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hinnerk Januar 2017

GESUNDHEIT 18 Interview

GESUNDHEIT 18 Interview VOM ABSTRICH ZUR PREP – PRÄVENTION WEITER DENKEN Das mit dem Sirius-Preis ausgezeichnete Projekt STI-Studio von Hein & Fiete bringt Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten (STI) filmisch an den Mann. Wir sprachen mit Filmemacher und PrEP-Aktivist Nicholas Feustel darüber und wie PrEP die Prävention beeinflusst. WIE KAM DAS STI-STUDIO ZUSTANDE? Ich hatte früher schon Videos für Hein & Fiete produziert, und dann kam irgendwann die Idee auf, eine Videoserie zu STI zu machen. Dafür wurde das Hein & Fiete Videoteam gegründet, und sie haben mich gefragt, ob ich wieder die professionelle Leitung übernehmen wolle, und das habe ich. WIE IST DANN DAS KONZEPT GEWACH- SEN? Das war reine Teamarbeit in der Videogruppe. Es hat ein wenig länger gedauert, weil wir versucht haben, das doch recht dröge Thema Prävention unterhaltsam aufzubereiten. WAS WAR DEIN HIGHLIGHT? Sowohl vom Look als auch von der Info her das Hein & Fiete-Labor zum Thema Schmierinfektion. Die Vision war CSI Miami mit dem ganz speziellen Licht und dieser Laboratmosphäre – das wollten wir nachbauen. Inhaltlich war mir ganz wichtig darzustellen, dass Kondome zwar sehr gut vor HIV schützen können, aber bei anderen STI, die oft als Schmierinfektion übertragen werden, nur recht bedingt schützen. Da reichen oft schon Münder, Finger oder sonstige Körperteile für eine Übertragung. EINE GUTE ÜBERLEITUNG ZUM THEMA „WAS IST SAFER SEX?“. DU HAST EINEN FILM ZUR PREP GEMACHT ... Ich habe mich mit meiner Firma georgetown media auf Filme zu Gesundheit und Menschenrechten spezialisiert. Dazu gehört auch HIV, und so kam ich schon 2010, also recht früh, auf das Thema PrEP. Ich habe es verfolgt und gemeint, wenn es funktioniert, könnte das eine tolle Sache werden. Irgendwann habe ich die Studienleiterin der PROUD-Studie kennengelernt, und daraus ergab es sich, dass ich die offizielle Videodokumentation über die Studie gedreht habe.“ WORUM GEHT ES? Es sind Interviews mit den Machern der Studie, mit Teilnehmern und mit Verantwortlichen aus dem englischen Gesundheitssystem. Im Film erklären wir, wie die Studie aufgebaut ist, warum es einen Bedarf gab, wie die Ergebnisse sind und was diese für die HIV-Prävention bedeuten. DEN FILM GIBT ES JETZT AUCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN? Ja, der Film war bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen zu sehen und dafür wurde eine untertitelte Version erstellt. In England ist der Film bereits auf Tour, um über PrEP aufzuklären. Das würde ich mir für Deutschland auch wünschen. Einzelne Termine gab es schon, zum Beispiel im Münchener SUB. Der Film eignet sich sehr gut als eine Art Impulsreferat für eine anschließende fundierte Diskussion. WIE KOMMT PREP AN? Total unterschiedlich. Ich beobachte durchaus einen progressiven Trend, aber es gibt auch noch große Vorbehalte. Das Thema ist komplex und eben auch für viele ein völlig neuer Ansatz in der Prävention, der Hürden überwinden muss. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, aber wir müssen langsam in die Puschen kommen. HEIN & FIETE IST BUNDESWEIT RECHT EINMALIG. WAS ERWARTEST DU DA IN RICHTUNG PREP? Ich finde, mit Hein & Fiete haben wir hier in Hamburg schon mal ein ganz tolles, Community-basiertes Testangebot. Die Anzahl der verschiedenen STI, auf die man sich dort testen lassen kann, sogar mit Abstrichen und Urinanalyse, anonym und kostenlos – das ist schon recht einmalig. Wenn wir PrEP richtig gut machen wollen, braucht es strukturelle Veränderungen. Ideal fände ich, wenn ein schwuler Mann für einen HIV-Test zu einem Projekt wie Hein & Fiete gehen kann, und wenn der Test negativ ausfällt, und sich im Gespräch ergibt, dass dieser Mann von PrEP profitieren könnte, dass er gleich dort ein Rezept für PrEP bekommen kann. Dafür müssten natürlich noch mehr medizinische Leistungen, wie zum Beispiel Messung der Nierenfunktion im Projekt integriert werden. Aber da müssen wir hin. •Interview: Christian Knuth www.heinfiete.de / www.georgetownmedia.de

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