Aufrufe
vor 3 Monaten

hinnerk Dezember 2021 | Januar 2022

4 Szene Community CANDLE

4 Szene Community CANDLE LIGHT WALK Ab 18 Uhr startet am 30. November das offizielle Gedenken für die an Aids Verstorbenen und das Sichtbarmachen von Solidarität mit HIV-Positiven durch die Hamburger Szene mit einem Gottesdienst in der Hl. Dreieinigkeitskirche in St. Georg. Bischöfin Kirsten Fehrs wird die Predigt halten, mit dabei sind außerdem Pastor Thomas Lienau-Becker, Pastorin Elisabeth Kühn und das Team von positiv leben & lieben (ehemals Aidsseelsorge) und der schwule Männerchor Schola Cantorosa unter der Leitung von Martin Schneekloth. Ab 19:30 Uhr geht dann vor der Kirche der eigentliche Kerzen- Spaziergang durch St. Georg mit anschließendem Ausklang mit Glühwein auf dem Hansaplatz seinen Weg, organisiert in Kooperation mit Hein & Fiete sowie dem LSVD Hamburg. www.heinfiete.de WINTERPRIDE Noch bis 30. Dezember könnt ihr euch, sofern die Pandemie einen Gang zurückschaltet, beim Winterpride unter gültigen Corona-Regeln treffen und diese nun schon im zweiten Jahr gänzlich unseelige Zeit ein wenig kuschliger gestalten. Wie immer stehen unter der Woche Szenevereine am Zapfhahn und bessern die Corona-gebeutelte Kasse auf. An den Wochenenden spielen Szene-DJs und DJaneszum Schunkeln auf. www.winterpride.de GRAFIK: AHOI EVENTS ... eine neue beginnt. Am 17. November gab es bei Deutschlands mit Abstand größtem CSD-Verein Hamburg Pride einen für Teile der Szene unerwarteten Wechsel im Vorstand. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Stefan Mielchen stellte sein Amt zur Verfügung, um „Verantwortung weiterzugeben“, so Mielchen in der offizielle Mitteilung des Vereins. Er sei dankbar für das Erlebte, meine aber, dass Verein und CSD für eine Weiterentwicklung „eine Mischung aus Kontinuität sowie neuen Köpfen und Ideen“ benötige. Diesem Gedanken wurde die Mitgliederversammlung von Hamburg Pride gerecht: Neuer Co-Vorsitzender ist – neben Nicole Schaening – jetzt Christoph Kahrmann. Außerdem neu im Vorstand ist Ilka Kass, die diesem bereits von 2012 bis 2014 angehört hatte. Damit besteht der Vorstand nun aus: Nicole Schaening und Christoph Kahrmann als Co-Vorsitzende, Heiko Jensen (Finanzen), Dominik Maggi-Beiroth (Demoleitung), Inken von Hacht (Kooperationen), Ilka Kass (Veranstaltungen) und Manuel Opitz (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Nicole Schaening und Christoph Kahrmann: „Für Hamburg Pride geht eine Ära zu Ende, denn Stefan Mielchen hat in den letzten Jahren maßgeblich die CSD HAMBURG PRIDE: Eine Ära endet ... Geschicke unseres Vereins mitbestimmt. Wir bedanken uns für Stefans grenzenlosen Aktivismus, seine permanenten Impulse und sein Gespür für alle für uns relevanten Themen. Als Vorstandsteam sind wir bereit, dort weiter zu machen, wo wir stehen, aber auch Themen weiterzuentwickeln, um den Verein erfolgreich in die nächste Ära zu führen.“ Auf Facebook wurde der ehemalige und noch langjährigere Chefredakteur dieses Magazins emotionaler und ausführlicher. hinnerk dokumentiert sein Posting für all jene, die ihm auf Facebook nicht folgen. *ck IN HAMBURG SAGT MAN TSCHÜSS Nach acht Jahren endet heute meine Zeit im Vorstandsteam des Hamburg Pride e.V. 1994 hatte ich in Marburg begonnen, mich als schwuler Mann ehrenamtlich in der bzw. für die Community zu engagieren: zunächst im universitären Umfeld von AStA und Student:innenparlament, dann in Parteigremien, als Abgeordneter im Stadtparlament, bei der Aidshilfe, in Verbänden, Vereinen und Bildungseinrichtungen. Die vergangenen acht Jahre waren für mich aber besonders herausragend. Wir haben unseren Verein mit seinem zentralen Handlungsfeld des CSD erfolgreich weiterentwickelt. Wir waren

aber auch abseits dessen zur Stelle, wo es im Rahmen unserer Möglichkeiten lag (etwa bei den „besorgten Eltern“, nach Orlando, im Rahmen von G20). Zweimal hat uns die Hamburgische Bürgerschaft fraktionsübergreifend unterstützt: bei der Bewerbung um den EuroPride und bei der Ausrichtung unseres 40-jährigen Pride-Jubiläums. Wir haben wir uns in dieser Zeit inhaltlich immer klar positioniert: Mit eigenen Veranstaltungen, in Redebeiträgen, Interviews und Presseartikeln, aber natürlich auch in unserer Netzwerkarbeit – lokal, bundesweit, international. Heute sitzt ein Vertreter von Hamburg Pride im Vorstand unseres europäischen Dachverbandes EPOA, die Stimme von Hamburg Pride e.V. hat über unsere Stadt hinaus Gewicht. Immer wieder haben wir internationale Gäste zu uns nach Hamburg geholt, um u.a. über Menschenrechtspolitik zu sprechen, zuletzt im Rahmen unserer Menschenrechtskonferenz in diesem Sommer – für mich einer der Höhepunkt der vergangenen Jahre. Gleichzeitig konnten wir mehrfach Geflüchtete aus ganz Deutschland zum CSD einladen und ihnen die Möglichkeit geben, in der Demonstration auf ihre Lebensumstände aufmerksam zu machen und sichtbar zu werden. Wir haben viel FOTO: HAMBURG PRIDE Geld für queere Geflüchtetenprojekte in Hamburg zur Verfügung gestellt und auch die übrige Projektförderung ausgebaut. Dyke*March, IDAHOBIT, Bi+Pride und vieles mehr haben wir dadurch unterstützen können. Was wir in der Zeit meiner Verantwortung auf die Beine gestellt haben, macht mich dankbar und stolz. Dabei konnten wir auf dem soliden Fundament aufbauen, das unsere Vorgänger:innen nach teils schwierigen Jahren gelegt hatten. Es war eine tolle Teamleistung, nicht immer frei von Konflikten, aber stets gemeinsam getragen. Wir haben zuletzt die Herausforderungen der Pandemie gemeistert, aber auch den Prozess der Teamentwicklung und eines Generationswechsels angestoßen. Ich kann also heute ganz befreit loslassen und mich für das Vertrauen bedanken, das mir innerhalb und außerhalb des Vereins und des Vorstands entgegengebracht wurde. Das waren acht Jahre, die mich in der inhaltlichen Arbeit und durch die unzähligen persönlichen Kontakte und Begegnungen nachhaltig bereichert haben. Ich weiß nicht, auf wie vielen Pride-Demos ich seit 1994 war. Vom Wendland bis New York City waren einige dabei. Die erste habe ich 1998 in Marburg mit organisiert, und zum Dank am Vortag an meine Privatadresse Post von Nazis mit einer unmissverständlichen Gewaltandrohung erhalten. Nach Warschau ging’s vor etlichen Jahren mit Angst im Gepäck – und vor Ort nur unter massivem Polizeischutz. Durch Hamburg haben wir uns pandemiebedingt zuletzt mit dem Fahrrad bewegt, ein wenig back tot he roots. Und zum 50. Stonewall- Geburtstag ging‘s unter großem Jubel, aber auch mit Gänsehaut und feuchten Augen durch Manhattan. Egal wo und wie: Es war immer richtig, notwendig und gut. Denn es ist noch lange nicht vorbei. Die jüngsten Vorfälle in Hamburg zeigen, wie wichtig es bleibt, sich für Akzeptanz und gleiche Rechte, für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Dem Team, das für diese Arbeit künftig die Verantwortung übernimmt, wünsche ich aus tiefstem Herzen Kraft, Spaß und politisches Geschick. Danke, Hamburg Pride – keep on fighting!“ *Stefan Mielchen FOTO: ROMAN HOLST www.hamburg-pride.de FREI INSPIRIERT VOM LEBEN VON Céline Dion DAS HERZ SCHLÄGT NUR IM KINO /Aline.DerFilm

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.