Aufrufe
vor 3 Monaten

hinnerk Dezember 2021 | Januar 2022

18 KULTUR PSYCHE Muss

18 KULTUR PSYCHE Muss ich das? Darf ich das? Vor allem Queers merken spätestens während des Coming-out-Prozesses, wie viele Regeln, Normen und Stereotypen es gibt, die erfüllt werden müssen. Hat man dann sein Coming-out hinter sich, ist in der Berufswelt meist das zweite fällig, denn die Mehrheitsgesellschaft, meist binär und heterosexuell, projiziert erst einmal dasselbe in den neuen Kollegen hinein. Und ja, es kann sein, dass Chef*in stutzt, wenn man mit dem gleichgeschlechtlichen Partner zum Firmenevent kommt. Es gibt aber noch viel mehr Fallstricke, die auf einen Menschen warten, wenn er ins kapitalistische System eintaucht, um Geld zu verdienen. Das Buch „Bullshit Rules – 50 Regeln, die Sie brechen müssen, um Erfolg zu haben“ von Julien Backhaus ist dabei ein ganz guter Ratgeber und wartet schon anhand der Fülle an Ratschlägen und Tipps mit einer fast ebenso großen Fülle an „Das wusste ich nicht“-Momenten auf. Gerade wer einmal im Leben Mobbingerfahrungen gesammelt hat – ein eigentlich fauler Schreihals schmückt sich mit der von anderen geleisteten Arbeit, bekommt mehr Lohn und mehr Einfluss, beginnt, einen aus dem Arbeitsplatz zu drängen –, wird dieses Buch aufmerksam lesen. Und leider merken: Dieser toxische Tyrann hat ein bisschen was richtig gemacht. Denn „Eigenlob stinkt!“ stimmt nicht (mehr), man muss lernen, das zu thematisieren, was man leistet. Nur still seine sehr gute Arbeit zu machen, garantiert nicht, dass die Chefetage das wahrnimmt. Nein, wer „abwartet und Tee trinkt“, der wird in manchen Momenten der Verlierer sein. Ein bisschen Gorilla sollten wir zulassen: auf die Brust trommeln und auch mal ungefragt erzählen. Natürlich nicht immerzu, sonst ist man schnell der Unbeliebte, aber ab und an und nicht nur alle zwei Jahre. Ein Buch, das dir durchaus etwas bringen kann und zudem mit einem Beitrag von Harald Glööckler aufwartet. Und seiner Meinung über den Autor Julien Backhaus: „Ich liebe diesen Kerl, der hat Eier.“ *rä TIPP Die Memoiren einer Kiezpflanze Die geneigte Leser*innenschaft erinnert sich vielleicht an unsere Verlosung, bei der es Akt- Shootings bei Angelika Schreiber zu gewinnen gab. Nebst toller Lebensgeschichte in ganz kurzer Fassung. Die lange Fassung ist jetzt im Buchhandel erhältlich und ein tolles Weihnachtsgeschenk für Kiez-Neulinge und ehemalige Paulianer, die Heimweh nach diesem einzigartigen Refugium der Originale haben. Wir lassen die Autorin am besten selbst zu Wort kommen, um euch das Werk so richtig schmackhaft zu machen. Im Vorwort erklärt sie sich. fassen, dass er davon überhaupt nichts mitbekommen hatte. Er meinte: „Geli, dass musst du unbedingt aufschreiben und in einem Buch veröffentlichen. Was du erlebt hast, wird viele Leute interessieren, denn es ist eine aufregende Zeitreise mit Höhen und Tiefen und brutal offen.“ {...} Wie alles begann:Damals, Ende der 80er Jahre, kostete das Gramm Kokain ungefähr 250,-- Mark. Das war ziemlich viel Geld für eine Angestellte wie mich mit normalem Gehalt, wenn man sich jedes Wochenende etwas kaufen wollte ... Für Jugendliche unter 18 nicht geeignet!“ „Warum schreibe ich dieses Buch? Der Freund meiner Schwester, den ich schon 40 Jahre kenne, hat mich dazu ermuntert. Ich hatte ihm vor Kurzem erst Geschichten aus meiner Vergangenheit erzählt, die ich bisher verschwiegen hatte. Er war schockiert und konnte es nicht Für Jugendliche bis 88 dagegen sehr wohl. *ck EIN PRALLES LEBEN AM RAND UND MIT- TENDRIN – Ich bin Alles, außer gewöhnlich, Angelika Schreiber, Hardcover, 124 Seiten, tredition, ISBN 978-3-347-32515-9, shop.tredition.com

TIPP SHOW DINNER im StrandGut Resort Drei-Gänge-Menü und viel Spaß: Am 21. Januar 2022 wird das StrandGut Resort in St. Peter-Ording zur Bühne für Parodie und Travestie. „Das Gewöhnliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ Frei nach diesem Motto von Schriftsteller und Lebemann Oscar Wilde sollten sich Fans von Kulinarik und Travestie den 21. Januar 2022 im Kalender anstreichen. Und gerne auch gleich das ganze Wochenende drumherum einplanen, denn es gibt ein tolles Package aus Dinner und Übernachtung zu buchen. Das StrandGut Resort in St. Peter- Ording veranstaltet Norddeutschlands schillerndste Dinner-Show – mit Comedy, Gesang, professionellen Travestie-Künstler*innen. Neben der Thematik ist auch die Bühne bei dieser Show eine Besonderheit: Es wird nicht auf einem Podium gespielt, sondern mitten unter den Gästen. Die Show verbindet das Flair einer Revue mit dem Ambiente anspruchsvoller Gastronomie. Dragqueens und Paradiesvögel u.a. aus New York, Brasilien, Tunesien oder der Schweiz garantieren erstklassige Unterhaltung. StrandGut-Küchenbulle Markus Friederici lässt zu diesem Event seiner Kreativität freien Lauf und zaubert mit viel Leidenschaft ein passendes Menü à la Deichkind, bei dem er großen Wert auf frische und regionale Produkte setzt. „Für alle, die abends nicht mehr nach Hause fahren möchten, haben wir ein besonderes Wochenend-Package vorbereitet: Anreise am Freitag, Travestie Show Dinner am Freitagabend und zwei Nächte inklusive Frühstück als Verlängerung bis Sonntag,“ so Levke Kranzusch, Eventleiterin im StrandGut Resort. Neben diesem Showabend gibt es Im Dezember 2021 außerdem das Musical Dinner „Mamma Mia! Special“. Also: Nix wie raus aus der Stadt und ab an die Nordsee! Mehr Infos und Buchung: www.strandgut-resort.de Finden Sie Ihren passenden Partner über FOTO: STRANDGUT Jetzt parshippen

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.