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Leo Oktober 2018

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6 LANDTAGSWAHL Ludwig

6 LANDTAGSWAHL Ludwig Hartmann BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN LANDTAGSSTIMMKREIS 109 MÜNCHEN-MITTE Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat FOTO: GRÜNE BAYERN Ludwig Hartmann (40) ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag und deren Spitzenkandidat bei der Landtagswahl. Als Mitbegründer und Sprecher von Initiativen wie „NOlympia“ oder „Betonflut eindämmen“ hat er seinen politischen Schwerpunkt in der Energie- und Haushaltspolitik. Seit einiger Zeit ist der gebürtige Landsberger zudem queerpolitischer Sprecher seiner Partei und Gastgeber grüner CSD-Veranstaltungen. Welche politischen Ziele sind im Programm Ihrer Partei für LGBTIQ* vorgesehen? In Bayern gibt es Probleme mit der Akzeptanz sexueller Vielfalt. Deshalb fordern wir einen Aktionsplan gegen Diskriminierung. Wir wollen die Sichtbarkeit an allen Bildungseinrichtungen erhöhen, pädagogisches Personal besser schulen und Genderforschung an Hochschulen fördern. Das Ziel ist Akzeptanz, nicht Toleranz. Für junge Queers auf dem Land fordern wir attraktive und niederschwellige Beratungsangebote – damit der Bayerische Wald und andere Regionen nicht „queere Wüste“ bleiben. Opfer homo- und trans*phober Gewalt brauchen feste Ansprechpersonen bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Aufklärungsquote dieser Straftaten ist unterdurchschnittlich – das darf so nicht bleiben. Um den Bedürfnissen von Trans*- und Inter*Menschen gerechter zu werden, fordern wir unter anderem eine erhöhte Akzeptanz des DGTI-Ergänzungsausweises und einen besseren und diskriminierungsfreien Zugang zu Beratungsangeboten. LGBTIQ*-Geflüchtete müssen schnell aus einem Umfeld von Hass und Intoleranz heraus, wegen dem sie geflohen sind. Sie brauchen gesonderte Unterkünfte. Die CSU verweigert sich bislang jedwedem Antrag zur Stärkung der Rechte und Wahrnehmung von LGBTIQ*s. Wir Grünen sind und bleiben die Sachwalter dieser Anliegen im Bayerischen Landtag! Die Schaffung eines/einer bayernweiten Beauftragten für LGBTIQ*- Lebensweisen gilt vielen als Minimalziel für die nächste Legislaturperiode. Wie stehen Sie dazu? Minimalziel ist das richtige Wort. Bislang hat die CSU-Alleinregierung unzählige berechtigte Anliegen ignoriert. Die Forderung einer/s Gleichstellungsbeauftragten ist daher ein überfälliger Schritt für eine Verbesserung der Situation von LGBTIQ*s. www.ludwighartmann.de CSU Prof. Dr. med. Hans Theiss LANDTAGSSTIMMKREIS 109 MÜNCHEN-MITTE Prof. Dr. med. Hans Theiss (41) ist seit 2014 Mitglied des Münchner Stadtrats, seit Januar 2018 stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion sowie deren gesundheits- und finanzpolitischer Sprecher. Seine Wahlplakate, im Viertel großflächig plakatiert, unterscheiden sich vom klassischen weiß-blauen Look seiner Partei. Damit will er deutlich machen, dass er zum Flügel einer liberaleren „Großstadt-CSU“ gehört. Welche politischen Ziele sind im Programm Ihrer Partei für LGBTIQ* vorgesehen? Ganz nach unserem Motto „Leben und Leben lassen“ steht für mich die Schaffung vollständiger Normalität im gegenseitigen Umgang im Vordergrund. Staat und Politik müssen sich verstärkt auf einen Abbau von Diskriminierung in den Köpfen konzentrieren. Viele der wichtigsten LBGTI-Anliegen sind ansonsten dieselben wie bei allen anderen. Als Beispiel: Die Unterstützung von Familien mit Kindern – da ist es egal, ob mit Vater und Mutter, mit zwei Vätern, mit zwei Müttern, alleinerziehend oder in anderen Konstellationen. Als Arzt weiß ich aus eigener Erfahrung, wie intensiv auch das Thema „Alter und Pflege“ unter LGBTI diskutiert wird. Hier müssen wir, schon wegen der Moralvorstellungen der betroffenen Generation, ganz besonders auf ein geborgenes Umfeld für den letzten Lebensabschnitt achten. Als Direktkandidat trete ich auch für das Glockenbachviertel an, ein Schatzkästchen in der Münchner Stadtviertellandschaft. Die Strukturen der LGBTI-Szene, die aus dem Viertel gemacht haben, was es heute ist, müssen bei allem Wandel für die Zukunft wetterfest gemacht werden. Das betrifft die Szenetreffpunkte genauso wie die Atmosphäre. Niemand soll Angst haben müssen, sich öffentlich zu küssen oder Händchen zu halten. Homophobe Angriffe dürfen nicht passieren. Das bedeutet für mich innere Sicherheit. Die Schaffung eines/einer bayernweiten Beauftragten für LGBTIQ*- Lebensweisen gilt vielen als Minimalziel für die nächste Legislaturperiode. Wie stehen Sie dazu? FOTO: HANS THEISS Prof. Dr. med. Hans Theiss, Mitglied des Münchner Stadtrats Alles, was Diskriminierung in den Köpfen abbaut, halte ich für wichtig. Ein Beauftragter mag hierzu einen wichtigen Schritt darstellen, aber sicher nicht ein Maximalziel. Dies kann nur die Schaffung völliger Normalität im gegenseitigen Umgang sein. www.hans-theiss.de

FDP Manfred Krönauer LANDTAGSSTIMMKREIS 107 MÜNCHEN-RAMERSDORF LANDTAGSWAHL 7 FOTO: MANFRED KRÖNAUER Manfred Krönauer (43), Mitglied der FDP im Bezirksausschuss Bogenhausen Manfred Krönauer (43) ist Mitglied der FDP im Bezirksausschuss Bogenhausen. Die Schwerpunkte des Steuerberaters und Betriebsrats liegen in der Finanz-, Steuer- und Wirtschaftspolitik. Seit Jahren ein bekanntes Gesicht in der queeren Stadtpolitik, ist Krönauer zudem auch als Mitglied der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) gesellschaftspolitisch engagiert. Krönauer kandidiert in München- Ramersdorf. Welche politischen Ziele sind im Programm Ihrer Partei für LGBTIQ* vorgesehen? Wir wollen die die Bildungspolitik und die Lehrpläne modernisieren und an die verschiedenen, eben auch queeren Lebenswirklichkeiten anpassen. Insbesondere sollen Patchworkfamilien im Unterricht mehr Raum erhalten. Wir wollen Fortbildungsangebote für Lehrkräfte anpassen und ausbauen sowie Aufklärungs- und Toleranzprojekte in Schulen und der Jugendarbeit unterstützen und aktiv fördern. Wir wollen den Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität ergänzen und den Bedürfnissen von LSBTI* in der Pflege- und Altenhilfe gerecht werden. Die Schaffung eines/einer bayernweiten Beauftragten für LGBTIQ*-Lebensweisen gilt vielen als Minimalziel für die nächste Legislaturperiode. Wie stehen Sie dazu? Ich unterstütze die Forderung nach einem bayerischen Beauftragten für LSBTI*- Lebensweisen. Die FDP Bayern wird einen Aktionsplan gegen Homo-, Bi- und Transphobie initiieren und Förderprogramme für Diversity-Strategien in Unternehmen fördern sowie Diversity Management in bayerischen Behörden einführen. www.manfred-kroenauer.de FREIE WÄHLER Prof. Dr. Michael Piazolo LANDTAGSSTIMMKREIS 103 MÜNCHEN-GIESING Dr. Michael Piazolo (59) ist seit 2008 Mitglied des Landtags für die Partei „Freie Wähler“, ist deren bildungs- und hochschulpolitischer Sprecher sowie Vorsitzender des Landtagsausschusses Wissenschaft und Kunst. Einen Namen machte er sich als treibende Kraft diverser Volksbegehren, beispielsweise zur Abschaffung von Studiengebühren oder zur Verhinderung der 3. Startbahn des Münchner Flughafens. Welche politischen Ziele sind im Programm Ihrer Partei für LGBTIQ* vorgesehen? Für uns FREIE WÄHLER ist Maxime jeglichen Handelns das Grundgesetz. Danach darf niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Aufgabe der Politik ist es, die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit Verstöße dagegen geahndet werden können. Darüber hinaus sehe ich aber jeden Einzelnen gefordert, sich gegen Homo-, Transphobie und andere Arten von Diskriminierung einzusetzen. Das sollte unaufgeregt, aber bestimmt in der Sache und mit Selbstbewusstsein geschehen. Ein diskriminierungsfreies Zusammenleben muss selbstverständlich und nicht von geschlechtlichen Fragen abhängig sein. Das müssen wir vorleben und die Gesellschaft insgesamt sensibilisieren, noch bestehende Vorurteile gegen LGBTI endgültig abzubauen. Konkret fordere ich, dass die Ansprechpartner der LGBTI endlich zu Fachgesprächen in den Landtag eingeladen werden. Ein daraus entstehender bayerischer Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit wäre ein starkes politisches Signal. Bereits bestehende Angebote müssen zudem angemessen gefördert und ausgebaut werden. Die Schaffung eines/einer bayernweiten Beauftragten für LGBTIQ*-Lebensweisen gilt vielen als Minimalziel für die nächste Legislaturperiode. Wie stehen Sie dazu? Ich fände es sinnvoll, wenn es zentral eine solche Stelle gäbe, die darauf achtet, dass noch bestehende Einschränkungen abgebaut und keine Neuen aufgebaut werden. Ob jedoch ein solcher Beauftragter allein wirklich gesamtgesellschaftlich zu einer klaren Verbesserung der Akzeptanz der LGBTI-Community führen würde, bezweifle ich. Hier sollten alle politisch Verantwortlichen dafür sorgen, dass nicht nur in Großstädten, sondern in ganz Bayern genügend Beratungs- und Anlaufstellen für Mitglieder der LGBTI-Community verfügbar sind und jegliche Diskriminierung verhindert wird. www.michael-piazolo.de FOTO: MICHAEL PIAZOLO Dr. Michael Piazolo, seit 2008 Mitglied des Landtags

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.