter des queeren Seniorenprojekts rosa Alter, das diese Aktion initiiert hatte. Um die Community von Anfang an mit einzubeziehen, hat rosa Alter einen Fragebogen entwickelt, der anonym und für alle Teilnehmer*innen unverbindlich ist. Wer sich für das Thema interessiert und mitgestalten möchte, wendet sich an info@rosa-alter.de. Den Fragebogen kann man auf der Seite der Münchner Aids-Hilfe (Stichwort: Aktuelles) downloaden: www.muenchner-aidshilfe.de. *bm

Szene 7 KAUFBEUREN FEIERT CSD Pride-Premiere im Allgäu Schön, dass immer wieder neue Pride-Veranstaltungen organisiert werden, selbst in den schwierigen Zeiten von Corona. So wird vom 12. bis 18. September der erste Allgäu Pride in der 45.000 Einwohner zählenden Stadt Kaufbeuren stattfinden. Der entsprechende Verein wurde bereits vor einem Jahr gegründet, doch erst heuer lässt die Pandemie Veranstaltungen zu. „Menschenmassen wollen wir auch noch gar nicht mobilisieren“, so Vorstandsmitglied Florian Bodendörfer, „aber wir merken, das Thema interessiert die Leute.“ Das gilt auch für den CSU-Bürgermeister Stefan Bosse, der die Schirmherrschaft übernommen hat. Das Pride-Team hat eine ganze Pride-Woche auf die Beine gestellt mit Theateraufführung, Kinoabend oder einer Diskussionsrunde. Höhepunkt ist die Demo am 18. September, auf die ein Straßenfest mit Livebands und DJ auf dem Spitalhof folgen soll. „Dieser Event steht coronatechnisch allerdings noch auf der Kippe“, so Florian. Immerhin: Ein erster Schritt ist getan. Künftig soll der Allgäu Pride rotieren und alljährlich in einer anderen Stadt der Region gefeiert werden. Detaillierte Infos zum Pride 2021 gibt’s zeitnah auf der Website. Wir drücken die Daumen für eine gelungene Premiere! *bm www.allgaeu-pride.de www.hellabrunn.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.