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Leo Dezember 2017

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18 KULTUR Die

18 KULTUR Die Schallplatte, der Phönix aus der Asche? In den letzten 15 Jahren ist der Tonträgermarkt dramatisch eingebrochen, digitale Formate und illegale Downloads verdrängen die CD zunehmend. Was nur wenige wissen: Während die silberne Scheibe an Bedeutung verliert und mancherorts bereits als veraltetes Format ausrangiert wird, gewinnt ihre längst totgesagte große Schwester wieder an Auftrieb. Ja, hier ist die Rede von der Schallplatte. Der Marktanteil für Vinyl beträgt zwar nur etwa ein Prozent am Gesamten des Tonträgermarkts, gleichzeitig ist aber dieses eine Prozent zurzeit der einzige wachsende Bereich. Sprich: Keiner interessiert sich mehr für CDs, während viele wieder vermehrt Schallplatten kaufen. Woher kommt dieser neuerliche Trend für einen vermeintlich veralteten Tonträger? Eigentlich spricht doch viel dagegen: Schallplatten sind vergleichsweise groß und schwer, Kratzer führen unter Umständen dazu, dass die Tonnadel hängt oder springt, genau genommen verliert die Schallplatte sogar bei jedem Durchlauf an Qualität. Doch meistens wird die Liebe an der schwarzen Scheibe gerade an deren haptischen Eigenschaften festgemacht. Im Gegensatz zur ungreifbaren MP3-Datei hat man etwas in der Hand, und das Artwork eines Albums kann auf einem Schallplattencover mit 32 mal 32 Zentimetern voll zur Geltung kommen. In Zeiten permanenter Verfügbarkeit einer Unmenge von Tracks durch Streaming-Portale wie Spotify verschafft einem die Limitierung des Vinyls oftmals eine tiefere, bewusstere Auseinandersetzung mit Musik. Während man sich am Computer schnell und ungeduldig durch die Songs klickt, hält einen der Plattenspieler zum Zuhören an. Man wechselt die Platte oder den Song nun mal nicht durch einen bloßen Klick. Audiophile streiten sich seit Jahren darüber, ob und wie Vinyl nun besser klingt als digitale Formate. Es lässt sich festhalten, dass die Schallplatte zumindest ihren eigenen, oft als wärmer beschriebenen Klang hat. Wer Blut geleckt hat, sollte sich auch in München mal umsehen. Labels aus der hiesigen Subkultur wie Molten Moods, Schamoni Musik, Ilian Tape oder Permanent Vacation setzen seit Jahren auf Vinyl, das man auf deren Websites oder in Läden wie Optimal Records oder Public Possession kaufen kann. *jm www.moltenmoods.de www.schamoni.de/musik www.iliantape.de www.perm-vac.com

Don Quijote 11. – 14. januar 2018 Info / Karten T 089 21 85 19 20 www.staatsballett.de Foto Carlos Quezada Choreographie Ray Barra / Marius Petipa Komponist Ludwig Minkus Bühne Thomas Pekny Kostüme Silvia Strahammer

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.