Aufrufe
vor 4 Jahren

Leo Februar 2017

KULTUR 14 „Die

KULTUR 14 „Die Geschichte einer Frau in Form einer Show.“ FOTO: CK-SHOWKONZEPTE LIEBER CHRIS, STELL DICH DOCH EIN- FACH KURZ VOR UND GIB UNS EIN PAAR INFORMATIONEN ZU DEINEM WERDE- GANG. Da ich aus einer Familie von Hoteliers komme, begann ich eine Lehre zum Restaurantfachmann, brach diese aber bald ab, um in Richtung Maskenbildner zu gehen – mit Friseurausbildung und allem, was dazugehört. Neben der Ausbildung war ich bereits Schüler in einer Musicalschule und finanzierte mir diese mit kleinen Auftritten als Travestiekünstler. Es folgte ein langes Engagement auf Mallorca, danach tingelte ich durch Klubs und kleine Theater wie das Old Mrs. Henderson oder das Bel Etage Theater und entwarf zum ersten Mal eigene Shows. Jahrelang bewegte ich mich auf Kleinkunstbühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Erfolg war so groß, dass ich über die Jahre regelmäßig Varietéshows produzierte und allein in Augsburg mittlerweile über dreißig Produktionen auf die Bühne gebracht habe. Aus diesen Produktionen wiederum entstanden viele Theaterprogramme mit Kollegen wie Joy Peters, mit dem ich seit zwanzig Jahren „Herta & Berta“ spiele. So bin ich nun seit 15 Jahren in allen großen Varietéhäusern und Dinnershows zugange, die es so gibt. Von Schuhbeck’s teatro über fast alle Palazzos bis hin zu den GOP-Varieté-Häusern – all diese Theater habe ich mehrfach bespielt. Parallel dazu entwickelte sich für mich das Geschäft auf Kreuzfahrtschiffen, auf denen ich bis heute tätig bin. Mittlerweile auch als Showproduzent für die MS Europa 2. In München durfte ich zweimal für das Bühnenprogramm des CSD verantwortlich sein, konnte die Aufgabe aber leider nicht weiter übernehmen, da sie einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Zurzeit spiele ich in der Dinnershow des Alexander Kunz Theatre in Saarbrücken, und ab Oktober führe ich wieder für sechs Monate durch das Radio Regenbogen Palazzo Mannheim, welches mit 600 Gästen am Abend die erfolgreichste und größte Dinnershow im deutschsprachigen Raum ist. WIE KOMMST DU AUF DIE DIETRICH? WAS FASZINIERT DICH AN IHRER PER- SON? Ich spielte einmal die Rolle des Peter Pan in München und wurde in diesem Zusammenhang von einem jungen Musical-Komponisten angesprochen, der in mir die Dietrich sah. Ich hab’s ausprobiert und in seinem Musical „Ich Marlene“ die Marlene gespielt. Was diese Frau erlebt hat, ist Geschichte. Eigentlich sind es viele Geschichten, sogar verschiedene Leben. Das Leben in den 1920er-Jahren in Berlin, das Leben in Hollywood, viele Jahre an der Front für die amerikanischen Soldaten und dann noch das Leben als Entertainerin ab dem 50. Lebensjahr. All das, in Verbundenheit mit ihrer Schönheit, ihrer Ausstrahlung und ihrer Disziplin, fasziniert mich an ihr. Sie ist gelebte Geschichte. DU SPIELST JA DIE ROLLE IN EINER ROLLE? WIE FÜHLT SICH DAS AN? Ich hab mich nie darauf konzentriert, sie zu parodieren, sondern ihre Geschichte und ihre Gefühle in Verbindung mit ihren Liedern zu erzählen. Ich fände es übertrieben zu sagen, dass ich die Dietrich in mir spüre, aber ich versuche, ihre Empfindungen – welche sie oft beschrieben und in Interviews wiedergegeben hat – zu fühlen, allerdings nie, ohne zu vergessen, dass das Publikum auch unterhalten werden möchte und die Faktoren Glamour und Comedy nicht zu kurz kommen dürfen. Aus dem Grund wechsle ich unentwegt zwischen der Kunstfigur Chris und der Kunstfigur Dietrich. MAGST DU NOCH ETWAS ZU DEINEM STÜCK „MARLENE – THE CONCERT OF HER LIFE“ ERZÄHLEN? Ich weiß, dass die Dietrich keine Person ist, die noch jeder kennt. Selbst mein jetziger Freund wusste nicht, wer sie ist. Für mich besteht damit die Herausforderung, die Geschichte einer Frau in Form einer Show zu zeigen, ohne dass man sie wirklich kennen muss. Und was ganz besonders wichtig ist: Die Texte ihrer Lieder sind durch all das, was heute in unserer Welt geschieht, so aktuell wie nie zuvor. Und was mir auch sehr wichtig ist: Ich werde live von einem Orchester begleitet – Musiker, die die Songs mit mir fühlen. •Interview: Mario Lehlbach

FOTOS: ANDY JOE illustration by: http://yann-x.deviantart.com FEBRUAR 2017 DARF ICH BITTEN? Zwischen Blitzlichtgewitter, rotem Teppich und unendlich fernen Galaxien – der Tuntenball 2017 hüllt sich in den schillernden Glanz von Stars und Sternchen. „Night of the Stars – Get out, come out“ lautet das fulminante Motto einer der schrillsten Ballnächte dieses Jahres. Im österreichischen Graz wird am 11. März zum Tanz gebeten. Ob interstellare Besucher/-in oder Ikone aus Hollywood, beim Tuntenball dreht sich alles um Glanz, Glamour und Außergewöhnliches. Wer träumt nicht davon, einmal im Rampenlicht zu stehen, und zwar genau so, wie man ist. Ob nun schwul, lesbisch, hetero-, bi-, transsexuell oder anderes, jeder Gast ist VIP und darf sich auch so in voller Pracht präsentieren. Das Thema „Comingout“ steht dieses Jahr im Mittelpunkt. Der Reinerlös des Balls geht direkt an den Verein RosaLila PantherInnen, die sich um wichtige Aufklärungsarbeit kümmern. „Häufig bekommen wir Anfragen zum Coming-out. Die Betroffenen kämpfen mit Bedenken und Ängsten, wie das private und berufliche Umfeld reagieren könnte. Wir helfen dabei, den großen Schritt zu wagen“, meint Joe Niedermayer, Vorstand des Vereins und Organisator des Tuntenballs 2017. Also fesch machen und tanzen für den guten Zweck! •ml 11.3, Tuntenball im Grazer Congress, Tickets und weitere Informationen unter www.tuntenball.at MI 01.02. ALKALINO MICHELLE WILLIAMSON MI 08.02. NOÉ JULIUS VON BADABOUM MI 15.02. ANETTE PARTY . M!CA MI 22.02. NATANAEL MEGERSA DEAN DEVILLE MO 27.02. ROSENMONTAGS DISCOBALL ppF . VIVIENNE VILLAIN JEDEN MITTWOCH SUPPORTED BY BOBABACHTZEHNUHR facebook.com/suupergarryklein

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.