Aufrufe
vor 5 Jahren

Leo Oktober 2016

  • Text
  • Strasse
  • Szene
  • Maximilianstrasse
  • Kammerspiele
  • Konzert
  • Backstage
  • Gasteig
  • Reitknechtstrasse
  • Rosenheimer
  • Schwanthalerstrasse

Szene München 4 FOTO:

Szene München 4 FOTO: BERND MÜLLER gratuliert FOTO: VILMOS VERESS 30 Jahre Sub „OPEN HEARTS, OPEN ARMS“ Das Sub, schwules Kommunikationsund Kulturzentrum München, feiert sein 30-jähriges Bestehen. Wir sprachen mit dem aktuellen Vorstand über Geschichte, Erfolge und Herausforderungen für die Zukunft. WAS IST FÜR EUCH DER GRÖSSTE UNTERSCHIED ZWISCHEN DEM SUB DES JAHRES 1986 UND HEUTE? Als unsere Vorgänger 1986 den SchwuKK e. V. gegründet haben, ging es ja in erster Linie darum, alle Schwulengruppen der Stadt unter einem Dach zusammenzuführen. Als der Verein 1988 den Sub-Infoladen für schwule Männer ins Leben rief, verfügte schon dieses erste Zentrum über ein bis dahin beispielloses Programm in der Münchner Szene. Damals ging es vor allem darum, der Community eine Heimat zu geben, einen Schutzraum. Nach dreißig Jahren hat das Sub diese Schutzraumfunktion für schwule Männer zwar immer noch, als Treffpunkt und Aktionsplattform ist der Verein aber viel offener geworden für die gesamte Community und ihre Freundinnen und Freunde. Wir treten nach außen hin auch wieder deutlich politischer auf. WO SIEHT SICH DAS SUB INNERHALB DER QUEEREN COMMUNITY MÜN- CHENS? Das Sub ist und bleibt ein Kommunikations- und Kulturzentrum für schwule Männer in München. Wir setzen uns für alle schwulen Belange ein und sind das Sprachrohr der schwulen Community. Aber wir vernetzen uns auch vielfältig und wollen gemeinsam die Situation für sexuelle Minderheiten verbessern, aber auch für Eingesessene und Menschen mit Migrationshintergrund. Letztlich geht es um Menschenrechtsarbeit. VIELE KLAGEN, DIE SCHWULE SZENE WÜRDE IMMER KLEINER – WO IST DA PLATZ FÜR EIN SCHWULES ZENTRUM? Die schwule Szene wird ja nicht kleiner. Richtig ist: Bars, Klubs und Restaurants verschwinden. Das ist auch Folge unserer eigenen Erfolgsgeschichte: Die kommerzielle Szene ist offener geworden, junge Schwule schätzen sie, brauchen aber nicht mehr so viele Schutzräume. Die organisierte Szene dagegen ist sehr lebendig in München. Es gibt unzählige Vereine, Gruppen, Initiativen, in denen sich Schwule organisieren. Man muss nur mal ins Sub schauen, das platzt nach nur vier Jahren, in denen wir nun in der Müllerstraße 14 sind, schon wieder aus allen Nähten. Außerdem sind die Ansprüche an unsere Beratungsangebote in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. SCHWULE SCHEINEN IN DER MITTE DER GESELLSCHAFT ANGEKOMMEN ZU SEIN. WOFÜR MUSS EIN SUB HEUTE NOCH KÄMPFEN? Ein Coming-out ist auch heute noch für die meisten Betroffenen problematisch – vor allem für Jugendliche. Aber auch Altwerden ist für schwule Männer nicht einfach, daher unterstützt unsere Selbsthilfegruppe Gay & Gray ältere schwule Männer in der Szene. Mit der zunehmenden Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBT* ist in den vergangenen Jahren leider auch die Ablehnung „nichttraditioneller Lebensweisen“ vom Rande der Gesellschaft her wieder gestiegen, Homo- und Transphobie werden wieder salonfähig. Auf diese Probleme müssen wir aufmerksam machen und dagegen kämpfen. WELCHE AUFGABEN SEHT IHR KÜNFTIG AUF EUCH ZUKOMMEN? Vor Herausforderungen stellen das Sub die Auflösung der Szene im Viertel, die Flüchtlingskrise und die neuen homophoben Strömungen in der Gesellschaft. Gerade im Bereich Flüchtlingspolitik müssen wir noch viel tun. So überlegen wir, künftig auch Wohnangebote für Geflüchtete zu machen. Unser Motto „Open Hearts, Open Arms“ soll zeigen: Hass hat in der Münchner Community keinen Platz. WAS MUSS SICH TUN, DAMIT DIE SCHWULE SZENE EIN LEBENSWERTER ORT BLEIBT? Wir finden: Münchens Szene ist ein lebenswerter Ort. Aber natürlich gibt es auch bei uns Islamophobie, Fremdenhass, Vorbehalte, Jugendwahn und Ausgrenzung anderer je nach Status, Einkommen oder Aussehen. Dagegen wehren wir uns. Das Sub will ein Ort sein, an dem wir ein anderes Gesellschaftsmodell leben, ein Miteinander statt Gegeneinander. Dazu gehört auch, dass wir Meinungen, Dissens und Querköpfe in unseren eigenen Reihen aushalten. WAS WÜNSCHT IHR EUCH ZUM 30. GEBURTSTAG? Dass endlich wieder Vernunft in die Politik einkehrt, nicht nur in Deutschland. Hass und Ausgrenzung polarisieren die Gesellschaft und gefährden den sozialen Frieden. Und, dass die Bundesregierung endlich ihre Blockadehaltung beim Thema „Ehe für alle“ aufgibt. Nicht zuletzt hoffen wir, mit Blick auf Communitys, die wir in Honduras und der Ukraine unterstützen, dass sich ihre Situation verbessert. Wir werden das Unsere dazu tun! • Interview: Bernd Müller

5 Szene München QUEER IN DER ARBEITSWELT FOTO: RENÉ ZUIDERVELT DRESS UP! Am 22. Oktober treffen sich die Freunde vom „Breeches & Leather Uniform Fanclub“ (BLUF) in München. Der Abend beginnt ab 18 Uhr mit einem Fetisch-Dinner in der „Küche im Kraftwerk“ des Designhauses KARE, bevor der Münchner Löwen Club zur BLUF-Night in die Räume des UnderGround einlädt. Zu beiden Events sind Lederkerle herzlich willkommen. Während beim Dinner gelockerter Dresscode angesagt ist, herrscht in der MLC-Partylocation strenger Dresscode! Einlass ist von 21 bis 23 Uhr nur im vollständigen Outfit: Breeches, Lederuniformen, hohe Stiefel, Lederhemd, Krawatte, Sam-Brown-Gürtel, Handschuhe oder Motorradoutfits im Polizeistil. Infos und Reservierungen unter info@mlc-munich.de. •bm 22.10., 18 Uhr, Küche im Kraftwerk, Drygalski-Allee 25, und 21 Uhr, UnderGround, Machtlfingerstr. 29, www.mlc-munich.de Die städtische Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen lädt am 12. November zu einem Workshop, der sich dem Umgang mit der eigenen Identität in einem heterosexuellen Arbeitsumfeld widmet. Die Referenten Miriam Vath und Sebastian Kempf besprechen Fragen rund um Mobbing, Coming-out oder den eigenen Beitrag zur Unternehmenskultur. Anmeldeschluss ist der 28. Oktober, Infos und Anmeldung unter 089 233-25535 oder kgl.dir@muenchen.de. •bm 12.11., Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Blumenstr. 29, 10 Uhr, www.muenchen.de/koordinierungsstelle SCHWUL IN BERG AM LAIM In Berg am Laim hat sich kürzlich eine schwule Stadtteilgruppe gegründet. „Wir möchten uns dort engagieren, wo wir leben, wo wir wohnen“, so ihr Initiator Theo Kempf. Dazu sucht er schwule Männer aller Generationen, die das Leben in diesem Bezirk mitgestalten und sichtbar am sozialen, kulturellen und politischen Leben in Berg am Laim teilhaben wollen. Das Treffen findet jeden ersten Freitag im Stadtteilladen Baum 20 statt, Infos gibt es unter theo.kempf@gmx.de oder telefonisch im Stadtteilladen: 089 53295611. •bm 7.10., Baum 20, Baumkirchner Str. 20, 19 bis 21 Uhr

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.