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Leo Januar/Februar 2020

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FOTO: BETHEL FATH LA

FOTO: BETHEL FATH LA DONNA È MOBILE RIGOLETTO OPER VON GIUSEPPE VERDI AB 30.1.2020 Uraufführung NICHT DEN KOPF VERLIEREN SALOME TANZ BALLETT VON EYAL DADON AB 28.2.2020 Tickets I Tel +49 (0)89 2185 1960 www.gaertnerplatztheater.de INTERVIEW Die Stadt gegen rechts stark machen, Brücken bauen Thomas Lechner (57) ist Konzertveranstalter und erlangte in den letzten Jahren Bekanntheit durch die Organisation von Großdemos wie „Ausgehetzt“. Mit seiner Agentur „Queerbeat“ ist er seit vielen Jahren auch eine feste Größe in der Münchner LGBTIQ*-Community. Er selbst ist parteilos und zieht als erster offen schwuler Kandidat in der Stadtgeschichte auf der Liste der Linken in den OB-Wahlkampf.

Thomas, wie bist du vom Konzert- und Partyveranstalter zum Politiker geworden? Ich war ja nie „nur“ Veranstalter. Meine Events fanden immer unter der Perspektive statt, Diversität in der Gesellschaft zu fördern, Antidiskriminierungsarbeit zu leisten und Teilhabe zu ermöglichen. Warum wird es jetzt für dich Zeit, politisch aktiv zu werden? Als schwuler Mann mit Diskriminierungserfahrung konnte ich mir früher nicht vorstellen, dass wir gesellschaftlich jemals so gut dastehen würden wie heute. Man sieht, wir können ganz viel bewegen und sind in der Gesellschaft mittlerweile so angekommen, dass wir quasi verpflichtet sind, uns selbst an ihrer Gestaltung zu beteiligen und uns aktiv gegen die Diskriminierung anderer einzusetzen. Da nehme ich mich natürlich nicht aus. Gab es einen Auslöser für dein Engagement als OB-Kandidat? Das war der Aufstieg des Rechtsradikalismus in Deutschland. Jemand hat einmal den Begriff des „präfaschistischen Moments“ geprägt, in dem wir zurzeit leben. Dem stimme ich zu. Es kann zu einer autokratischfaschistischen Entwicklung kommen, auch wenn diese anders daherkommt als in den 1920er- und 30er-Jahren. Wir müssen die Alarmsignale jetzt ernst nehmen und unsere Demokratie retten. Wie kam es zur Kandidatur bei der Linken? Ich selbst hatte nie ein allzu großes Interesse an Parteien und deren Strukturen und war immer eher zivilgesellschaftlich engagiert. Aber ich wurde im Dezember letzten Jahres von deren KreissprecherInnen angefragt und fand es dann doch interessant, als parteiloser Kandidat an der Seite der Linken zu stehen und eigenständig Akzente setzen zu können. Nicht zuletzt haben viele Gruppierungen in München mein Tun der letzten Jahre beobachtet und hören mir zu. Diesen Bonus will ich nutzen. Was sind deine Themen im OB-Wahlkampf? Die drei wichtigsten Themen für mich sind zum einen der Klimaschutz, wo auch auf Stadtebene mehr passieren muss, wie beim ÖPNV. Dann möchte ich die Wohnungsnot bekämpfen und eine solidarische Stadtgesellschaft fördern, die sich vor Angriffen von außen, vor allem von rechts, schützen kann. Inwiefern könnte die LGBTIQ*-Community von einem offen schwulen OB profitieren? Natürlich liegt mir die Community sehr am Herzen: Ich möchte die trans* Community in den Fokus rücken, wozu auch die Einrichtung eines trans* Zentrums gehört, außerdem die Jugendstrukturen stärken: Das diversity Jugendzentrum ist inzwischen zwar besser aufgestellt, aber ich sehe weiteres Potenzial hin zu einem wirklich selbstbestimmten und selbstverwalteten Jugendzentrum. Nicht zuletzt muss die Situation queerer Geflüchteter dringend verbessert werden. Und bei allem Fokus auf LGBTIQ*-Themen ist es mir wichtig, Brücken zu schlagen, das heißt: keinen queeren Egoismus fördern, sondern diese Szene mit anderen gesellschaftlichen Kräften zu verlinken. *Interview: Bernd Müller

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.