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hinnerk HH August 2017

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24 NORDDEUTSCHLAND

24 NORDDEUTSCHLAND INTERVIEW SICHER BEIM CSD In der Bremer Szene kennt man ihn durchaus: Sven Rottenberg ist bei der Bremer Polizei der Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweise (AgL). Wir haben ihn ausgequetscht. Schwul sein bei der Polizei, ist das immer noch schwierig? Es kommt drauf an. Ist jemand geoutet und hat damit eine stabile Selbstsicherheit diesbezüglich, dann ist es relativ einfach, einen manchmal blöden Spruch auch entsprechend zu kontern. Doch wer nicht geoutet ist und sich um sein Privatleben eine Scheinidentität geschaffen hat, der könnte es tatsächlich schwer haben. Es gibt leider noch immer vereinzelte Kollegen, die die Lebenssituation von LGBTIQ*-Personen nicht kennen und manchmal bewusst oder auch unbewusst unpassende Kommentare abgeben. Doch hier versuche ich, durch Aufklärung entgegenzuwirken und Verständnis und Akzeptanz zu schaffen. Schwule Kollegen berate und unterstütze ich gerne bei ihrem Weg zum Outing oder zum Umgang mit der Situation, in der sie leben möchten. Seit über einem Jahr bist du Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Was genau gehört zu deinen Aufgaben? Hauptsächlich leiste ich Präventions- und Aufklärungsarbeit bei der LSBTI-Community. Ich bin auf vielen Veranstaltungen mit einem Infostand vertreten, gebe fachliche Informationen und stehe über mein dienstliches Mobiltelefon sowie per E-Mail als Ansprechpartner zur Verfügung. Weiterhin unterstütze und berate ich Opfer homophober und transphober Gewalt. Nicht alle wagen den Weg zur Polizei oder in die Öffentlichkeit, weil viele Betroffene aus Angst vor Repressalien nicht selten ihre Identität zu verbergen versuchen. Ich versuche als Ansprechpartner zu helfen, Hemmschwellen abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu erzeugen. Innerdienstlich berate ich zu verschiedenen Fragestellungen. Hierzu zählen unter anderem Fragen zum persönlichen Outing, zum Umgang mit LSBTI-Personen oder fachliche Unterstützung bei der Sachbearbeitung. Im Rahmen der Aus- und Fortbildung bin ich ebenfalls beteiligt, da die Polizei Bremen das Thema LSBTI dort integriert hat. Darüber hinaus findet eine enge Zusammenarbeit mit den polizeiinternen und den externen Beratungsstellen statt. Hierbei kann ich viele Problemstellungen frühzeitig erkennen und fachkompetent (re-)agieren. Gab es schon Erfolge? Ja, mehrfach. Es ist jedes Mal der Moment, wenn sich jemand an mich wendet, weil er Hilfe oder einen Rat braucht. Dann merke ich, dass die Arbeit Früchte trägt und man beginnt, mir – und damit der Polizei Bremen – zu vertrauen. Genau das ist das Ziel. Das freut mich, weil es so etwas bis vor einiger Zeit nicht gab. Am 26. August gibt es in Bremen einen Christopher Street Day. Wie ist die Polizei Bremen hier aufgestellt? Die Polizei Bremen wird mit ihren Verkehrskräften den CSD sicher durch die Innenstadt geleiten. Zusätzlich stehen im Umfeld weitere Beamte bereit, die bei Bedarf sofort vor Ort sind. Ich werde persönlich auch am CSD teilnehmen und als Ansprechpartner vor Ort am Infostand erreichbar sein. Gibt es am CSD-Tag weitere Ansprechpartner, wenn es zu homophober Gewalt kommen sollte? Ich werde zusätzlich noch von meiner Kollegin Corinna Schulz unterstützt, die ebenfalls als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Aus dem Polizeipräsidium wird ein weiterer Kollege im Veranstaltungsbereich anwesend sein. Grundsätzlich gilt jedoch: Bei Gefahr immer sofort und zuerst den Notruf 110 wählen. *Interview: Mathias Rätz 26.8., CSD Bremen, Hochstraße Richtung Martinianleger, www.csd-bremen.org

NORDDEUTSCHLAND 25 BENEFIZPARTY Bremen total! präsentiert Zur Finanzierung des Rat&Tat in Bremen ist es seit Jahrzehnten üblich, das Tanzbein zu schwingen. Nach einem Facelift vor einigen Jahren lockt das auch ein immer jünger werdendes Publikum, und BREMEN TOTAL entwickelt sich zu DEM Ereignis im Bremer Szenekalender. Die Moderation übernimmt 2017 Bremen-Vier-Star Julia Bamberg – gleich zu Beginn gibt es ein Livekonzert der jungen Bremer Band „KONFEDDI“ mit deutschem Indie-Pop. Die fünf Jungs kombinieren tanzbare Beats mit viel Gitarre, einer Portion Synthie und deutschen Texten. Die Künstler verzichten zugunsten des Zentrums auf ihre Gage! Draußen am Feuerkorb werden Vollblutmusiker zum Mit-Jammen einladen, während drinnen beim Eröffnungswalzer in die Partynacht getanzt wird. Beim Walzer bleibt es nicht: Die Musikmischung reicht von sommerlich poppigen Hits über Oldies bis zu Elektronisch-Housigem. Darüber hinaus wird es noch die eine oder andere Überraschung geben. *ck 12.8., Bremen Total, Café Sand, Bremen, Strandweg 106, 22 Uhr, Shuttle-Service alle fünf Minuten mit der Sielwallfähre, www.ratundtat-bremen.de Sa 2 4U h r FETISCH 21 Jahre Zone gratuliert Endlich Alkohol in Trump-Land. Und Sex. Aber wir sind in Bremen und das Spielparadies für Freunde queerer Fetischfreuden wird 21: Am 26. August, passend zum CSD in der Hansestadt, wird das mit der Community ausnahmsweise ohne Dresscode gefeiert. Ab 22 Uhr warten Überraschungen und der Resident-DJ darauf, entdeckt zu werden. Wie immer gilt für Nichtmitglieder ein einmaliger Mitgliedsbeitrag von 5 Euro. Dafür wird aber auch ordentlich aufgefahren. Alle Infos im Netz! *ck 26.8., 21 Jahre Zone, Zone283, Kornrstr. 283, Bremen, 22 Uhr, www.zone283.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.