Aufrufe
vor 1 Jahr

hinnerk August/September 2020

Seit 1993 ist hinnerk DAS (erst schwule) und heute queere Magazin für Hamburg und Norddeutschland.

4 SZENE Community 30

4 SZENE Community 30 JAHRE HEIN & FIETE Am 1. August feiert Hamburgs schwuler Checkpoint wirklich schon seinen dreißigsten Geburtstag. Und weil – im Gründungsjahr noch völlig undenkbar – schwule inzwischen heiraten dürfen, muss das Team auch nicht den Rathausmarkt fegen gehen. Dafür ist auch gar keine Zeit, denn der Post-Corona-Betrieb wird ausgeweitet: Es können nun schon 30 anstatt 16 Beratungen zum HIV/STD- Test angeboten werden (Di + Do, 16 – 20 Uhr, anonyme Anmeldung Mo, Mi + Fr von 16 bis 20 Uhr unter 040240333). Außerdem startet endlich das Chemsex-Selbsthilfeprojekt quapsss (www.heinfiete. de/quapsss). Projektleiter Marc Grenz wünscht sich zum Jubiläum vor allem noch mehr enthusiastische Ehrenamtler*innen, die die zahllosen Aktionen des Hauses unterstützen oder gar ganz neue Ideen mitbringen. *ck NACHGEFRAGT DER NEUE Simon Kuchinke hat es geschafft. Er ist an einigen seiner von der SPD Hamburg-Mitte aufgestellten Kandidat*innen vorbeigezogen und von seinen Wähler*innen trotz vorletztem Listenplatz ins Rathaus befördert worden. Der 29-Jährige hat das Kellnern im Gnosa gelernt und danach Leckereien von Tim Mälzer serviert. Genau diesen Servicegedanken hat er aber nicht nur im Wahlkampf auf Plakate geschrieben, sondern er entspricht seinem Politikverständnis: ZUSAMMENHALTEN Unterstützung und Dank Politik habe sich besser zu erklären, sagt er. Er will da sein, ob digital oder persönlich. Wir trafen Simon dann auch persönlich in Berlin und quatschten bei Kaffee, Kuchen und strömendem Regen über die Sozialdemokratie, schwules Leben heute, die HIV-Prävention und vor allem über Soziales: Was kann ein Jungpolitiker tun, wenn es mit der Corona-Soforthilfe oder dem Hartz IV-Antrag nicht klappt? Wie findet er den Koalitionsvertrag? Die Antworten gibt es Online unter männer.media/topics/simon-kuchinke! *ck „Liebe Freunde, Klubs und Saunas, bei denen es zu körperlicher Nähe kommt, bleiben leider vorerst weiterhin geschlossen. Wir sind jedoch zuversichtlich, euch hier in absehbarer Zeit, eine positive Veränderung mitteilen zu können. ... Sobald wir eine offizielle Freigabe haben, freuen wir uns endlich auf ein Wiedersehen mit unseren lieben Gästen.“ So schreibt es das Team der Dragonsauna auf Facebook am 3. Juli, bis Redaktionsschluss war leider immer noch keine Wiedereröffnung möglich. Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen – Habib und sein Team von der Dragon haben ihre Terminstopper dennoch weiter gebucht. Das war kein Fehler, wie Habib telefonisch bestätigte, sondern bewusste Unterstützung des Magazins. Dafür Danke! Bis Redaktionsschluss stand leider immer noch nicht fest, wann es wie weitergeht, auf hinnerk.de und www.facebook.com/Sauna. Dragon seid ihr aber als erstes informiert! *ck www.dragon-sauna-hamburg.com Exklusiv erhältlich bei Hein & Fiete und zur hinnerk Verteilung eventuell schon ausverkauft: die „Hamburg zeigt Flagge“ Community- Maske. Volker und Jochen sind auch schon seit über 25 Jahren ein Paar und gewannen die Maske bei der diesjährigen „Hamburg zeigt Flagge“-Aktion von Oliver Greve und hinnerk.

IN DIE ARMUT Sebastian erzählt, wie Corona sein Leben zerstört SZENE 5 Sebastian ist seit seiner erfolgreichen Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann freiberuflich als DJ SEET in Niedersachsen und NRW unterwegs. Damit finanzierte er sein Studium der Politikwissenschaften, um später im journalistischen Bereich durchzustarten. Dann kam COVID-19. WWW.BALLINSTADT.DE Um einmal ganz plastisch nacherleben zu lassen, wie der soziale Abstieg für Soloselbständige in kreativen Berufen bittere Lebenswirklichkeit ist, hat er sich bereit erklärt, hier ganz offen alles aufzulisten: ■ seit 2017 mit einem sehr guten Gehalt selbstständig und pflichtbewusst am Steuern zahlen ■ seit März 2020 coronabedingt berufsunfähig ■ 3.000 Euro Hilfe vom Staat bekommen (Niedersachsen hat hier den geringsten Betrag ausgezahlt, viele Bundesländer zahlten bis zu 9.000 Euro) ■ von den 3.000 Euro wurden vor allem offene Rechnungen beim Finanzamt bezahlt, da sie nicht für "private Ausgaben" wie die Krankenversicherung benutzt werden dürfen ■ hoffnungsvoll einen Antrag auf Grundsicherung gestellt. Abgelehnt. Für Studenten ist das in Niedersachsen nicht vorgesehen. Auch wenn sie bereits berufstätig sind. ■ die Krankenversicherung konnte bis Juni gestundet werden, war zum 15. Juli aber rückwirkend komplett fällig ■ - daher seit 15. Juli quasi zahlungsunfähig DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG IM AUSWANDERERMUSEUM BALLINSTADT SCHIRMHERRIN: OLIVIA JONES * Erhalten Sie 20% auf bis zu 5 Tickets im Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg. Gilt bis zum 31.10.2020 für reguläre, nicht rabattierte Tickets. Code: FULHINN0720 Und jetzt? Jetzt geht es erst so richtig los: ■ zwar kann sein Vater Sebastian kurz vor dessen 25. Geburtstag geringfügig unterstützen, er selbst ist aber Rentner und hat auch nicht besonders viel ■ die Krankenversicherung muss weitergezahlt werden, sonst würde die Universität eine Zwangsexmatrikulierung vollziehen und alle Leistungen der letzten Jahre wären nichtig ■ der im Juni gestellte Antrag auf Studentenhilfe wurde abgelehnt, weil "kein Förderungsbedürfnis erkennbar" sei ■ eine weitere Soloselbstständigenhilfe kann nur über einen Steuerberater beantragt werden, dieser würde 150 Euro kosten und wieder nur Ausgaben der Firma decken. Ein Gehalt darf er sich nicht zahlen, die reinen Betriebskosten eines DJs sind eher überschaubar ■ nebenbei hat Sebastian 230 Bewerbungen geschrieben und ausschließlich Absagen erhalte. Wer sucht schon Veranstaltungskaufleute. CREDIT: GOPARC HERFORD Werner G., 76 Jahre: „§ 175 – Jetzt Entschädigung beantragen!“ Hotline Entschädigung §175 0800 175 2017 schwuleundalter.de Wir lassen das einfach mal so wirken und wünschen Sebastian stellvertretend für zigtausende queere Soloselbständige in ganz Deutschland alles Gute und der Gesellschaft ein Einsehen mit der (Sub)Kultur. *ck

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.