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Leo Januar/Februar 2021

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10 MÜNCHEN Verhinderte

10 MÜNCHEN Verhinderte Hoheiten 2020 konnten auch die in der Szene gewählten Hoheiten ihr herrschaftliches Amt nur beschränkt ausüben. Die Weißwurstchristl (Maikönigin 2020) und Benji Waters (amtierender Bavarian Mr. Leather) über ihr leider wenig glamouröses Coronajahr. „Ein bisschen Freiheit wäre schön“ Schon meine Wahl am 30. April war ungewöhnlich, weil wir sie nur online durchführen konnten – aber wir wollten der Community etwas bieten! Das hat auch geklappt, aber danach kam nicht mehr viel: Ein Biergartentreff im Krablergarten und ein Auftritt bei der Wirtshauswiesn im Self, mehr war nicht drin. Und der Typ für Online-Aktionen bin ich als einfaches Kind vom Lande eher nicht. Aber ich habe meinen guten FOTO: BERND MÜLLER Draht zu Betty Pearl in Kufstein genutzt, um einige nette Duette einzusingen, die kann man auf Facebook und YouTube sehen. Mir gehen die persönlichen Begegnungen schon ab, nicht nur als Maikönigin, sondern auch privat. Aber ich komme damit klar. Eine Weißwurst vereinsamt nicht – und irgendein Händlmaier ist ja immer in der Nähe! „Eine Weißwurst vereinsamt nicht“ Ich wurde ja an dem Abend gewählt, an dem der Lockdown für das Frühjahr verkündet wurde. In der Nacht waren wir noch unterwegs, danach kam nicht mehr viel. Beim Münchner CSD war ich präsent und konnte auch bei den CSDs in Nürnberg und in Salzburg dabei sein. Insgesamt bin ich schon enttäuscht, dass nicht viel ging. Aber immerhin war ich über Facebook und Instagram präsent, wo man leider nicht allzu viel Inhalte rüberbringt. Die Coronazeit nagt an mir, weil vor allem das Socializing fehlt. Ich habe dafür mein Motorrad auf Ganzjahreskennzeichen umgemeldet. Ein bisschen Freiheit wäre schön und ich möchte, sobald es möglich ist, diese Freiheit genießen. Sollte es im März keine Wahl geben, werde ich das Amt auch 2021 übernehmen. FOTO: IVAN VALENTIN NEUE LGBTIQ*-STUDIE Wohnungslos – heimatlos Die Situation von wohnungslosen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und inter* Menschen war bisher kaum Thema in der Community. Die Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ* hat jetzt gemeinsam mit dem städtischen Sozialreferat eine Studie zur Situation dieser Klientel vorgestellt. Das wenig überraschende Ergebnis: Viele von ihnen erleben in entsprechenden Unterkünften Diskriminierung oder sogar Gewalt und benötigen daher besonderen Schutz. Doch die Einrichtungen sind darauf nicht ausreichend vorbereitet. Obwohl bei den Fachkräften ein Problembewusstsein durchaus vorhanden ist, fehlen spezifisches Wissen, Qualitätsstandards oder klare Aussagen zu Antidiskriminierungshaltungen. „Angesichts der Gewalt- und Ausgrenzungssituation erscheint ein geplantes, strategisches Vorgehens dringend notwendig“, so Andreas Unterforsthuber, Leiter der Koordinierungsstelle. „Ein eigenes sozialarbeiterisches Angebot für LGBTI*-Wohnungslose muss übrigens auch in der Community noch installiert werden.“ Der Münchner Stadtrat hat bereits reagiert und die Umsetzung der dort Empfehlungen innerhalb eines Jahres gefordert. *bm Die Studie ist als PDF downloadbar: www.muenchen.de/koordinierungsstelle FOTO: MUENCHEN.DE

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.