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Leo März / April 2020

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Leo – queeres Stadtmagazin für München

18 POLITIK Marion

18 POLITIK Marion Lüttig (47), Bündnis 90/Die Grünen, Platz 21 FOTO: IRMGARD SINNESBICHLER „FEMINISMUS MUSS SEIN“ Marion Lüttig arbeitet bei der Münchner Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien. Die gelernte Waldorfpädagogin und Soziologin ist seit den 1990er-Jahren politisch aktiv – zunächst im Gewerkschaftsbereich, dann bei den Grünen, wo sie sich bis heute in der LAG Frauen- und Gleichstellungspolitik Bayern engagiert. Schon immer stand für sie die Frauenpolitik im Mittelpunkt. „Gleichstellungs- und LGBTIQ*-Politik ist ohne Feminismus nicht denkbar“, so die lesbische Mutter zweier Kinder. „Das Patriarchat ist auch in unserer Community überall spürbar und hindert uns in allen Emanzipationsbestrebungen.“ Als weiße Cis-Lesbe sei sie immer noch privilegiert gegenüber anderen Gruppen, woraus die Verpflichtung entstünde, eine Teilhabe für alle zu ermöglichen. Neben ihrem queer-feministischen Engagement ist Antidiskriminierungsarbeit im Bildungsbereich sowie die geschützte Unterbringung von LGBTIQ*-Geflüchteten ihr wichtigstes Anliegen. Außerdem Solidarität: „Wir brauchen keine gespaltene, sondern eine in ihrer Verschiedenheit einige Community.“ *bm „WIR SIND NICHT DER ANHANG VON LGBT*“ Patricia Schüttler ist Trans*Frau und verheiratet mit ihrer Gattin Sandra, die sie 2003 noch als Patrick geheiratet hatte. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins Trans-Ident, engagiert sich im Aufklärungsprojekt München und assistiert bei geschlechtsangleichenden Operationen von trans* Menschen. Hinter ihrem queerpolitischen Engagement steckt eigene Erfahrung: „Ich möchte, dass es die kommende Generation leichter hat und ihr qualifizierte Informationen zum Thema trans* zur Verfügung stehen.“ Dafür schult die gelernte Zahnärztin unter anderem Krankenschwestern oder Medizinstudenten und -studentinnen. Auf ihrer politischen Agenda stehen das Trans* Zentrum, Anti- Gewalt-Arbeit sowie verbindliche Fortbildungen und Schulungen zu diesem Thema. Auch die Sichtbarkeit von trans* Personen soll verbessert werden: „Wir sind kein Anhang von LGBT*!“, so Patricia Schüttler. Von München aus würde sie ihren Einfluss geltend machen auf Bayern, denn: „Es ist an der Zeit, überall mit dem trans* Thema reinzugehen – jetzt sind wir dran!“ *bm Patricia Schüttler (47), Rosa Liste, Platz 12 FOTO: PATRICIA SCHÜTTLER Beppo Brem (58), Bündnis 90/Die Grünen, Platz 22 FOTO: NIELS BAUER MITEINANDER ALS ZUKUNFTS- KONZEPT FÜR DIE COMMUNITY Als ehemaliger Vorsitzender der Münchner Grünen hätte sich Beppo Brem sicher einen besseren Listenplatz als den 22. gewünscht. Aber er nimmt es sportlich. Kein Wunder, denn als Vorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV), Mitinitiator der EuroGames 2004 und langjähriger Vorstand des queeren Multisportvereins Team München ist er ein ausgewiesener Sportexperte, dessen weitere Schwerpunkte in den Bereichen Arbeit und Wirtschaft sowie Digitalisierung liegen. Eine andere Qualität für den sportlichen Erfolg sieht Beppo Brem auch für die Zukunft der Community: Er wünscht sich mehr Miteinander. „Mittlerweile gibt es für jedes Interesse eine Organisation. Das ist toll, es besteht aber auch die Gefahr, dass die Menschen nur um ihren eigenen Buchstaben kreisen.“ Außerdem möchte der Nachhaltigkeitsmanager alles dafür tun, dass sich mehr queere Personen beruflich outen und in Unternehmen, Vereinen und Institutionen als gutes Beispiel vorangehen. „Die neue Generation Queers soll Lust haben, sich für ihre Rechte zu engagieren – dafür mache ich mich gerne stark.“ *bm AUF EINEN PROSECCO MIT BEPPO Stadtratskandidat Beppo Brem lädt am Freitag, 13. März um 18 Uhr zum Meet & Greet mit Prosecco und Bio- Waldmeister-Eis in Münchens erstes klimaneutrales Eiscafé. Wähler*in trifft Politiker*in. Wir reden über Stadtpolitik, übers Leben, über Gegenwart und Zukunft, über das Gute und das Verbesserungswürdige in unserer Stadt. Einfach vorbeikommen. Eiscafé Eismeer, Pestalozzistr. 21, Glockenbachviertel.

WÄHLEN, UND ZWAR RICHTIG! ! POLITIK 19 Das Verfahren zur Kommunalwahl ist sehr demokratisch, aber auch sehr kompliziert. Schnell werden ganze Stimmzettel ungültig, weil einfache Fehler passieren. Wir erklären euch, worauf ihr beim Wählen achten solltet. Bei der Stadtratswahl in München hat jeder/r 80 Stimmen – soviel Sitze, wie es im Rathaus zu besetzen gilt. ACHTUNG Beim Panaschieren und Kumulieren der kann man sich leicht verzählen. Werden mehr als 80 Stimmen vergeben, ist der gesamte Wahlzettel ungültig! LISTENWAHL Die einfachste Version: Du kreuzt das Kästchen bei einer Partei an, so bekommt eine Liste alle 80 Stimmen, die auf die KandidatInnen verteilt werden. PANASCHIEREN Du kannst gezielt einzelne KandidatInnen quer durch alle Listen ankreuzen. Wenn du nicht alle 80 Stimmen auf diese Weise verteilen magst, gib einer Partei ein Listenkreuz, dann werden deine nicht vergebenen Reststimmen ihr zugesprochen. KUMULIEREN Du kannst einem/einer einzelnen Kandidat/in bis zu drei Stimmen geben. Schreibe dazu die betreffende Zahl in das Kästchen neben dem Namen. 3 2 Bei der Oberbürgermeisterwahl hast du einen eigenen Stimmzettel und nur eine Stimme. Gewählt ist, wer die absolute Mehrheit erhält. Ist das im ersten Wahlgang nicht der Fall, erfolgt 14 Tage später eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten. TIPP Die Fachstelle für Demokratie hat ein Infoangebot zusammengestellt, das auf lockere Art über die Aufgaben der Stadtverwaltung, des Oberbürgermeisters und auch über den Ablauf der Wahlen aufklärt. Klickt euch rein: muenchenwaehlt.de *bm Foto: Hajü Staudt QUEER MUT C. Stamm mit Regenbogen-Vater Thorsten Geerken (Liste 14 | Platz 37) Eva Apfl und Claudia Stamm Foto: Frank Zuber mut-Kandidierende für queere Themen u.a. STEPHANIE DILBA Platz 1 CLAUDIA STAMM Platz 2 EVA APFL Platz 5 Für echte VIELFALT im Münchner Stadtrat am 15. März mut Liste 14 wählen!

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.