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hinnerk Januar 2018

18 GESUNDHEIT

18 GESUNDHEIT NACHGEFRAGT WAS, WANN, WARUM? An dieser Stelle wollen wir speziell den Herren ein wenig Rüstzeug an die Hand geben, damit sie vielleicht ein wenig gegenüber den Frauen aufholen, die immer noch eine sieben Jahre höhere Lebenserwartung haben. Auch weil Frauen sich mehr um ihre Gesundheit sorgen, als das sogenannte starke Geschlecht, das erst zum Doktor kriecht, wenn außer kriechen nicht mehr viel geht. Für den Überblick über die Männergesundheit haben wir uns als fachliche Verstärkung Dr. Stefan Fenske vom ICH Hamburg (www.ich-hamburg.de) an Bord geholt. *ck Ab wann sollte der Mann beginnen, sich auf welche Krebsarten untersuchen zu lassen? Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt folgende Krebsvorsorgeuntersuchungen: Ab 35 alle zwei Jahre kann man, am besten kombiniert mit der Gesundheitsvorsorgeuntersuchung, die Haut auf Krebs bzw. Vorstufen untersuchen lassen. Diese Untersuchung macht der Hausarzt. Ab 45 kommt jährlich die Krebsvorsorgeuntersuchung primär auf Prostatakrebs dazu (mittels Abtasten mit dem Finger). Ab 50 wird der Stuhl auf Blut untersucht, optimalerweise wird diese Stuhluntersuchung mit 55 durch eine Darmspiegelung ersetzt. Sie ist eine sehr effektive Methode, um auch Krebsvorstufen, sogenannte Polypen, erkennen und entfernen zu können! Die Untersuchung findet in Kurznarkose statt, ist also nicht schmerzhaft. Es gibt ansonsten viele Angebote, die vermeintlich zur Krebsvorsorge gut sein sollen. Diese Untersuchungen muss man selbst bezahlen. Ich rate dringend, solche Untersuchungen zunächst mit dem Arzt seines Vertrauens zu besprechen, bevor man gegebenenfalls unnötig Geld ausgibt! Was leistet die Gesundheitsvorsorgeuntersuchung ab 35? Hier wird zunächst abgefragt, wie die eigenen Risikofaktoren sind (beispielsweise Rauchen) und ob in der Familie bestimmte Krankheiten gehäuft vorkommen. Dann gibt es eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung auf Zucker und Cholesterin sowie eine Urinuntersuchung. Diese Vorsorge dient also hauptsächlich dazu, häufige Volkskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes zu erkennen, Erkrankungen, von denen man ja oft viele Jahre selbst gar nichts merkt. Welche Impfungen sind empfohlen und wie oft müssen sie wiederholt werden? Vorausgesetzt, dass die sogenannte Grundimmunisierung im Kindesalter stattgefunden hat, sollte sich jeder Mensch alle zehn Jahre gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten impfen lassen. Menschen, die ab 1970 geboren sind, sollten sich gegen Masern impfen lassen, wenn im Kindesalter nicht vollständig geimpft wurde. MSM sollten natürlich auch einen Impfschutz gegen Hepatitis A und B haben, hier gibt es keine klaren Regeln zur Auffrischung. Wichtig ist mir, dass alle Impfungen Kassenleistungen sind, dies hat sich bei den Hepatitisimpfungen für MSM leider immer noch nicht bei allen Ärzten herumgesprochen! Allerdings muss man sich natürlich dem Arzt gegenüber diesbezüglich outen. Alle Menschen mit chronischen Erkrankungen und alle, die über 60 Jahre alt sind, sollten außerdem an die jährliche Grippeimpfung im Herbst denken. Gibt es eine Faustregel, wie oft sich Mann auch ohne, dass etwas juckt oder sonst wie auffällt, auf bestimmte STI testen lassen sollte? Nein, feste, anerkannte Regeln gibt es hier nicht. Ich denke, es kommt sehr auf das eigene Sexualverhalten an, sprich: Wie sieht es mit Kondomgebrauch aus, hat man viele wechselnde, gegebenenfalls unbekannte Partner und so weiter? Wegen der langfristigen Relevanz für die Gesundheit und bei entsprechendem Sexualverhalten würde ich regelmäßig Untersuchungen auf HIV und Syphilis empfehlen, was sicher einmal pro Jahr ausreicht. Wie sinnvoll Abstriche auf andere STI (Gonokokken, Chlamydien) bei Menschen ohne Symptome sind, weiß man nicht. Diese Untersuchungen sind wegen der fehlenden Leistungspflicht der Krankenkassen auch nur über entsprechende Angebote von Beratungsstellen möglich, bzw. müssten privat bezahlt werden.

Gegen HIV und Hepatitis Der Arzt kennt gezielte Hilfen ADVERTORIAL Ausgerechnet „die schönste Sache der Welt“ kann schlimme Viruskrankheiten wie HIV/AIDS und Hepatitis übertragen. Verdrängung hilft da nicht. Gehen Sie keine Risiken ein: Nutzen Sie alle Möglichkeiten, um vorzubeugen – und machen Sie sich umfassend schlau! HIV und Hepatitis B gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Allein in Deutschland leben mehr als 84.000 Menschen mit HIV oder AIDS 1 . Bei Hepatitis B – einer Leberentzündung, die chronisch werden kann – sind es nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums etwa 300.000, wobei die meisten nichts von ihrer Infektion wissen. Schwule gelten als eine Hauptrisikogruppe. Denn HIV und Hepatitis werden besonders häufig beim Analverkehr übers Blut und Sperma übertragen. Medikamente für Vorsorge & Therapie Sowohl für die Vorbeugung als auch die Therapie gibt es heute wirksame Hilfen. Ärzte kennen zahlreiche Spezialpräparate, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Mittel gibt es häufig auch schon als Generika. Generika sind Arzneimittel, die Erstanbieter-Präparate „nachahmen“. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe, sind deshalb genauso wirksam und sicher, aber preiswerter. Bei Fragen dazu kann Sie der Arzt ausführlich beraten. Wie kann ich mich vor HIV schützen? Das A und O bleibt natürlich die konsequente Benutzung von Kondomen beim Sex. Zusätzliche Sicherheit bietet die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe), die „Vor-dem-Kontakt-Vorsorge“ mit Medikamenten. Nach Schätzung von Experten könnte sie hierzulande bis zum Jahr 2030 rund 9.000 HIV-Neuinfektionen verhindern 2 ! • Bei der PrEP verschreibt der Arzt HIV-negativen Menschen mit hohem Risiko für eine HIV-Ansteckung ein HIV-Medikament. Dieses enthält zwei Wirkstoffe, die die Vermehrung von HI-Viren blockieren, sollten diese beim Sex in den Körper gelangen. Täglich eingenommen kann die PrEP vor Ansteckung schützen. Vorher prüft der Arzt, ob der Patient garantiert HIV-negativ ist – eine Voraussetzung für die PrEP. Auch Hepatitis B und andere sexuell übertragbare Krankheiten sollten vorher ausgeschlossen werden. Die Kosten der Vorsorge-Therapie müssen Patienten allerdings selbst tragen, die Kassen zahlen sie bislang nicht. Durch Generika ist sie inzwischen aber für mehr Menschen mit hohem Risiko für eine HIV- Ansteckung erschwinglicher geworden. • Außerdem hat ein engagierter Kölner Apotheker ein Projekt für eine PrEP gestartet, die deutlich kostengünstiger ist als bisher. Damit soll dem gefährlichen Bezug von nicht in Deutschland zugelassenen und kontrollierten Mitteln übers Internet oder auf dem Schwarzmarkt die Grundlage entzogen werden. Denn Qualität und Nutzen der Vorbeugung sind nur bei ärztlicher Aufsicht und Medikamenten aus einer zertifizierten Apotheke sichergestellt. Was, wenn ich schon infiziert bin? Eine HIV- oder Hepatitis-Infektion kann lebensgefährlich sein. Bei einer frühzeitigen, gezielten Therapie allerdings ist ein weitgehend normales Leben mit guter Lebensqualität möglich. • Es gibt aber nicht ein Mittel für alle. Es braucht verschiedene Wirkstoffe und Kombinationen, die individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden müssen. Am besten, Sie suchen sich dafür einen in der HIV- oder Hepatitis-Therapie erfahrenen Doktor. • Wichtig auch: Informieren Sie sich gut über diese Krankheiten, z.B. auf Patienten-Veranstaltungen oder durch Info- Broschüren. Ob bei Vorsorge oder Therapie: Sich selbst gut auszukennen, gibt Sicherheit – beim Arzt, im Alltag und beim Umgang mit Medikamenten. • Für den Laien bestens verständliche Broschüren – etwa „50 Dinge, die jeder über HIV und AIDS wissen sollte“, den HIV-Ratgeber „Wie sag ich’s?“, „HIV-Wissen“ oder den „HIV Sozialratgeber“ – finden Sie beispielsweise zum Download auf der Website: www.hexal.de/gesundheit/ service/serviceartikel/serviceartikel.php 1 RKI, Epidemiologisches Bulletin Nr. 45, November 2016 2 DAGNÄ Workshop PrEP, Knud Schewe, 9. September 2017 www.hexal.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.