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Leo Januar/Februar 2020

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FOTO: PRINZMED

FOTO: PRINZMED NACHGEFRAGT DR. MED. NILS POSTEL ZUM THEMA STI Checkpoint München Lindwurmstr. 71 | 1. Stock Mo, Mi und Do 17 bis 20 Uhr checkpoint@muenchner-aidshilfe.de Die HIV-Neuinfektionszahlen in Deutschland sinken – besonders unter Homosexuellen – weiter. Dafür nehmen die Infektionen mit übertragbare Krankheiten (STI) wie Tripper und Syphilis zu. Wir fragten bei Dr. med. Nils Postel am Sendlinger-Tor-Platz nach, wie die Situation in München aussieht und was er rät. *ck Haben wir bald alle Syphilis? Tatsächlich ist die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen in Deutschland im Jahr 2018 gegenüber 2017 von 2.500 auf 2.400 leicht gesunken. Anders bei der Syphilis: in den Jahren 2017 und 2018 – für 2019 liegen noch keine Zahlen vor – waren die Erkrankungsfälle so hoch wie noch nie seit Beginn der HIV-Epidemie. Am höchsten sind die Erkrankungszahlen erwartungsgemäß in den Großstädten. In München gab es im vorvergangenen Jahr 29,1 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das sind weniger als in Berlin, Köln und Frankfurt/Main, aber mehr als in Hamburg. Für andere bakterielle sexuell übertragbare Erkrankungen gibt es keine Zahlen, weil diese nicht meldepflichtig sind. Wie sieht die Situation mit den STI in Ihrem Praxisalltag aus? Ich sehe in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme von symptomatischen STI. Dies ist auch logisch, da schwule Männer immer weniger Lust haben, Kondome zu verwenden. Interessanterweise finden sich unter HIV-Positiven weniger STI als unter PrEP-Nutzern – obwohl beide sich nicht (mehr) vor einer HIV- Infektion fürchten müssen. Bedauerlich finde ich, dass die Hepatitis C-Fälle nicht abnehmen, obwohl wir seit mehreren Jahren eine nebenwirkungsfreie und heilende Therapie zur Verfügung haben. Hier müssen wir deutlich besser werden. Sollen wir weniger Sex haben, oder uns häufiger testen lassen? Wir sollten keinesfalls weniger Sex haben! Eine lustvolle Sexualität ist wichtig für die seelische Gesundheit. Der Rat, auf Sex zu verzichten ist außerdem sinnlos, da die Ausübung von Sexualität nur bedingt der Vernunft unterliegt – das macht sexuell übertragene Infektionen aus Sicht des Krankheitserregers ja so erfolgreich. Aber Sexualität sollte möglichst verantwortungsbewusst gelebt werden. Jeder sollte sich eine Strategie überlegen, wie das aussehen kann. Zum Beispiel: ich möchte möglichst oft ein Kondom benutzen, ich kenne die Übertragungswege der einzelnen Erreger, ich lasse mich mindestens einmal jährlich auf HIV, Hepatitis C und Syphilis testen, etc. Und das allerwichtigste: ich suche mir einen Arzt, mit dem ich völlig offen über meine individuelle Sexualität reden kann und erarbeite mir mit ihm zusammen eine für mich passende Präventionsstrategie. prinzmed – Dr. med. Nils Postel, Sendlinger-Tor-Platz 8, München, 089 548843780, www.prinzmed.de

WENIGER LAST MEHR LUST Zu wissen was alles in deiner HIV-Therapie steckt, kann dich gelassener machen. Sprich mit deinem Arzt, was für dich und dein langfristig gesundes Leben am Besten ist. WENIGER HIV MEHR DU Mehr Infos unter LiVLife.de PM-DE-HVU-ADVT-190031 Okt 2019

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.