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hinnerk Dezember 2021 | Januar 2022

Reise ISRAEL FOTOS: DAX

Reise ISRAEL FOTOS: DAX Sie gilt als die LGBTIQ*-freundlichste Metropole des Nahen Ostens. Wer nach Tel Aviv reist, erlebt eine Stadt voller Kontraste. Nirgendwo schmeckt Sabich besser als hier. An einem unscheinbaren Imbiss an der Ecke Tchernikhovski und Allenby Street drängelt sich eine kleine Gruppe von Foodies auf dem schmalen Gehweg. Inbal Baum, Gründerin von Delicious Israel, liebt es, ihren Gästen die kulinarische Vielfalt ihrer Wahlheimat näherzubringen. Auf ihren Food-Touren über die Märkte und Straßen Tel Avivs begegnet man Menschen aus aller Welt – vom arabischen Gewürzhändler bis zur italienischen Eisproduzentin – und schnell wird klar, warum die Stadt als ein kosmopolitischer Schmelztiegel von Kulturen, Religionen und persönlichen Lebensentwürfen gilt. Sabich zu Beispiel, Israels bekanntestes Streetfood, das in einem Pitabrot knusprige Auberginen, Politiker Idan Roll OFFEN FÜR NEUES gekochtes Ei, Tomaten und Gurken mit einer süß-scharfen Mangosoße namens Amba vereint, wurde von jüdischen Flüchtlingen aus dem Irak nach Tel Aviv gebracht. GROSSES SCHWULES GHETTO In keiner anderen Stadt im Nahen Osten ist die LGBTIQ*-Szene so sichtbar wie in Tel Aviv. Selbst während der Food-Tour mit Imbal, die über den Carmel-Markt mit seinen Obst-, Gemüse-, Fisch- und Fleischständen führt, weht vor mancher Auslage eine Regenbogenfahne im heißen Wind. „Das einstige ‚Gay Ghetto‘ zwischen den Straßen Sheinkin, King George und Allenby, wo einst das schwule Herz der Stadt schlug, gibt es eigentlich nicht mehr. Das schwule Ghetto ist inzwischen die ganze Stadt“, lacht Omer. Der schwule Israeli bietet queere Stadtführungen durch Tel Aviv an, bei denen er historische Entwicklungen wie die Anfänge des ersten Pride mit aktuellen Trends innerhalb der Szene verbindet. So stehen ein Halt am Holocaustdenkmal für schwule NS-Opfer ebenso auf dem Programm wie ein Zwischenstopp vor Tel Avivs größter LGBTIQ*-Bar Shpagat. Dort wurde Ende Juni 2021 während des Gay Pride ausgiebig gefeiert, denn zu dieser Zeit (vor Ausbruch der Delta-Variante) sah es so aus, als ob Israel dank seiner hohen Impfquote innerhalb der Bevölkerung und strikter Einreisebeschränkungen die Pandemie unter Kontrolle hätte. Und so beging die Szene ihren Pride mit einer verkürzten Parade entlang der Strandpromenade samt Abschlusskundgebung mit gut 100.000 Teilnehmenden statt der sonst bei offenen Grenzen üblichen 240.000. EINSATZ FÜR DIE EHE FÜR ALLE Auch Vertreter der neu gewählten Regierung ließen es sich dabei nicht nehmen, auf der Abschlusskundgebung vorbeizuschauen. In Anwesenheit des Ministers für öffentliche Sicherheit, Omer Bar-Lev sowie des schwulen Gesundheitsministers Nitzan Horowitz, richtete sich die Ministerin für Verkehr und Straßensicherheit, Merav Michael, in einem Grußwort an die Zuschauer. Ein weiterer schwuler Shootingstar der israelischen Regierung, Vizeaußenminister Idan Roll, feierte derweil auf der Straße mit seinem Mann, dem Pop-Sänger und Eurovison- Song-Contest-Teilnehmer Harel Skaat in der Menge. Roll, LGBTIQ*-Aktivist und ehemaliges Model, sitzt nun für die liberale Partei Jesch Atid, die vom derzeitigen Außenminister und alternierenden Ministerpräsidenten Jair Lapid gegründet wurde, in der Knesset. Eines seiner Ziele für die kommende Legislaturperiode sei, sich für die Ehe für alle in Israel starkzumachen, so der Politiker, der sich am Tag nach dem Pride mit internationalen LGBTIQ*-Medien traf, die mit einer Sondergenehmigung ins Land reisen durften. Seiner Meinung nach wird die neue Regierung weitaus progressiver in Hinblick auf LGBITQ*-Rechte sein als die rechts-konservative Regierung unter Benjamin Netanjahu. „Es sitzen nun eine Menge neuer Minister*innen in der Regierung, die die Rechte der Community verbessern wollen. Auch ich bin in die Politik gegangen, weil ich finde, dass wir als Community mehr politisches Engagement nötig haben.“ *dax www.goisrael.com http://visit.tel-aviv.gov.il

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