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Leo September / Oktober 2021

24 Kultur FOTOS:

24 Kultur FOTOS: MINDJAZZ PICTURES PUBLIKUMSPREIS FÜR „TRANS – I GOT LIVE“ AUSGEZEICHNET! Es ist schon eine kleine Sensation: Beim Filmfest München gewann der Film „Trans – I Got Life“, der sieben bayerische trans* Menschen über mehrere Jahre begleitet, den Publikumspreis von Süddeutscher Zeitung und Bayern 2. Schon nach der Premiere riss es die Besucher*innen von den Sitzen: stehende Ovationen für den Streifen und die Regisseurinnen Imogen Kimmel und Doris Metz sowie die anwesenden Darsteller*innen. Doch damit nicht genug: Die Dokumentation über sieben trans* Menschen berührte so sehr, dass sie sogar den Publikumspreis beim 38. Filmfest München gewann. Der Film zeigt, wie vielseitig die Wege von Transition aussehen können und mit welchen Hürden sie oft gespickt sind. Die Protagonist*innen sprechen offen über ihre sehr persönlichen, sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit ihrer Umwelt und den eigenen Identitätskonflikten. Nicht zuletzt punktet der Film mit Einblicken in den medizinischen Vorgang geschlechtsangleichender OPs. Achtung, nichts für allzu zarte Gemüter! *bm „Trans – I Got Life“ ist ab 23. September in den Kinos zu sehen, den Trailer gibt es auf unserer Webseite. Außerdem verlosen wir dort Tickets: männer.media/gewinne. STAATSOPER Septemberfest Zum Auftakt der Spielzeit präsentiert die Bayerische Staatsoper ein neues Festival: Das „Septemberfest“ feiert zehn Tage lang die Eröffnung der Spielzeit mit einem vielseitigen und exzellenten Programm aus Oper, Ballett und Liederabend. „Höchste künstlerische Qualität soll für alle zugänglich und erlebbar sein“, so umschreibt der designierte Staatsintendant Serge Dorny eines seiner wichtigsten Ziele. Zur Eröffnung des Septemberfests am 17.9. singt Jonas Kaufmann im Oper-für-alle-Konzert des Bayerischen Staatsorchesters. Besondere Highlights sind das künstlerisch-kulinarische Bühnen-Dinner (21.9.) oder die Brunnenhoffeste (18./19.9.), die täglich sieben Stunden lang den Kosmos Oper vorstellen – open air und bei freiem Eintritt. *bm Szene aus „Paradigma“ – Choreografien von Sharon Eyal/Gai Behar, Liam Scarlett und Russell Maliphant FOTO: WILFRIED HÖSL 17. – 27.9., www.staatsoper.de

JUBILÄUM Liebevolle Homophobie? „Da hilft nur eins: Ouzo!“ Bevor sich jetzt alle Seiten aufregen: Leo freut sich über die Diskussion zu Cancel Culture und über die Sensibilisierung der Gesellschaft. Leo freut sich trotz und sogar gerade deswegen besonders über die Neuinszenierung der umjubelten Musicalversion von Bully Herbigs „Der Schuh des Manitu“ am Deutschen Theater. Ja, der Film, der am 13. Juli 2001 in den deutschen Kinos startete, reproduziert rückwirkend betrachtet Ressentiments „efiminierter Tunten“ („Winnetouch“) und mag auf den einen oder die andere darum einfach unlustig oder gar „homophob“ wirken. Das sei diesen Kritiker*innen zugestanden und ihnen sei, wie bei jedem kreativen Kulturbeitrag und frei nach Peter Lustig in Löwenzahn – Gött*in habe in selig – empfohlen: „Einfach abschalten“ beziehungsweise übersetzt auf das Musical im Theater, „einfach nicht hingehen“. Die dritte Variante stammt von „Dimitri Stoupakis“ aus dem Film: „Da hilft nur eins: Ouzo!“ Dem Großteil der Menschen, die Freude am Lachen, im Falle der Leo Leser*innen wohl vielfach mit dem Zusatz „über sich selbst“ haben, sei dagegen eine dringendes „Hingehen!“ entgegengerufen. Das Team hinter der Musicalversion hat mit Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth ein kongeniales Meisterduo der queeren Massenunterhaltung als Liederschreiber, die am Hamburger Schmidt Theater schon für unzählige Hits gesorgt haben. Dort fast immer mit queeren Untertönen, oft aber auch ganz offensiv „schwul“. In Anführungszeichen, weil es bei ihren Liedern und Inszenierung eben meist nicht um ein Statement zum großen Ganzen geht. So werden auch in „Der Schuh des Manitu“ auf wirklich liebevolle Weise nur kleine Eigenheiten einer großen Zahl homosexueller Männer zärtlich zitiert. Die meisten die sich da in Teilen ihrer Persönlichkeit wiederfinden, werden mindestens schmunzeln, meistens aber schallend und schrill (hihi) lachen müssen. Von oben herab und abschätzig, ist das nie und wer das so rezipiert, sollte sich lieber selbst über seine Koordinaten Gedanken machen. Also liebe Szene, ganz deutlich: Lasst euch den Spaß am über euch selber Lachen nicht von ein paar Miesepeter*innen verderben. Das hätten „Winnetouch“ und Abahachi und Bully Herbig und auch das Team des Deutschen Theaters so gar nicht verdient. *Christian Knuth 13.10.21 – 9.1.22, Der Schuh des Manitu, Deutsches Theater München, Schwanthalerstraße 13, Karten und Infos unter www.deutsches-theater.de Alle 11 Minuten 1) verliebt sich ein Single mit 1) Hochrechnung aus Nutzerbefragung 2016, Deutschland

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.