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Leo Januar 2017

KULTUR 6 FOTOS: BERND

KULTUR 6 FOTOS: BERND MÜLLER Das NS-Dokumentationszentrum München widmet sich seit eineinhalb Jahren der politischen Bildungsarbeit – und das an einem historischen Ort: der ehemaligen NSDAP-Parteizentrale in der Brienner Straße. Die Ausstellung beschäftigt sich vor allem mit der Bedeutung Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“ und dokumentiert dabei auch die Verfolgung Homosexueller zu dieser Zeit. Historiker Albert Knoll brachte das Thema kürzlich Mitgliedern der Münchner Regenbogenstiftung näher. „Die Verfolgung von Schwulen und Lesben mussten wir den Machern des Zentrums nicht ins Stammbuch schreiben“, so Knoll, der auch Vorstand des Münchner Geschichtsvereins „Forum Homosexualität“ ist. „Das Gedenken an diese Opfergruppe gehört heute glücklicherweise selbstverständlich dazu.“ So erfahren Besucherinnen und Besucher beispielsweise, dass die lesbische Juristin und Frauenrechtlerin Anita Augspurg bereits 1923 die Ausweisung Adolf Hitlers wegen Volksverhetzung beantragt hatte und dass bereits 1930 Schriftproben als Mittel eingesetzt wurden, um Homosexuelle zu identifizieren. Die NSDAP übte als „Männerpartei“ offenbar einen gewissen Reiz auch auf Schwule aus: Prominentestes Beispiel war Reichsminister Ernst Röhm, der, als er der Partei nicht mehr nützlich schien, unter dem Vorwand, einen Putschversuch initiiert zu haben, in Stadelheim erschossen wurde. Zahlreiche Dokumente beleuchten die Situation, die sich 1934 nach einer groß angelegten Razzia im schwulen Lokal „Schwarzfischer“ mit 150 Festnahmen drastisch verschärfte – das Protokoll dieser Razzia ist übrigens in der Ausstellung zu sehen. Im KZ Dachau wurden die Insassen mit den Rosa Winkel in einer Sonderbaracke untergebracht, die 24 Stunden erleuchtet war. Zudem wurden ihnen besonders schwere Arbeiten zugeteilt. 1935 verschärfte das Regime den § 175, der sexuelle Handlungen unter Strafe stellte, 1936 erklärte Heinrich Himmler die Verfolgung Homosexueller zu einem vorrangigen Staatsziel. Auch die berühmten Rosa Listen, die ebenfalls in München geführt wurden, sind im NS-Dokumentationszentrum ausgestellt. Dass sich die Situation nach dem Ende des Krieges nur langsam zum Besseren wendete, dokumentieren Schriften des Bayerischen Landesentschädigungsamts, das Ansprüche homosexueller KZ-Insassen ablehnte. Zugegeben: Will man alle Hinweise auf die Geschichte von Lesben und Schwulen zur NS-Zeit finden, muss man schon genau hinsehen. Unabhängig davon, bietet das NS-Dokumentationszentrum auch in dieser Hinsicht spannende Einblicke, die einen Besuch lohnen. •bm www.ns-dokuzentrum-muenchen.de

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