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hinnerk Juni/Juli 2020

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Seit 1993 ist hinnerk DAS (erst schwule) und heute queere Magazin für Hamburg und Norddeutschland.

BUCH NACHGEFRAGT TIM

BUCH NACHGEFRAGT TIM GEBERTS aktueller Streich Der neue Band der Fynn- Phönix-Reihe namens „Fynn Phönix und das letzte Kollektiv“ schließt die Trilogie, in der Engel Teufelsmonster in Menschenbabys verbannten, um die Zauberwelt vor deren Zerstörung zu schützen. Wir fragten nach beim Autor. Es ist ein modernes Märchen, kannst du damit leben? Ob ich damit leben kann? Das hört sich ja nach was Schlechtem an. Also, wenn ich an Märchen denke, dann dass diese meistens ein Happy End haben. Davon bin ich zum Beispiel gar kein Fan. Zu einer guten Geschichte gehören große Verluste einfach dazu, etwa der Tod von wichtigen Charakteren. Aber ansonsten bediene ich mich voll und ganz der Märchen-Elemente: Magier und Hexen, Feen und Drachen sowie übernatürliche Sachverhalte. Ich habe allerdings immer sehr darauf geachtet, dass nichts besonders vorausschaubar ist, denn ich hasse in Geschichten Klischees und typische Handlungsverläufe. Angst vor Kitsch hast du nicht, oder? Wie entwickelst du deine Figuren? Hm, sagen wir, ich kann Kitsch nicht leiden. Etwas Romantisches kann schnell kitschig für mich wirken. Nicht jede Figur bekommt einen coolen und besonderen Charakter. Die Hälfte bleibt eigentlich unscheinbar und verhaltensunauffällig. Den Rest designe ich dann meistens, wenn ich mein Skript schreibe, also bevor ich mein Buch anfange. Besonders gerne schleife ich die Charaktere von weiblichen Figuren. Was inspiriert dich? Egal ob für die Story, für die magischen Fähigkeiten oder die eben erwähnten Charaktereigenschaften lasse ich mich von Serien und anderen Büchern inspirieren. Ich denke, dass das jeder kreative Kopf macht. Wenn sich daraus dann etwas Neues ergibt, ist das wunderbar. *Interview: Michael Rädel www.sadwolf-verlag.de FOTOS: SELFIES

PSYCHOLOGIE Die Sache mit der Schuld Jeder hat sie mal, viele haben sie mehrmals täglich: Schuldgefühle. Und damit ist nicht das schlechte Gewissen gemeint, wenn man trotz straffem Sportprogramm und sonst perfekt abgestimmter Ernährung mal eine Tafel Schokolade isst. Oder zu viel TV schaut oder bei NETFLIX versinkt. Nein, es geht hierbei und auch in dem Buch „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl um die Art von Gefühlen, die uns nur belasten, die zum Teil vom Umfeld gemacht werden, etwa von Kollegen, die einem passiv-aggressiv suggerieren, man müsse noch mehr arbeiten, schließlich wolle man diesen Job ja behalten. Oder von der Familie, die es perfekt versteht, die Botschaft FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/AND-ONE „Wärst du häufiger hier, würden wir alles besser schaffen“ zu überbringen. Zum großen Krankheitsbild des Burnout gehört die nicht enden wollende Grübelei, oft auch eine schier endlose Spirale aus Vorwürfen und Selbstbeschuldigungen. Ständig denkt man, man müsse sich oder seine Arbeit weiter optimieren, jede Kritik trifft einen stärker, als es eigentlich sein muss. Denn zum einen macht es sich das Umfeld oft einfach gerne bequem und überträgt unangenehme Arbeiten auf willige Dumme, die sich auch noch manipulieren lassen, zum anderen trägt eigentlich jeder noch aus der Kindheit sein Päckchen Unsicherheiten, Selbstkritik und Selbstvorwürfe mit sich rum – ideale Landebahnen für manipulative Mitmenschen, die dies zu ihrem Vorteil nutzen. Das über 260 Seiten starke Buch der Psychologin und Psychotherapeutin hilft jedem ungemein, der mit sich und seiner Lebenssituation hadert. „Schuldgefühle“ ist im Goldegg Verlag erschienen. Lesenswert und sehr hilfreich! *rä www.kernstock-redl.at BUCH RATGEBER Der Nervsack auf Arbeit Wir alle haben diesen einen Kollegen, der partout nicht mit einem zusammenarbeiten will. Oder es einfach nicht kann. Aber auch mitunter anstrengende Verwandtschaft, deren Kommentare einen sofort auf die Palme bringen. Und dann noch die Menschen in der U-Bahn oder im Straßenverkehr, die scheinbar alles tun, um einen den Tag zu verderben. Doch bevor man beginnt, an der Welt zu verzweifeln oder Ohrfeigen zu verteilen, sollte man die Dinge, die Personen, die Situationen anders bewerten. Die Autorin und Business-Trainerin Nele Kreyßig zeigt in dem Buch „Warum es Bullshit ist, andere ändern zu wollen“ Wege auf, mehr Ruhe zu finden und weniger Wut zu entwickeln über all die Deppen (sorry). Es sei ein „Plädoyer für mehr Toleranz und Gelassenheit im Umgang mit anderen“, und wer sich etwas daran hält, der bekommt „mehr Anerkennung und Wertschätzung als jemals zuvor – eine der wichtigsten Glücksquellen überhaupt“. Ein gutes Buch. Verdammt gut. *rä www.nelekreyssig.com

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