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Leo März / April 2020

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Leo – queeres Stadtmagazin für München

16 POLITIK Christian

16 POLITIK Christian Vorländer (46), SPD, Platz 5 FOTO: SUSIE KNOLL „Unsere queere Freiheit ist in Gefahr“ Christian Vorländer (46) ist Rechtsanwalt/Strafverteidiger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Münchner SPD, Fachsprecher für Lesben und Schwule (LGBTI*) sowie Fachsprecher gegen Rechtsextremismus. Herr Vorländer, die SPD hat bei den Landtagswahlen 2018 deutlich Stimmen eingebüßt, auch in München sieht die Prognose für Ihre Partei eher düster aus. Wie sehr zittern die Genossinnen und Genossen vor dem 15. März? Wir zittern nicht, wir sind kämpferisch und zuversichtlich, weil wir München seit Jahrzehnten erfolgreich regieren und alles tun, damit unsere Stadt sozial, bunt und vielfältig bleibt. Ich lese aus den jüngsten Umfragen heraus, dass wir alle Chancen haben, die stärkste und bestimmende Kraft in München zu bleiben. Rot/Grün/Rosa verlor 2014 nach vielen Jahren die Mehrheit. Wie haben sich die letzten Jahre in der Koalition mit der CSU angefühlt? Es war ja nie eine echte Koalition, sondern eher eine Kooperation. Was den Bereich der LGBTI*-Politik anbelangt, habe ich von Anfang an sehr eng mit Grünen und Rosa Liste zusammengearbeitet, um mit zahlreichen, gemeinsamen Anträgen unsere Angebote für die Community erfolgreich weiterzuentwickeln. Was war innerhalb des schwarzroten Regierungsbündnisses für die LGBTIQ*-Szene rauszuholen? Sehr viel. Ich nenne nur beispielhaft die Realisierung des von Dieter Reiter versprochenen Lesbenzentrums. Außerdem haben wir neue Räume für das diversity Jugendzentrum gefunden, die Betreuung für LGBTI*-Geflüchtete auf- und ausgebaut. Es gibt eine Beratungsstelle für Regenbogenfamilien sowie die Trans*Inter*Beratungsstelle. Die SPD- Fraktion hatte zudem zum 50. Jahrestag der Stonewall-Unruhen durchgesetzt, alle Trams und Busse zur Pride-Week mit Regenbogenfahnen zu schmücken. Genauso freue ich mich über die von meinem Kolleg_innen initiierten und von uns selbstverständlich gern mitbeschlossenen Ampelpärchen, die inzwischen dauerhaft installiert sind. Es gibt viel queere Konkurrenz in vielen Parteien – womit können die SPD-Kandidaten und -Kandidatinnen überzeugen? Mit Micky Wenngatz und mir befinden sich auf den vorderen Plätzen unserer Liste zwei sehr profilierte Personen, die dafür bekannt sind, sich seit vielen Jahren nachhaltig und glaubwürdig für die Belange der LGBTI*-Community und übrigens auch gegen Rechtsextremismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit zu engagieren. An allen erzielten Fortschritten für die Community habe ich gemeinsam mit anderen entscheidend mitgewirkt. Um es „blumig“ zu sagen: Unser Herz schlägt für den Regenbogen – bei jedem Wetter! Wo sieht die SPD Handlungsbedarf beim Blick auf die LGBTIQ*-Szene? Eine konkrete Herausforderung ist für mich die verstärkte Aufklärung sowie ein Ausbau der Hilfs- und Beratungsangebote im Bildungsbereich – die letzte Schulklimabefragung hat bekanntlich erschreckende Erkenntnisse zutage gefördert. Außerdem setze ich mich für die Anerkennung der LGBTI*-Geflüchteten als vulnerable Gruppe ein – das ist Verpflichtung für unsere Stadt, die sich auch auf unsere Initiative hin dem Bündnis der Kommunen „Sicherer Hafen“ angeschlossen hat. Auch ganz grundsätzlich bleibt viel zu tun: Rechtsextremes, menschenfeindliches und homophobes Gedankengut ist wieder bis in die Mitte der Gesellschaft hinein salonfähig geworden. Vorurteile, Hass und Gewalt gegenüber Schwulen, Lesben und Trans* sind auch in unserer Stadt zunehmend traurige Realität. Unsere queere Freiheit ist in Gefahr und es zeigt sich, dass unsere Errungenschaften auf dünnem Eis stehen. Deshalb darf der Kampf für Gleichstellung und Akzeptanz niemals aufhören. *Interview: Bernd Müller

DIE COMMUNITY LEBENDIG HALTEN Michael Mattar war insgesamt 12 Jahre Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus. Bei dieser Wahl lässt er jedoch zehn jüngeren KandidatInnen den Vortritt. „Wenn ich aber nach vorn gehäufelt werde, nehme ich das Ergebnis gerne an“, so der Unternehmensberater. In seiner Polit-Karriere hat er sich für Stadtentwicklung, Wohnen, Wirtschaft und Finanzen und als offen schwuler Stadtrat natürlich auch für LGBTIQ* stark gemacht. In den interfraktionellen Anträgen zu queeren Themen stimmte er mit der FDP dafür, dass in der Community zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt werden konnten. „Als 2017 die „Ehe für Alle“ eingeführt wurde, habe ich außerdem durchgesetzt, dass es keine zusätzliche Gebühren bei der Umschreibung gab.“ Für die Zukunft steht bei ihm die Hilfe für queere Geflüchtete und eine Verbesserung der Situation von trans* Menschen ganz oben auf der Agenda. Nicht zuletzt will er ein Auge auch auf die kommerzielle Szene haben, denn: „Für den Tourismusstandort München ist eine lebendige Community ein wichtiger Faktor.“ *bm Michael Mattar (66), FDP, Platz 11 POLITIK 17 **Korrektur** In der letzten LEO-Ausgabe hatten wir behauptet, Thomas Lechner (Die Linke) sei 2020 der erste offen schwule Oberbürgermeister-Kandidat in München. Das ist nicht richtig. Michael Mattar war bereits 2008 und 2014 für die FDP für dieses Amt angetreten. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen. FOTO: RAINER KURZEDER Arne Brach (42), Bündnis 90/Die Grünen, Platz 26 FOTO: ELIAS KEILHAUER REGENBOGENFLAGGEN NICHT NUR ZUM CSD HISSEN Als ehemaliger Barbesitzer und aktiver Partyveranstalter („Jenny tanzt“) ist Arne Brach der Szene wohlbekannt. Seit 2014 engagiert er sich im Bezirksausschuss 2 und ist mittlerweile Referent in der Fraktion der Grünen des Bayerischen Landtags. Am 15. März kandidiert er abermals für den Bezirksausschuss und erstmals für den Stadtrat. Seine Schwerpunktthemen sind Queerpolitik, Tierschutz und Ernährung. Für die Community steht bei ihm das Thema Bildung und die Stärkung entsprechender (Jugend-)Initiativen an oberster Stelle. Der zunehmenden Gewalt gegen LGBTI* soll die Stadt unter anderem mit einer Schnittstelle zwischen dem Anti-Gewalt-Projekt und der Münchner Polizei entgegenwirken. Queeren Geflüchteten muss auf städtischer Ebene schnell und effektiv geholfen werden. Arne Brach ist überzeugt, dass München für LGBTI* ein gutes Pflaster bleibt, nicht zuletzt, „weil das der queerste Stadtrat wird, den München je gesehen hat“. Auch das soll für mehr LGBTI*-Sichtbarkeit sorgen, denn: „Regenbogenflaggen muss man nicht nur zum CSD hissen!“ *bm Eure queerpolitischen Stimmen in den Stadtrat. In unserer Vision ist München eine soziale und solidarische Regenbogenstadt, in der wir uns gemeinsam für das gute Leben für alle engagieren. Rita Braaz Platz 5 auf der Liste DIE LINKE Thomas Lechner OB-Kandidat & Platz 4 Deshalb bitten wir Euch, gebt uns jeweils 3 Stimmen und macht Euer Kreuz auf der Liste DIE LINKE, damit wir ab 2020 gemeinsam mit Euch Bewegung und starke queerpolitische Stimmen in den Münchner Stadtrat bringen.

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.