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hinnerk Bremen August 2018

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6 HAMBURG FOTO: ROMAN

6 HAMBURG FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST INTERVIEW IST DAS PRIVATE IMMER NOCH POLITISCH? 2008 überraschte der hinnerk den eher links tickenden Teil der Szene mit dem Coverfoto des damals regierenden Ersten Bürgermeisters Ole von Beust. Obwohl das Outing schon fünf Jahre her war, war offenes Einstehen für Gleichstellung in der CDU immer noch ein schwieriges Thema. Und so formulierte hinnerk seinen Titel „Das Private ist politisch“ und stellte die schwulen Kandidaten zur Bürgerschaftswahl vor. Das ist zehn Jahre her und seitdem ist viel passiert. hinnerk traf sich mit dem aktuell Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Peter Tschentscher, in dessen Amtszimmer im Rathaus und sprach mit ihm über Schill, schrill und Liberalität.

HAMBURG 7 Herr Tschentscher, erinnern Sie sich noch an das Coming-out von Ole von Beust? Das war doch damals im Zusammenhang mit Herrn Schill. Genau genommen hat sein Vater diesen Job über ein Interview in der Welt übernommen. Ich weiß noch, dass das nur eine aus einer ganzen Ansammlung von Unverfrorenheiten war, die sich Herr Schill erlaubt hat. Warum war es für Sie damals schon eher unbedeutend? Die meisten wussten es vorher schon. Und es gab mit Klaus Wowereit in Berlin bereits ein Vorbild. Ich habe nur noch den groben politischen Ablauf in Erinnerung. Erst war man erschrocken, dass es diese Koalition überhaupt gab. Dann kam es noch schlimmer als befürchtet. Und am Ende gab es Neuwahlen und keinen Schill mehr. KLISCHEES UND VORURTEILE Ganz ehrlich: Hatten Sie in Ihrem Leben mal Vorurteile gegen Lesben und Schwule? Ich kann mich daran nicht erinnern. Ich bin jetzt 52. In meiner Schulzeit gab es andere Themen, die uns beschäftigt haben. Es ging um den Kalten Krieg, die Hochrüstung mit Mittelstreckenraketen Pershing 2 und SS-20 auf deutschem Boden, den Ausbau von Atomkraftwerken. Dagegen haben viele demonstriert – ich auch. Wir hatten Bedenken, dass sich Europa selbst in die Luft sprengt und wir nicht alt werden. Weil das so ein bestimmendes Thema war, ist alles andere eher in den Hintergrund gerückt. Inzwischen sind wir in der Gesellschaft wesentlich weiter, was die Fortschritte queerer Rechte angeht. Die rechtliche Gleichstellung ist mit der „Ehe für alle“ fast erreicht. Trotzdem halten sich Klischees und Vorurteile – zum Beispiel das des „schrillen Schwulen“ in Frauenkleidern. Dragqueens. Oder der Bereich Fußball: Kein aktiver Spieler steht dazu, homosexuell zu sein, weil es eine „männliche“ Sportart ist und man sie Schwulen nicht zutraut. Das ist bei uns in Hamburg anders. Wir sind eine tolerante Stadt und kennen das Leben in seiner ganzen Vielfalt. Niemand würde behaupten, Thomas Hitzlsperger sei ein schwacher Fußballspieler gewesen. Möbel, Lampen, Tequila SOFA PATRO Esstisch LOFT 899,- / 210 x 100cm (andere Größen vorrätig) DIE WÄSCHEREI DAS RESTAURANT 699,- COUCHTISCH TREES LEUCHTENSTUDIO NEUE ROOMSETS TIMOTHY OULTON ACCESSOIRES 159,-

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