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hinnerk März 2017

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HAMBURG 4 Community SCHWULER PORNOSTAR Der deutsche schwule Pornostar Florian Klein alias Hans Berlin, der mittlerweile in New York lebt und arbeitet, kommt am 29. März nach Deutschland und besucht Hein&Fiete, um über seine Erfahrungen mit dem Virus zu brichten. Themen sind das Coming-out als HIV-positiver Mann und die serodiskordante Beziehung, die er bis vor kurzem mit seinem HIV-negativen Lebensgefährten geführt hat. Für Florian war relativ schnell klar, dass er auch als Positiver offen leben möchte, und die Veranstaltung soll dazu beitragen, über Diskriminierung und Vorurteile zu sprechen. Los geht es um 19 Uhr. www.heinfiete.de Nachgefragt GEGEN DEN HASS FOTO: MOSJKAN EHRARI FOTO: RALF RÜHMEIER/WWW.RUEHMEIER.DE QUEER DEUTSCH SPRECHEN Seit dem 5. Januar 2016 veranstaltet die Sprachbrücke-Hamburg e. V. im Café des Magnus- Hirschfeld- Centrums den queeren Deutsch-Gesprächskreis für Lesben, Schwule, Bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen, die nach Hamburg geflüchtet sind, als Migranten und Migrantinnen nach Hamburg gekommen sind, und für alle, die ihr Deutsch verbessern möchten. In dem wöchentlichen Gesprächskreis unter dem Motto „Sprache im Alltag“ können Menschen unterschiedlicher Muttersprache, unterschiedlicher Herkunft und Kultur auf Deutsch über Alltägliches reden und sich austauschen. Jeden Dienstag ab 18 Uhr. www.mhc-hamburg.de Deutschland hat ein „Bundestrollamt für gegen den digitalen Hass“ – klingt lustig, ist aber so und zudem auch notwendig. Wir chatteten mit einem, der es mitaufgebaut hat: Sami Rauscher. •rä WIE GING ES LOS MIT DEM PROJEKT? Das „No Hate Speech Movement“ ist eine Initiative des Europarats und wurde 2013 bereits in einigen europäischen Ländern ins Leben gerufen. Im letzten Jahr wurde dann von den Neuen deutschen Medienmachern eine Bewegung für Deutschland gestartet. Gefördert wird diese Arbeit durch das BMFSFJ-Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Sowohl der Bund, also die staatliche Seite, als auch zivilgesellschaftliche Organisationen haben gesehen, dass wir uns alle noch mehr engagieren können gegen den Hass im Netz. Natürlich gab es davor auch schon Initiativen, online wie offline, die sich gegen Hass eingesetzt haben. Ziel war es dementsprechend, für all das, was bereits passiert, Katalysator zu sein und eine Plattform zu schaffen, die durch ihre Vielfältigkeit noch mehr Menschen einlädt mitzumachen. WAS FOKUSSIERT IHR SO? Bei uns geht es vor allem um das, was jede und jeder Einzelne tun kann – mit der Hilfe von vielen großen Organisationen, die zum Beispiel Argumente für Diskussionen zur Verfügung stellen oder auch Tipps geben, wie man sich selbst schützen kann. Oftmals ist der Widerspruch in den sozialen Netzwerken nämlich noch viel zu zurückhaltend. Unabhängig von der Frage, was gelöscht werden müsste, weil es zum Beispiel volksverhetzend ist, treibt uns vor allem die Frage um: „Weshalb schweigen so viele, wenn sie Hass im Netz begegnen?“ SIND DIE ZEITEN DENN RAUER GEWORDEN? Wir scheinen uns in der öffentlichen Debatte an Ausgrenzung und Intoleranz gewöhnt zu haben. Diese Stimmen werden deshalb immer lauter. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass auch wieder mehr Menschen den Mut finden, Diskriminierung entgegenzustehen. Gerade mit Blick auf die USA und die Wahlen in Deutschland und Frankreich wird das in diesem Jahr weiterhin eine sehr wichtige Frage bleiben. WIE KANN MAN MITMACHEN? Erst mal sehr gerne informieren auf no-hate-speech.de. Hier weisen wir auch auf andere Initiativen hin. Zunächst hilft man mit dem direkten persönlichen Einsatz, für den es nichts weiter braucht als Zivilcourage. Also einmischen! Dann ist es aber natürlich auch so, dass sicher jeder und jede ein Herzensthema hat, für das er oder sie sich noch einmal besonders einsetzen möchte. Der LSVD arbeitet zum Beispiel auch an Argumenten, die man online in Diskussionen entgegensetzen kann, wenn wieder gegen LGBT*I gehetzt wird. Außerdem wurde im letzten Jahr eine Handreichung veröffentlicht: https://issuu.com/facebookberlin/docs/ schluss_mit_lgbt-mobbing. no-hate-speech.de

5 HAMBURG Kommentar ORANGE IS THE NEW ... Olivia Jones wurde von den Grünen in Niedersachsen als Wahlperson in die Bundesversammlung geschickt. Neben Bundestrainer Joachim Löw. Erstaunlicherweise sorgte diese orange-türkise Farbauflockerung, vor allem die Fotos der Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, neben erwartbaren Angriffen von rechts zu doch recht lauten Verstimmungen aus der queeren Szene. Leute, was soll denn das? In der Türkei, in Ungarn, in Russland – überall auf der Welt wurde von der Wahl des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland berichtet, und überall wurden diese Bilder gezeigt: Eine Dragqueen mit der Hand auf der Schulter der mächtigsten Frau der Welt, daneben der Bundestrainer der Fußballweltmeistermannschaft. „Übergriffig“, „kein Schulterschluss mit dieser Frau“, „respektlos“ sind nur einige Kommentare von deutschen Lesben und Schwulen in den Netzwerken. Wer sich die Videomitschnitte und Interviews anschaut, merkt, dass Olivia und Merkel sich humorvoll verstanden haben. Übergriffig war da gar nichts. Und mal ernsthaft: Glaubt hier irgendwer, unser Kampf um die Öffnung der Ehe würde durch diese Bilder abgeschwächt? Wenn die ganze Sache irgendetwas bewirkt, dann doch am ehesten, dass Merkel ihr Bauchgefühl überwindet, weil sie merkt, wie positiv die Reaktionen sind, wenn sie sich der „schrillen Minderheit“ zuwendet. Und ja, die Einladung Olivias, beim G20-Gipfel in Hamburg auf ein Käffchen vorbeizukommen, hätte sie ruhig annehmen können – zu besprechen gäbe es genug. Merkels Antwort war aber mehr als schlagfertig: Sie selber könne nicht, würde aber den Trump vorbeischicken. Von Frisurtipps bis Farbberatung und von Rassismus bis Homo- und Transphobie – Olivia würde dem Trump schon guttun. •ck FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / ACHIM MELDE

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.