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hinnerk Oktober / November 2020

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Seit 1993 ist hinnerk DAS (erst schwule) und heute queere Magazin für Hamburg und Norddeutschland.

4 SZENE Community

4 SZENE Community WELT-AIDS-TAG 2020 Corona verändert vieles, aber nicht alles. Auch in diesem Jahr soll es wieder ein starkes Zeichen am Vorabend des Welt-AIDS-Tags geben: Einen Gottesdienst mit Bischöfin Kirsten Fehrs und einen Candle Light Walk durch die Straßen von St. Georg. Der Gottesdienst findet am Montag, 30. November ab 18 Uhr in der Hl. Dreieinigkeitskirche am St. Georgs Kirchhof statt. Bischöfin Kirsten Fehrs wird die Predigt halten und der lesbisch-schwule Chor Belle Alliance wird singen. Es gelten die üblichen Regeln zu Abstand und Hygiene, die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Ab 19.15 Uhr schließt sich der Candle Light Walk an, los geht es vor der Hl. Dreieinigkeitskirche. Mit Kerzenlicht soll an Opfer von AIDS erinnert werden und zugleich ein Zeichen der Solidarität mit Infizierten und Ausgegrenzten gesetzt werden. Ziel ist der Hansaplatz, wo der Umzug mit einem Punsch unter freiem Himmel enden wird. KOMMENTAR Lieber Leser! Nicht gegendert ... ... da uns – aufschlussreich! – nur Männer bezüglich unserer Nutzung des Gendersternchens anschrieben. Vielen Dank für eure Leser*innenbriefe. Spätestens seit der Erfindung des Buchdrucks und der dadurch wünschenswerten Einigung auf schriftsprachliche Standards tobt der Kampf um ebenjene. Ein Kampf ist dieser eigentlich völlig natürliche Prozess einer jeden lebendigen Sprache interessanterweise immer nur dann, wenn es um Dogmen, Ideologien oder auch ganz banal Gewohnheiten geht. FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST „positiv leben&lieben“-Pastor Thomas Lienau-Becker und „Hein & Fiete“- Chef Marc Grenz: „In diesem Jahr ist der Welt-AIDS-Tag besonders wichtig. Es gibt nicht nur Corona. Nach wie vor erkranken Menschen an AIDS und werden wegen ihrer HIV-Infektion diskriminiert. Und von den Erfahrungen des Lebens mit HIV lässt sich einiges lernen.“ www.heinfiete.de / www.aidsseelsorge.de Bevor ich in dieser Richtung weitergehe und über den Einfluss von Sprache auf gesellschaftliche Machtgefüge und die lästige deutsche Tugend Ordnung, die oft mit Denkfaulheit verwechselt wird, zu Blockwartmentalität, German Angst und Maschendrahtzaun komme – und dich eventuell im sonntäglichen Schreibfluss versehentlich einen (Grammatik-)Nazi schimpfe –, nur zwei Dinge: Weder die deutsche Schrift- noch die gesprochene Sprache haben bisher einen Begriff für auch nur ein weiteres Geschlecht gefunden. Daher können wir diese Geschlechter gar nicht benennen. Hier wäre ein kultureller Austausch mit unseren Mitbürger*innen mit Wurzeln im südlichen Afrika sicherlich förderlich. Wem das zu exotisch ist, der könnte bei den blonden Schwed*innen anfangen, die 2014 ein drittes Wort für nicht Mann und nicht Frau par ordre du mufti einführten. Das Gendersternchen ist die daraus geborene Notlösung, die sich – Zitat Duden (2020, Auflage 28) – „immer mehr durchsetzt“. Für mich ganz persönlich mit der gesprochenen Pause sogar eine fast meditative Bewusstmachung dieses Mankos meiner geliebten Muttersprache und damit das Gegenteil der unterstellten Unsichtbarmachung der Geschlechter. Zweitens und wohl Wichtigstes, denn als empathischer Mensch bin ich daran interessiert, ungewollte Verletzungen anderer zu vermeiden: Wie diskriminiert dich die Entmannung der Sprache konkret? Die Abschaffung eines Privilegs ist keine Diskriminierung. Queerste Grüße Christian Knuth stellv. Chefredakteur christian.knuth@hinnerk.de

#QUEERESRATHAUS Die Bürgerschaft hat trotz Corona-Dauerstress damit begonnen, an den Vorhaben von Senat, Fraktionen und Abgeordneten zu arbeiten. Auch einige LGBTIQ*-Wegmarken konnten schon gesetzt werden. FOTO: HAMBURGISCHE BÜRGERSCHAFT/MICHAEL ZAPF GRUNDGESETZ ARTIKEL 3 Die Fraktionen von SPD, GRÜNEN und DIE LINKE beantragten die im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbarte Initiative des Senats auf Bundesebene für die Änderung des 3. Grundgesetzartikels Absatz 3 Satz 1. Er soll künftig um das Merkmal der sexuellen Identität ergänzt werden. Der Antrag wurde – und das ist eine Verstetigung eines seit Januar auch im Bundestag spürbaren Wandels – mit den Stimmen der CDU angenommen. Nur die AfD stimmte gegen den Antrag und ihr Abgeordneter Krzysztof Walczak begründete hanebüchen, dass auch Zoophilie und Pädophilie dann geschützt sein könnten. Erwartbar widerlich nicht ohne das in faschistischen Kreisen ach so beliebte wie ehrabschneidende und falsche Narrativ der Grünen als FOTO: MORITZ KINDLER / UNSPLASH Pädophilien-Entkriminalisierer-Partei zu bedienen. Eine Steilvorlage für die Ideengeber dieser langjährigen queeren Forderung: „Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Hamburg begrüßt den Vorstoß der Bürgerschaft zur Ergänzung des Artikels 3 Absatz 3 Grundgesetz um das Merkmal ‚sexuelle Identität‘. Gerade gegenüber demokratiefeindlichen Kräften, die auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) ins gesellschaftliche Abseits drängen wollen, muss ein inklusives Grundrechteverständnis in unserer Verfassung verankert werden“, kommentierte Wolfgang Preussner aus dem Landesvorstand. Das Grundgesetz habe Homosexuelle lange Zeit nicht vor schweren Menschenrechtsverletzungen wie der Strafverfolgung nach § 175 StGB geschützt. „Es ist höchste Zeit, diese Leerstelle in unserer Verfassung zu schließen“, so Wolfgang weiter. DREI MÖGLICHE STANDORTE FÜR SEXUELLE VIELFALT 70 Vertreter*innen der Community aus 40 Organisationen haben auf Einladung der Kulturbehörde Anfang September erste Ideen zu möglichen Standorten, Zielen und Wirkung der auf Initiative von Dr. Gottfried Lorenz und Martin Eichenlaub seit 2018 debattierten Idee erarbeitet. St. Georg, die HafenCity und auch der von der hinnerk Redaktion unter anderem aus erinnerungspolitischer Sicht präferierte Jungfernstieg sind als mögliche Standorte fixiert worden. Nach Prüfung durch die Bezirke soll noch in diesem Jahr ein künstlerischer Wettbewerb ausgelobt werden. *ck Single ist Wecker. Liebe ist wachgeküsst. Finde deine Liebe www.denkmal-sexuelle-vielfalt.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.