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Leo Oktober 2018

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4 MÜNCHEN FOTOS:

4 MÜNCHEN FOTOS: MUNICHKYIVQUEER MÜNCHNER PATENPROGRAMM FÜR DIE UKRAINE Solidarität kennt KEINE GRENZEN Diesen Leitsatz hat sich die Kontaktgruppe MunichKyiv- Queer ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Im Rahmen des CSD 2012 gegründet, setzt sie sich speziell für die Menschenrechtssituation von LGBT in der Ukraine ein. Dank der Städtepartnerschaft zwischen Kiew und München ist in den letzten Jahren eine intensive Zusammenarbeit unter den Lesben-, Schwulen- und Trans*gruppen beider Städte entstanden, die sich unter anderem bei gegenseitigen Besuchen der Gay Prides, kulturellem Austausch, Fortbildungen und vielem mehr manifestiert. Doch mittlerweile reichen die gemeinsamen Projekte über Kiew hinaus in die gesamte Ukraine, denn hier ist die Situation für LGBT nach wie vor bedrohlich, offen queeres Leben keineswegs selbstverständlich. Um diskriminierungsfreie Räume zu schaffen, hatte die „Gay Alliance Ukraine“ sieben Kommunikationsund Kulturzentren, vergleichbar mit den Münchner Einrichtungen Sub oder LeTRa, gegründet. Diese sogenannten Queer Homes waren jedoch immer auf Förderung aus dem Ausland angewiesen. Nachdem diese 2016/17 ausgelaufen war, standen die Aktivisten und Aktivistinnen ohne ihre Begegnungszentren da. Das rief die Solidarität Münchner Szeneinstitutionen auf den Plan, wie zum Beispiel die des Lesbenchors Melodiva. Die Sängerinnen organisierten im Rahmen einer großen Radtour ein Kilometersponsoring, in dem Spender/-innen verpflichtet wurden, pro gefahrenen Kilometer eine bestimmte Summe einzuzahlen. So kamen am Ende über 3.000 Euro zusammen. Melodiva und ihre Mitfahrer/- innen haben damit die Miete für das Queer Home in der Industriestadt Krywyj Rih das ersten Jahr eingesammelt. „Einige von uns haben beim lesbisch-schwulen Chorfestival Various Voices im Mai in München den Chor aus Krywyj Rih gehört“, so Julia Schmitt, Mitinitiatorin der Aktion. „Die Begeisterung der Sänger*innen hat uns berührt!“ So war schnell klar, dass hier geholfen werden sollte. Auch das Queer Home in Odessa konnte dank einer privaten Münchner Einzelspende während des Odessa Pride Mitte August wiedereröffnet werden. Der Bedarf ist also groß – der Wille zu helfen auch. Daher soll jetzt unter Federführung von MunichKyivQueer eine Art Patenprogramm entstehen, das dauerhaft die Queer Homes am Leben halten soll. „Realistischerweise wollen wir erst mal zwei dieser Zentren fördern, Odessa und Krywyj Rih“, so Uwe Hagenberg, Sprecher der Kontaktgruppe und Ideengeber dieser Aktion. Er selbst war aber auch darüber überrascht, dass die Hilfe in den letzten Monaten schon großartig anlief: Insgesamt 7.000 Euro haben die Münchner/-innen bereits gespendet – Geld genug für je eine Jahresmiete. „Es ist sehr wichtig für uns, den Wandel, der in der Ukraine voll im Gange ist, voranzutreiben“, so Olena Ganich, Programmdirektorin der Gay Alliance Ukraine. „Dank des Münchner Patenprogramms haben die LSBTI- Communitys in zwei ukrainischen Städten nun wieder einen sicheren Ort, an dem sie sich treffen, gemeinsam an Aktionen arbeiten können, um die Menschenrechtssituation für Lesben, Schwule, Bi-, Trans*- und Inter*-Personen in der Ukraine zu verbessern.“ Wer sich für das Patenprogramm interessiert oder selbst dafür eine Spendenaktion ins Leben rufen möchte, wendet sich an Uwe Hagenberg, uwe@munichkyivqueer.org. Vielleicht kann München dazu beitragen, die Existenz weiterer Queer Homes zu sichern! *bm www.munichkyivqueer.org

LANDTAGSWAHL 5 LANDTAGSWAHLEN AM 14. OKTOBER BUNT? Wird Bayern endlich So viel Spannung, so viel Umbruch war selten in Bayern: Wenn am 14. Oktober der neue Landtag gewählt wird, könnten bis zu sieben Parteien im Maximilianeum vertreten sein. Ein „neues parlamentarisches Zeitalter“ (SZ) bräche an. Auch Lesben, Schwule, bi, trans* und inter* Menschen (LGBTIQ*) hoffen jetzt auf Fortschritte, denn in Sachen Gleichstellungspolitik ist Bayern bundesweit Schlusslicht. Ob queere Lebensweisen als Thema in Schulen und Bildungseinrichtungen, ob die Forderung nach einer bayernweiten Koordinierungsstelle oder zumindest eines Ansprechpartners/einer Ansprechpartnerin auf Landesebene, ob adäquate Hilfe für LGBTIQ*-Geflüchtete oder die Unterstützung bei der Umsetzung eines zeitgemäßen Transsexuellen- Gesetzes: Seit Jahren schmettert die CSU alle entsprechenden Anträge ab. Die gute Nachricht: Ihre Alleinherrschaft wird am 14. Oktober wohl ein Ende finden. Die schlechte: Bewirkt wird der Machtverlust nicht in erster Linie durch die Stärke linker und liberaler Gruppierungen, sondern durch den Druck der rechten AfD. Wie bereits 2008 werden die Christsozialen also auch 2018 eine Koalition eingehen müssen. Immerhin schließt die CSU ein Bündnis mit der AfD aus, tiefschwarz wird die Zukunft des Freistaats wohl nicht sein. Doch wie viel bunter diese neue Regierung Bayern macht, bleibt abzuwarten. Denn egal, wie welche Partei an der Seite der CSU regiert, und egal, wie leidenschaftlich ihre Vertreter/-innen für die Community kämpfen: Sie muss ein ordentliches Blatt in der Hand haben, will sie die LGBTIQ*-Karte erfolgreich ausspielen. Zur Erinnerung: Schon in der Legislaturperiode 2008 – 2013 konnte sich der Bündnispartner FDP mit queeren Forderungen nicht gegen die CSU durchsetzen. Die wiederum tut derzeit alles, um den rechten Flügel zu bedienen – und dass sie ausgerechnet bei LGBTIQ*-Themen nachgibt, ist schwer vorstellbar. Dennoch: Auch wenn Bayern am 14. Oktober queerpolitisch nicht umgekrempelt wird, lohnt es sich, dafür zu kämpfen, dass die Forderungen der Community präsent bleiben und im Landtag immer wieder auf die Tagesordnung gelangen. Wählen gehen lohnt – früher oder später! *bm In München... ist bunt das neue -blau. MÜNCHNER BANK muenchner-bank.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.