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Leo Januar/Februar 2020

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12 SZENE INTERVIEW

12 SZENE INTERVIEW München soll weltoffen, bunt und frei bleiben Katrin Habenschaden (41) ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat. Die gebürtige Nürnbergerin ist Diplombetriebswirtin und kam vor rund zwanzig Jahren nach München, wo sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern bis heute lebt. 2009 trat sie bei den Grünen ein und sitzt für die Partei seit 2013 im Münchner Stadtrat. Frau Habenschaden, welche Schwerpunktthemen beschäftigen Sie in Ihrer politischen Arbeit? Da ist vor allem der Verkehr, den wir so gestalten müssen, dass alle wieder schneller vorankommen in unserer Stadt. Das bedeutet: den ÖPNV und die Radinfrastruktur massiv ausbauen, damit möglichst viele aus Überzeugung ihr Auto stehen lassen. Dann natürlich bezahlbares Wohnen, die größte soziale Frage in unserer Stadt seit dem Krieg. Weil die Parks und Grünflächen ganz essenziell sind für Münchens Charme, wollen wir diese natürlich bewahren und wo möglich ausweiten. Was mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist unsere bunte und weltoffene Stadtgesellschaft, die wir entschieden gegen rechts verteidigen müssen. Unser Wahlprogramm hat ein Meta-Thema, das sich durch alle Themen wie ein roter Faden zieht: Das ist der Klima- und Umweltschutz, die größte Herausforderung für unsere Generation. Gemeinschaftspraxis am Isartor Innere Medizin · Allgemeinmedizin · Infektiologie · Männermedizin Dr. med. Werner Becker · Dr. med. Ramona Pauli · Dr. med. Marcel Lee Wir testen alles. Wir behandeln alles. Anonymer HIV-Test. STI-Screening. PrEP. Tel. 0 89 - 22 92 16 Labortermine zu allen unseren Zeiten möglich Telefonsprechstunde täglich von 12-13 Uhr Isartorplatz 6 · 80331 München · www.isarpraxis.de

Welche Berührungspunkte hatten Sie bisher zur LGBTIQ*-Community? Queer-Politik gehört zur DNA von uns Grünen. Seit unserer Gründung setzen wir uns für die Rechte von LGBTIQ*s ein. Das gilt natürlich auch für mich selbst. Beim Kampf für gemeinsame Anliegen ergeben sich da natürlich zahlreiche Berührungspunkte. Mit den vielen verschiedenen Einrichtungen und Institutionen der Münchner Szene, aber auch innerhalb unserer Partei, in der die Community stark FOTO: ANDREAS GREGOR vertreten ist. Im Stadtrat bilden wir seit dem Einzug der Rosa Liste ins Rathaus vor 23 Jahren eine Fraktionsgemeinschaft. Und bei der kommenden Stadtratswahl sind circa ein Viertel der Kandidat*innen LGBTIQ*s. Wie sehen Sie die Situation von Lesben, Schwulen, bi, trans* oder inter* Menschen in München? Die Situation ist verbesserungsbedürftig. Dass immer noch regelmäßig Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Opfer von Schmähungen oder sogar Angriffen werden, akzeptiere ich nicht. Viele Opfer von verbaler oder körperlicher Gewalt haben Angst, sich an die Polizei zu wenden, um Hilfe zu bekommen. Sie wenden sich stattdessen an zivilgesellschaftliche Einrichtungen, die wir stärken und fördern müssen. Aber gleichzeitig fordern wir in unserem Wahlprogramm, dass die Münchner Polizei feste Ansprechpersonen für Opfer homo- und transphober Gewalt benennt, Polizist*innen schult und somit eine Vertrauensbasis für Betroffene schafft. Erkennen Sie weitere Bedarfe für diese Klientel oder ist inzwischen genügend erreicht worden? Es ist viel erreicht worden, aber noch nicht alles. Ich wünsche mir ein weltoffenes, buntes und sicheres München für alle. Dafür müssen wir uns jeden Tag aufs Neue einsetzen, dafür kämpfen. Es gibt Kräfte von rechts, die danach trachten, uns die Freiheit zu leben zu nehmen. Das dürfen wir nicht zulassen, da müssen wir klare Kante zeigen. Ein großes Anliegen ist mir auch, dass das Transsexuellengesetz menschenwürdig reformiert wird. Der jüngst zurückgezogene Vorschlag der SZENE 13 Großen Koalition in Berlin war da eher ein Schritt in die falsche anstatt in die richtige Richtung. Gibt es konkrete Ideen, Initiativen oder neue Projekte, die Sie für die LGBTIQ*-Szene planen oder fordern? Wir haben sehr viele Ideen. Die festen Ansprechpersonen bei der Polizei habe ich bereits erwähnt. Handlungsbedarf besteht bei der Akzeptanz von LGBTIQ*s an Schulen. Eine Befragung zum Klima an städtischen Schulen zeigt, dass rund ein Drittel der Schüler*innen Angst wegen der Akzeptanz der sexuellen Orientierung hat. Um das zu ändern, wollen wir Projekte wie diversity@school oder das Aufklärungsprojekt stärker fördern. Aber auch viele ältere queere Menschen haben in der Vergangenheit persönliche, juristische und gesellschaftliche Repressalien erlebt. In einem Lebensabschnitt, in dem sie auf Hilfe anderer Personen angewiesen sind, darf es keine Ablehnung geben. Wir wollen Heime und Pflegeeinrichtungen unterstützen, ihr Personal zu sensibilisieren und zu schulen. In München leben zudem viele geflüchtete LGBTIQ*s in städtischen Unterkünften, die geschützte Räume benötigen. Um allen Belangen von queeren Menschen in München sichtbar Gewicht zu verleihen, wollen wir eine*n städtische*n Beauftragte*n für queere Lebensweisen als feste Ansprechperson für die Community benennen. *Interview: Bernd Müller Dies ist die gekürzte Fassung des Interviews. Das ganze Interview findet ihr auf www.leo-magazin.de Haus & Hotel Termin nach Vereinbarung • Ganzkörpermassage • Po Relax Massage • Bondage Massage • Intim- & Körperrasur • Tantra... 0175- 617 52 55 call me now

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.