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Leo September / Oktober 2021

Musik INTERVIEW WRABEL:

Musik INTERVIEW WRABEL: „Mein Coming-out war quälend“ FOTO: JAZZ ALALI Stephen Wrabels Stern funkelnde lange im Verborgenen. Jetzt veröffentlicht der Pop-Singer/Songwriter nach vier EPs sein erstes komplettes Album „These Words Are All for You“. „Ausnahmslos alle meine Songs kommen aus der Tiefe meines Herzens“, erzählt Wrabel via Zoom. „Wenn dir jemand sagt „Tut mir leid, aber es fühlt sich nicht so passend an für uns, was du da geschrieben hast“, dann war das jedes Mal ein Stich ins Herz. Ich bin in meiner Karriere und in meinem Leben nicht selten verletzt worden. Aber hier bin ich. Und hier bleibe ich jetzt auch.“ Der Weg bis hierher war kein einfacher für Stephen Wrabel, 32, aus Los Angeles. Zwei fertige Alben landeten im Giftschrank der Plattenindustrie, er litt lange unter der einschneidenden Trennung von seinem ersten richtigen Freund, und noch dazu schleppte er lange ein Alkoholproblem mit sich herum. Seit sechs Jahren lebt er abstinent. Und jetzt ist er endlich gekommen, der Moment, in dem aus Wrabel, dem ewigen Talent und nicht eingelöstem Versprechen endlich Wrabel, der funkelnde Popstar wird. Auf seinem Debütalbum „These Words Are All for You“ nimmt er uns mit in seine Welt. Und die besteht aus epischen Refrains, schillernden Arrangements, aus dramatischen Popballaden und ganz kleinen, traurigen Songs wie „Pale Blue Dot“. Aber auch aus euphorischen Liebesbekundungen im Stil der aktuellen Single „Nothing But Love“. „Einige der Songs auf meiner Platte, etwa „Love Is Not a Simple Thing to Lose“, sind schon fast zehn Jahre alt. Aber ‚Nothing But Love“ war das finale Mosaiksteinchen. Ich wollte die Tatsache, dass ich glücklich verliebt bin, in breiten, fetten Buchstaben auf diesem Album in die Welt hinausposaunen.“ Wrabel kommt aus Houston in Texas. Seit zehn Jahre lebt er in Los Angeles. Er ist offen schwul und hat sein eigenes Label „Big Gay Records“ getauft. Ein Statement. „Meine sexuelle Identität ist ein großer Teil von mir, und sie ist somit auch ein großer Teil von dem, was ich kreiere. Auf diesem Album schaue ich mir die Welt durch meine eigene Linse an. Natürlich wünsche ich mir, dass sich alle mit diesen Liedern verbunden fühlen, die jemals verliebt, verlassen, himmelhoch glücklich oder am Boden betrübt waren. Aber ich versuche, die Gay-Community so gut ich kann zu vertreten, und ich gehe echt offenherzig mit den Erfahrungen um, die ich durchgemacht habe. Mein Anliegen ist, dass sich niemand allein fühlt, völlig gleichgültig, wer er ist, wen sie liebt, wie er oder sie sich identifiziert.“ Wrabel selbst wusste mit zehn, dass er auf Jungs steht, hielt seine Sexualität aber privat, bis er Anfang, Mitte 20 und nach LA gezogen war, um dort seinen Fuß in die Musikbranche zu bekommen. „Ich wuchs in der Kirche auf. Ich bin gläubig, und ich komme aus einer gläubigen Familie. Mir wurde beigebracht, dass es unnatürlich und sogar böse ist, homosexuell zu sein. Heute kann ich zurückschauen und mich an meine Jugend erinnern, ohne in Tränen auszubrechen. Ich weiß, wie es ist, im Versteck zu sitzen und zu denken ‚Etwas ist fundamental falsch mit mir‘. Mein Comingout war langsam und quälend. Bis ich 20 war, konnte ich nicht mal laut zu mir selbst sagen, dass ich schwul bin.“ Zur Musik findet Wrabel, als er mit 15 das Album „Strange And Beautiful“ von Aqualung alias Matt Hales für sich entdeckt. „Diese Platte war mein sicherer Zufluchtsort und meine Rettung. Nie zuvor oder danach habe ich Musik gehört, die mich so berührte.“ Inzwischen ist er mit Hales befreundet, aber auch mit Kesha oder Pink, die beide schon den einen oder anderen seiner sensiblen, wunderbaren Songs eingekauft und aufgenommen haben. Wrabels bis zum Album größter Erfolg aber war der 2017 veröffentlichte Song „The Village“ über einen Teenager, der im falschen Geschlecht lebt. Ich schrieb „The Village“, nachdem ich auf meiner ersten Tour zwei Transkids kennengelernt hatte. Meine ersten Fans! Dieser Song bedeutet mir wirklich extrem viel. Ich kenne Leute, die „The Village“ ihren Eltern oder Großeltern vorgespielt, um ihnen mitzuteilen, wozu ihnen bis dahin die Worte gefehlt hatten.“ *Interview: Steffen Rüth

Musik POP „Neues“ von den SUGABABES Die legendäre Girlgroup, die mit den meisten Hits, der 2000er meldet sich zurück: die 1998 gegründeten Sugababes. Sie waren ein Pop-Trio mit vielen Umbesetzungen. Siobhan (Bild oben rechts) ging 2001 nach dem ersten Album (Hits waren unter anderem „Run for Cover“ und „Overload“), Heidi kam – und mit ihr der ganz große Durchbruch, etwa mit „Hole in the Head“, „Push the Button“ und „Round Round“. 2006 verließ Mutya das Trio, Amelle folgte, zusammen landete man dann die UK-Nummer-1 „About You Now“ und Hits wie „Get Sexy“. Keisha ging 2009, Jade legte los. Der Erfolg blieb bis zur letzten Single 2010 „Wear My Kiss“. Lustig zu wissen: Heidi sang davor bei der Urbesetzung von Atomic Kitten. Mittlerweile sind die drei originalen Sugababes wieder vereint, haben die Namensrechte und zum 20. Geburtstag des ersten Albums genau das wieder im Angebot. Mit bisher unveröffentlichten Liedern, allen B-Seiten ** und Demoversionen ... Unsere Anspieltipps sind „Overload“, „Little Lady Love“, „Girls’ Nite Out (Demo)“ und „Look at Me (Alternative Mix)“ und „One Touch (20 Year Anniversary Edition)“. Da freut sich der Fan! *rä MELISSA ETHERIDGE ONE WAY OUT DAS NEUE ROCK ‘N‘ ROLL ALBUM DER IKONISCHEN MUSIKERIN! AB 17.09.21 ÜBERALL! ** Damals gab es Maxi-CDs. Darauf zu finden: das aktuelle Lied in verschiedenen Versionen, manchmal ein Video dazu und meist ein Bonustrack, eine B-Seite. POP Céline Dion, Leona Lewis und Diane Warren Die US-amerikanische Komponistin Diane Warren ist seit den 1980ern beständig in den Charts. Pop-Klassiker wie „Because You Loved Me“ von Céline Dion, „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ von Starship, „I Get Weak“ von Belinda Carlisle oder auch „Blame It on the Rain“ von Milli Vanilli gehen auf ihr Konto. Und auch „I Don’t Want to Miss a Thing“ von Aerosmith. Vor wenigen Wochen erschien ihr Debütalbum unter eigenem Namen: „The Cave Sessions, Vol. 1“, mit dabei sind unter anderem Céline Dion, Leona Lewis (großartig: „Old With Me“ zusammen mit James Morrison), Paloma Faith und auch John Legend. Unsere Anspieltipps sind das sommerlich-melancholische „Seaside“ mit Rita Ora, die rotzige (von Hip-Hop geküsste) Rock-Nummer „Drink You Away“ featuring Ty Dolla $ign und die Ballade „Superwoman“ zusammen mit Céline Dion. Ein Höhepunkt des Albums ist Diane Warrens Zusammenarbeit mit John Legend „Where Is Your Heart“. BERÜHREND! *rä

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