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Leo Februar 2017

SZENE 8 Gast Kommentar

SZENE 8 Gast Kommentar BRAUCHEN WIR SCHWULE CLUBS? München hat den letzten schwulen Club verloren. Eine Stadt, die sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt hatte. Die Szene wurde sichtbarer, damit verbunden ein Nachtleben als beständiger Teil. Drei Jahrzehnte später weicht der NY.Club einem Hotel. Nach Wochen von Ausräumen, Einlagern und viel Kraft hat Ken Koch seinen Club zum letzten Mal zugesperrt. Man demontiert, was man über Jahre aufgebaut hat. Niemand nimmt einem die Bürde ab. Man ist damit völlig überfordert. Vielleicht schwer nachvollziehbar, wie man an einem Keller so hängen kann. Für mich war es als würde ich einen Hund einschläfern müssen, einen treuen Freund der zur Seite stand und nun viel zu früh Abschied nimmt. Wenn uns was genommen wird, stellen wir uns die Frage “Warum?”. Für mich blieb eines: Brauchen wir schwule Clubs? Ich glaube ja! Bei aller Akzeptanz sind sie dennoch ein Ort der Freiheit und die beste Chance jemanden in der Realität kennenzulernen. In meinen fünf Luxuspop Jahren hat der NY.Club unverändert jedes Wochenende Hunderte zum feiern begeistert. Wir waren das Wohnzimmer, in dem man sich ganz von alleine geschützt fühlte, ohne darüber nachzudenken. Der Bedarf ist da! Zum Ende bekamen wir von vielen Gästen Feedback - ein Tenor von Bedauern und Trauer - und dem “Warum?” Warum tut niemand was dagegen? Keine Ahnung. Auch wir vermissten die Proteste der Vereine und Organisationen. Kein Warum aus der CSD Riege, oder ein Aufschrei der Politik. Ein Statement, Verbundenheit und etwas öffentliches Gewicht hätten uns vermutlich ein besseres Gefühl vermittelt. In Augenblicken der Wut habe ich manchmal das Gefühl, als gäbe es da eine Homo-Elite deren eigene Welt so fern von dem liegt, was wir als Szene sehen. Woche für Woche boten wir ein Forum - und sie kamen bis zum letzten Tag. Aber selbst zum Abschied waren die genannten Vertreter an einer Hand abzählen. Es wird für uns noch einige Zeit brauchen um das alles zu verdauen, aber wir tun alles, dass die Münchner Szene gemeinsam feiern kann. Ken Koch und ich werden ab dem 3.2. mit LUXUSPOP im Jack Rabbit jeden Freitag weiterfeiern und auch für die Samstage ist Ken bereits dabei, Möglichkeiten aufzutun. Doch eines wird unser finales Ziel bleiben: Ein schwuler Club für München. Dafür werden wir alles tun und weiter kämpfen. Markus Wittig, Veranstalter FOTO: PRIVAT LA VIE EN ROSE Am 11. Februar lädt unter anderem die Beratungsstelle rosaAlter von 10 bis 18 Uhr zu einem Forumstag in den Gasteig. Hier wird zum einen die Entwicklung der Münchner Lesben- und Schwulenbewegung dokumentiert, zum anderen will man dort die vielfältigen Perspektiven des Älterwerdens von LGBT* aufzeigen. Ein Vortrag vom „Forum Homosexualität und Geschichte“ sowie verschiedene Workshops behandeln unterschiedliche Aspekte des queeren Lebens im Alter. Abgerundet wird der Tag durch Auftritte des Regenbogenchors München. „La vie en rose“ ist eine Veranstaltung der Münchner Volkshochschule, des Evangelischen Bildungswerks und der Beratungsstelle rosaAlter. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. •bm 11.2., 10 – 18 Uhr, Gasteig Rosenheimer Str. 5, Raum 0.131/EG FOTO: FACHFORUM „LA VIE EN ROSE“, ROSINE LAMBIN DAS PAARUNGSVERHALTEN DER MÄNNER FOTO: SUSIE KNOLL Am Valentinstag findet die nächste Veranstaltung aus der Reihe „Männerakademie“ im Sub-Zentrum statt. Das Datum könnte nicht besser gewählt sein, denn diesmal geht es um Männer und Beziehungen. Psychotherapeut Andreas Müller wirft einen Blick darauf, wie der Mann an sich seine Partner-, Freundund Liebschaften gestaltet – oder auch nicht. Ein spannender Abend mit tiefen Einblicken in die Seelen, Gemütszustände und das Paarungsverhalten des Mannes. •bm 14.2., 19 Uhr, Sub, Müllerstr. 14, www.subonline.org

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