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hinnerk Bremen/Niedersachen Mai 2018

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8 STADTGESPRÄCH

8 STADTGESPRÄCH INTERVIEW ECHO PARK Die neuen Arbeiten des Berliner Künstlers Florian Hetz entstanden im Winter 2018 während eines Residenzstipendiums in der Tom of Finland Foundation Los Angeles. Drei Monate lang begleitete Hetz das Leben und die Sexualität schwuler Männer im Stadtteil Echo Park. Wir sprachen mit dem Künstler, dessen Werke ab dem 18. Mai in Altona zu sehen sein wird. Wie kam es zur Ausstellung in Hamburg? Die Frappant Galerie ist einer der Kunsträume, die sich auch Themenbereichen widmen, die im Galeriebetrieb sonst gar nicht oder nur unterrepräsentiert vorkommen. Jedenfalls nicht so, wie sie eigentlich sollten. Frederik Busch, den ich vorher nur flüchtig kannte, fragte mich, ob ich mir so etwas vorstellen könnte, und nach einem sehr losen Konzept, das ich erstellt habe, entschieden wir dann, es einfach zu tun. Du veröffentlichst recht explizite Abbildungen von mann-männlicher Erotik. Die wird es auch in der Frappant zu sehen geben? Ich fände es seltsam, wenn ich diesen Teil meiner Arbeiten nun ausgerechnet dort nicht zeigen würde. Es ist ein wichtiger Inhalt meiner Kunst. Mann-männliche Sexualität ist erheblich unterrepräsentiert in der Kunstwelt und lässt sich auch eher schlecht verkaufen. Ich bin aber mit Magazinen wie dem Stern aufgewachsen, wo weibliche Sexualität, oder besser weibliche Nacktheit, permanent gegenwärtig war. Ich habe mich immer gefragt, warum das bei nackten Männern anders ist. Auch der Mann muss künstlerisch objektiviert werden dürfen. Ich war für drei Monate als artist-in-residence in die Tom of Finland Foundation eingeladen. Mein Ausgangspunkt dieser Arbeiten, die jetzt in Hamburg zu sehen sein werden, war ein Zitat von Tom, ich glaube aus dem Jahr 1988, in dem er erklärte, dass fast alle schwulen Männer seiner Generation extrem unter Scham und der Stigmatisierung gelitten hätten und er deshalb angefangen habe als positiven Gegenentwurf, dieses mann-männliche Utopia zu kreieren. Ich wollte in den drei Monaten in den USA eine Art Bestandsaufnahme machen. Wo steht die Gesellschaft, gerade auch unter den Eindrücken eines Donald Trump? Und wie ist dein Eindruck? Es ist natürlich nur meine sehr subjektive Sicht. Ich habe das Gefühl, dass es ins Private geht. Man zieht sich zurück. Viel Nesting, Paarbeziehungen, die sich auf ihr Heim konzentrieren. Merklich ist eine große Verunsicherung, die nicht nur die schwule Szene betrifft, aber umgekehrt die Szene trifft: Eine aktuelle Studie behauptete gerade, dass sich erstmals wieder eine Mehrheit der Amerikaner in Gegenwart von Homosexuellen unwohl fühlen würde. Und das steigt sogar noch weiter an. Gewaltverbrechen gegen Minderheiten nehmen weltweit zu. Und die Szene? Die habe ich als sehr divers wahrgenommen. Ganz anders als in Europa, oder gerade in Berlin, wo es zwar auch eine bunte Szene gibt, diese sich aber hauptsächlich auf die Party- und Klubkultur konzentriert. Die Diversität in Los Angeles zieht sich durch alle Lebensbereiche, was für mich als weißen Deutschen sehr spannend war. Noch mal: Meine Bestandsaufnahme ist eine sehr subjektive und soll und kann keine allgemeingültigen Aussagen treffen, kein reales Abbild des Zustandes der Gesellschaft zeigen. Wie arbeitest du? Glücklicherweise bin ich in der privilegierten Situation, dass mich sehr viele Menschen kontaktieren, weil sie Teil sein wollen von dem, was ich mache. Diese Kontaktaufnahme, das Kennenlernen, ist ein wichtiger Teil des Arbeitsprozesses. In LA habe ich zwei Dinge meiner regulären Arbeitsweise geändert: Ich habe nur mit Tageslicht gearbeitet, was die Werke in ihrer Farbigkeit und Emotion sehr verändert hat. Das andere war die Abkehr von starren Konzepten. In Berlin habe ich immer vorher „gewusst“, was ich mit dem Model machen will. In LA habe ich versucht, völlig frei in die Begegnung zu gehen, und mit der Kamera zu „beobachten“, was passiert. Es fiel mir teilweise recht schwer, nicht einzugreifen, nicht zuzurufen „Arm weiter hoch“ oder Ähnliches. Aber ich glaube, dass die Aufnahmen dadurch passend zu LA ein wenig leichter und spielerischer geworden sind. *Interview: Christian Knuth 19.5. – 10.6., Echo Park, Vernissage: 18.5., 19 Uhr, Frappant Galerie, Bodenstedterstr. 16, Hamburg, S Holstenstraße, www.frappant.org, digitalaidsss.tumblr.com 10.6., Artist Talk mit Florian Hetz, 16 Uhr

OFENBACH Zwei Pariser lassen tanzen STADTGESPRÄCH 9 Im Sommer 2018 soll das Debütalbum der beiden hübschen Franzosen erscheinen, die mit „Be Mine“ und „Katchi“ zwei fette Klub- und Charthits landen konnten. Uuuund jetzt kommt schon die neue Single: „Party“. *rä Ihr habt das Genre „Deep House Rock“ erfunden. Das kam eigentlich von selbst. Wir hören und spielen seit vielen Jahren Rockmusik. Aus diesem Genre kommen wir. Also haben wir all diese Einflüsse, die sowieso Teil unseres Lebens sind, in moderne Beats und Produktionen gehüllt. Eure Namen sind Dorian Lo und César de Rummel und ihr kommt aus Paris. Wie seid ihr auf einen deutschen Namen für euer Musikprojekt gekommen? Der Name kommt von dem französischen Komponisten Jacques Offenbach. César hatte einen Notenauszug von ihm über seinem Piano. Wir mussten damals unseren ersten DJ-Gig spielen und brauchten dafür schnell einen Namen. Wir haben einfach ein „f“ weggelassen und das war’s. Außerdem ist der deutsche Name großartig, weil wir Deutschland und die Fans hier mögen und oft hier spielen. Das nächste dicke Ding ist euer kommendes Album. Können wir eine Platte voller Superhits erwarten? Ja, es ist für Mai/Juni 2018 geplant und wir schreiben und produzieren es genauso, wie wir an unsere bisherigen Singles INTERVIEW FOTO: LOYD PURSALL herangegangen sind. Wir wollen Effizienz und Musik, die nach uns klingt. Aber wahrscheinlich erlauben wir uns, ein oder zwei etwas andere Lieder zu machen. #schulzemensliving #schulzetrendliving #schulzedekoliving #schulzeoutdoorliving #schulzeoutdoorliving #schulzemensliving #schulzetrendliving #schulzedekoliving Waldweg 95 | 22393 Hamburg Mo.-Fr. 10.00 - 18.00 Uhr I Sa. 10.00 - 16.00 Uhr Tel.: 040-6012012 I www.schulze-outdoorliving.de

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