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hinnerk Januar 2017

BÜHNE 8 FOTO: ANDRÉ

BÜHNE 8 FOTO: ANDRÉ LEX Benefizkonzert YARED SINGT FÜR DIE REGENBOGENSTIFTUNG Unser Augustcovermodel Yared Dibaba meint es nicht nur ernst mit der Unterstützung der Vielfalt von Lebensentwürfen, er macht auch Ernst: Zugunsten der Regenbogenstiftung steht er am 29. Januar auf der Bühne des Tivoli. Wir fragten bei Lutz Johansson von der Regenbogenstiftung, Jörg Korell von der AIDS-Hilfe und natürlich bei Yared nach. •ck WIE HAT SICH DIE STIFTUNG ENTWICKELT? Lutz: Unser Baby ist im Oktober gerade zwei Jahre alt geworden und dafür recht umtriebig. Wir arbeiten ja ehrenamtlich mit drei Vorständen und 24 Kuratoren und Kuratorinnen und konnten darüber bereits etliche respektable Veranstaltungen realisieren. Das Spektrum reicht von Benefizkonzerten wie zum Beispiel mit Gustav Peter Wöhler oder jetzt mit Yared Dibaba bis Fachveranstaltungen. Hier zum Beispiel zur Pädagogik der Vielfalt, zum gesellschaftlichen Rechtsruck oder auch zum Thema Demenz. Zudem nehmen wir an Demonstrationen beispielsweise gegen die besorgniserregenden Eltern, für Vielfalt und natürlich an der CSD-Parade teil. WIE WICHTIG IST DIE UNTERSTÜTZUNG AUS DEM SHOWBUSINESS? Lutz: Diese Unterstützung ist unverzichtbar! Die Einnahmen aus den Benefizkonzerten könnten wir mit eigenen Veranstaltungen längst nicht toppen. Aber auch und vor allem in der gesellschaftspolitischen Positionierung sind wir überaus dankbar für die parteilichen Stimmen von prominenter Seite, denn die haben in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich eine ganz besondere Vorbildfunktion. DIE STIFTUNG UNTERSTÜTZT PROJEKTE DER AIDS-HILFE HAMBURG IN DER IN- TERKULTURELLEN PRÄVENTIONSARBEIT. WARUM DIESER BEREICH? Lutz: Das Zusammenspiel von Eingesessenen und Zugezogenen ist eine besondere Aufgabe, die unserer Auffassung nach gerade jetzt einer Verstärkung bedarf, damit sie kontinuierlich und mit langem Atem realisiert wird. IST DURCH DIE GEFLÜCHTETEN EIN ZULAUF IM EBEN GENANNTEN BEREICH ZU VERZEICHNEN? Jörg: Ja, das ist spürbar. Zwar fragen wir als anonyme Beratungsstelle nicht nach der Herkunft unserer Klienten, können aber feststellen, dass die Nachfrage in verschiedenen Bereichen bunter geworden ist. Interkulturelle Präventionsarbeit ist in der AIDS-Hilfe Hamburg nichts Neues, denn wir haben bereits seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in diesem Bereich mit unserem Team „Gesundheitsbotschafter“ und koordinieren in Hamburg die Präventionsarbeit für Migranten und Migrantinnen aus Hochprävalenzländern. Diese Erfahrungen und Netzwerke sind uns nützlich in der Arbeit mit Zugewanderten aus Krisengebieten. WAS VERÄNDERT SICH IN DER ARBEIT? Jörg: Wir haben Bereiche personell verstärkt, weil die Nachfrage deutlich gestiegen ist. Ein Beispiel hierfür ist die Jugendprävention. Hier hatten wir schon immer Gruppen jugendlicher Geflüchteter zu Gast, aber die Zahl der Veranstaltungen mit dieser Zielgruppe ist deutlich angestiegen. Wir haben unser Youthworkteam um männliche Kollegen aufgestockt, weil es sich fast ausschließlich um Jungengruppen handelt. Inhaltlich geht es viel häufiger um Fragen von Rollenbildern, Identität und Lebensweisenvielfalt, als das in der Arbeit mit Schulklassen der Fall ist. Für die Teilnehmer ist es häufig die erste Gelegenheit zu Selbstreflexion und sexueller Identitätsfindung in einem pädagogischen Rahmen. WELCHER SPEZIELLE ASPEKT DER ARBEIT DER REGENBOGENSTIFTUNG

Foto: Jutta Schwöbel DINNER FÖR SPINNER Komödie von Francis Veber 8. Januar bis 25. Februar 2017 FOTO: PRIVAT Kartentelefon: 040 / 35 08 03 21 oder online buchen: www.ohnsorg.de INTERESSIERT DICH BESONDERS? Yared: Mich interessiert vor allem die Arbeit des Cafés Afrika, da ich die interkulturelle Präventionsarbeit sehr wichtig finde. Hier ist es wichtig, dass Migrantinnen und Migrantinnen aufgeklärt werden und eine Anlaufstelle haben, bei der sie in ihrer schwierigen Situation Hilfe und Beratung erhalten. Gerade für Mitglieder von Communitys, wo das Thema HIV/Aids ein Tabu ist, ist es wichtig, jemanden zu haben, dem sie sich anvertrauen können. AUF WAS KÖNNEN SICH DIE GÄSTE DES BENEFIZKONZERTES BESONDERS FREUEN? Yared: Die Gäste können sich auf einen bunten Abend freuen. Wir werden gemeinsam Platt schnacken, singen und hoffentlich eine Menge lachen. Auf jeden Fall wird das kein Konzert zum Einfach-Rumsitzen und Konsumieren. Ich werde sicher einiges von mir erzählen, was ich in meinem Leben als ostafrikanischer Plattschnacker auf der ganzen Welt so erlebt habe. Es werden hundert Prozent Testosteron auf der Bühne stehen. Die Schlickrutscher und ich sind eine reine Männertruppe. Also alles, was auf Männer steht, wird auf seine Kosten kommen. Und wer nicht auf Männer steht, wird es spätestens ab diesem Abend. (lacht) Shantys, Schnacker und Schietbüddel im neuen Style! 29.1., Yared Dibaba und die Schlickrutscher, Schmidts Tivoli, Spielbudenplatz, Hamburg, S Reeperbahn, 19 Uhr, www.aidshilfe-hamburg.de, www.hamburgische-regenbogenstiftung.de, http://yared.de, www.tivoli.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.