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Leo März / April 2020

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Leo – queeres Stadtmagazin für München

14 POLITIK Dominik

14 POLITIK Dominik Krause (29) , Bündnis 90/Die Grünen, Platz 4 „Wir stehen für die Themen, die immer akuter werden“ FOTO: ANDREAS GREGOR Dominik Krause (29) ist Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in München. Der Physiker ist noch immer der jüngste Stadtrat und kandidiert auf Listenplatz 4. Seine Schwerpunkte sind Menschen- und Bürger/-innenrechte, Antifaschismus sowie Energie- und Umweltpolitik. Herr Krause, „München duftet nach Veränderung“ titelte kürzlich ein Münchner Online-Magazin. Stimmen Sie dem zu? Ja, denn München hat viele Herausforderungen zu meistern, und dafür müssen Veränderungen her. Die müssen zumeist mit Augenmaß durchgeführt werden, doch bei manchen Themen, vor allem dem Klimaschutz, muss sich auch schnell was tun. Um im Bild zu bleiben: Ist es der Duft von Sonnenblumen, den die Münchner/-innen wahrnehmen? Das hoffen wir! Die Große Koalition hat München nicht gutgetan, CSU und SPD haben vieles vor sich hergeschoben. Gerade Klimaziele wurden zwar propagiert, aber nicht von den notwendigen Maßnahmen begleitet – das war jahrelang Schaufensterpolitik. Jetzt erleben wir gerade von Dieter Reiter eine Art Torschlusspanik, bei der das, was nach der Landtagswahl noch als „grüne Fantasien“ bespöttelt wurde, nun doch auf den Weg gebracht wird. Mit welchen Themen wollen die Grünen am 15. März punkten? Unsere wichtigsten Politikfelder sind in aller Kürze: Verkehr (Fußgänger und Radverkehr sowie den ÖPNV stärken), Wohnen (mehr bezahlbarer Wohnraum, gern nach Wiener Vorbild), Klimaschutz (München muss bis 2035 klimaneutral werden) und der Kampf gegen rechts (für eine starke Stadtgesellschaft mit klarer politischer Kante gegen AfD & Co.). 2020 wollen die Grünen stärkste Kraft im Rathaus werden. Woher nimmt die Partei diesen Optimismus? Bei den letzten Wahlen zum Landtag und zum EU-Parlament waren wir in München stärkste Kraft. Das bedeutet für mich, dass die Themen, für die wir stehen, immer akuter werden. Wir haben zudem die klarste Haltung gegen den Rechtsruck. Daher sind wir für immer mehr Menschen vertrauenswürdig, und das macht mich auch für die Kommunalwahl optimistisch. Sechs Jahre war Ihre Partei in der Opposition: Was ist in dieser Zeit für LGBTIQ* vorangegangen? Eine Menge – nicht zuletzt aufgrund unseres Inputs. Zum Beispiel wurde das diversity Café ermöglicht. Außerdem wurden das Lesbenzentrum und die Fachstelle Regenbogenfamilien sowie die Trans*Inter*Beratungsstelle eingerichtet. Aber: Es ging alles nicht so schnell, wie es möglich gewesen wäre. Gerade mit der SPD war manchmal nur die kleine Lösung möglich. Womit wollen Sie die queere Wählerschaft am 15. März begeistern? Es sind vor allem vier Themenfelder, die im Vordergrund stehen. Erstens: Nach der Schulklimabefragung müssen wir Bildungsarbeit und entsprechende Projekte stärken. Im Schulreferat soll zudem eine Stelle geschaffen werden, um queere Themen einzubringen und auch in den Kitas muss man sich rechtzeitig kümmern. Zweitens: LGBTIQ*-feindliche Übergriffe nehmen zu, aber es gibt keine ausreichende Dokumentation – wir fordern eine polizeiliche Statistik und in jeder Polizeiinspektion eine entsprechende Kontaktstelle. Zum Dritten muss Sichtbarkeit für alle Lebensformen unter dem Regenbogen erreicht werden – vor allem für trans* Menschen, die von dieser Gewalt am meisten betroffen sind. Und nicht zuletzt muss die Situation LGBTIQ- Geflüchteter rasch verbessert werden – solange Bayern zögert, muss München reagieren und die Anzahl der geschützten Wohnplätze den Bedarfen anpassen. Wie sehen Sie die Zukunft für LGBTIQ* in München? Noch besser, als es schon ist. Die queerpolitische Leuchtturmfunktion, die München in vielerlei Hinsicht bundesweit erarbeitet hat, wollen wir erhalten und ausbauen. *Interview: Bernd Müller

Micky Wenngatz (59), SPD, Platz 10 GEGEN UNGERECH- TIGKEIT KÄMPFEN Als Schülerin outete sie sich als lesbisch und flog darauf vom Mädcheninternat. Eine Erfahrung, die sie prägte: „Wenn mir eines zutiefst gegen den Strich geht, ist das Ungerechtigkeit“, so Micky Wenngatz, die Stellvertretende Vorsitzende der SPD München, Vorsitzende des Vereins München ist bunt! e.V. sowie der SPD-Frauen in München und Bayern ist. Neuen Schwung erhielt ihr Kampfgeist durch das Wiedererstarken der Rechten, „denn das geht immer einher mit Antifeminismus und Homophobie.“ In der Münchner Szene und der Politik fehlt ihr Sensibilität für die Bedarfe lesbischer Frauen. Außerdem sollen queere Refugees unterstützt sowie Schulen und Kindergärten für die Welt jenseits der Heteronormativität sensibilisiert werden. Da die Angestellte im öffentlichen Dienst neun Jahre als persönliche Referentin für Bürgermeisterin Christine Strobl arbeitete, kennt sie sich im Rathaus bestens aus. Eine Erfahrung, mit der sie kommunalpolitisch punkten und ihre Interessen durchsetzen will: „Ich bin mit dem Spiel zwischen Politik und Verwaltung gut vertraut!“ *bm FOTO: SUSIE KNOLL Rita Braaz (57), Die Linke, Platz 5 FOTO: DOMINIK PARZINGER „ICH BIN ALS FEMINISTIN ZUR WELT GEKOMMEN“ In der Community ist Rita Braaz eine bekannte Größe: Die ehemalige CSD-Pressesprecherin war 15 Jahre Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit bei LeTra und nicht zuletzt zwei Mal Frontfrau bei den Kommunalwahlen für die Rosa Liste. Am 15. März tritt sie jedoch als parteilose Kandidatin für Die Linke an, denn hier sieht sie die logische Fortführung ihrer politischen Interessen und den besseren Ort, um ihre „Herzensthemen gut politisch umzusetzen“. Diese sind breit gefächert: Neben dem Kampf gegen den Rechtsruck geht es der Selbstverteidigungstrainerin um bezahlbares Wohnen, gute Pflege, soziale Gerechtigkeit sowie um Gleichstellung für Frauen und alle Minderheiten. Die Infrastruktur für LGBTIQ* soll ausgebaut werden, das Trans*Zentrum kommen, das diversity Jugendzentrum bestärkt sowie Migranten, Migrantinnen und Geflüchtete besser versorgt werden. Vor allem an Schulen soll eine Kultur der Gewalt- und Diskriminierungsfreiheit Einzug halten. All diese Maßnahmen möchte sie mit ihrem lesbisch-feministischen Herzen verbinden: „Ich bin nun mal als Feministin zur Welt gekommen!“ *bm

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.