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hinnerk April/Mai 2022

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MUSIK NACHGEFRAGT ALEXA

MUSIK NACHGEFRAGT ALEXA FESER über „LIEBE404“ Ganz gewissenhaft vertieft sich Alexa Feser bei ihrer Berliner Plattenfirma in ihren Soundcheck. Gleich wird sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder live spielen, um einigen Medienpartnern ein paar Stücke ihres Albums „Liebe 404“ persönlich vorzustellen. Auf der Bühne zu stehen, sagt sie, sei ihr das Allerliebste: „Das ist mein Lebenselixier.“ Darum hadert die 42-Jährige damit, dass ihr während der Pandemie die Auftrittsmöglichkeiten weggebrochen sind. Das war nicht bloß finanziell ein Desaster, sondern tat ihrer Seele überhaupt nicht gut. Alexa Feser stellte an sich fast schon depressive Züge fest. Ebenso litt sie darunter, während des Lockdowns nicht mehr in Cafés gehen und Leute beobachten zu können. Schließlich zog sie daraus in der Vergangenheit oft die Inspiration für ihre Lieder. Für ihren jüngsten Langspieler „LIEBE404“ musste sich die gebürtige Wiesbadenerin, die seit vielen Jahren in Berlin lebt, also neu orientieren. Sie richtete in erster Linie den Fokus auf sich selbst, beschäftigte sich in „Air Max“ mit einer Trennung und schrieb „Einen“ für zwei ihrer besten Freunde: „Sie gehen mit mir durch dick und dünn. Ich weiß, dass ich mich absolut auf sie verlassen kann.“ „Memo“ wiederum ist ein Plädoyer für Selbstliebe. „Man sollte das gehen lassen, was eh nicht bei einem bleiben möchte“, grübelt Alexa Feser. „Anfangs mag es hart sein, aus der Komfortzone herauszukommen. In der Retrospektive erkennt man aber meistens: Das war eigentlich ein Befreiungsschlag.“ Genau diese Erfahrung machte die Künstlerin, als sie ihr Leben ein bisschen entrümpelte. Sie trennte sich von Menschen und Gegenständen, ihre neue Wohnung im Stadtteil Friedrichshain hat nicht mal 50 Quadratmeter, zuvor konnte sie sich auf mehr als 100 Quadratmetern ausbreiten. Auch ihre Musik veränderte sich. Der Popsound ist minimalistischer geworden, die Texte sind wirklich auf den Punkt gebracht. Mit „Optimist“ feiert Alexa Feser diejenigen, für die das Glas immer halbvoll ist. Die Basis für diese Nummer lieferte Falcos „Egoist“, das erkennt man allerdings nur noch an der Melodie des Refrains: „Mit meinem Kreativpartner Steve van Velvet, der das Original geschrieben hat, wollte ich den Song zu neuem Leben erwecken – mit einer zeitgemäßen Botschaft. Heute sind eher Optimisten gefragt, keine Egoisten.“ Positiv zu denken, das war für Alexa Feser jedoch nicht immer leicht. Die Musikerin hatte einen gewalttätigen Vater, er schlug sie, ihren Bruder und ihre Mutter. Erst als sie zwölf war, trennten sich ihre Eltern. Sie flüchtete sich früh in die Musik, zusätzlich arbeitete sie ihre Kindheit mit einem Therapeuten auf. Seelische Narben hat sie trotzdem behalten: „Manchmal packt mich Angst oder Panik. Schuldgefühle kommen hoch, weil ich denke, ich hätte etwas falsch gemacht.“ Auf der anderen Seite haben ihre schlimmer Erfahrungen Alexa Feser aber erstaunliche Stärke verliehen: „Wenn mich jemand auf eine gewisse Weise zu manipulieren oder zu missbrauchen versucht, dann erkenne ich das relativ schnell.“ In der Konsequenz handelt sie, ohne zu zögern. Zuweilen vielleicht sogar übereilt: „Manchmal schätze ich Situationen als zu brenzlig ein, die möglicherweise gar nicht böse gemeint sind. Aus Selbstschutz lasse ich mich auf keinen Fall bevormunden.“ Ungern gibt Alexa Feser Sachen aus der Hand. Sie möchte entscheiden, welche Lieder oder Fotos sie veröffentlicht und was sie in den sozialen Medien von sich preisgibt: „Ich habe gern die Kontrolle über das, was ich tue. Hinzu kommt, dass ich Steinbock bin. Da habe ich die Tendenz, vieles allein machen zu wollen.“ *Dagmar Leischow

POP IGGY: „this is iggy“ „good old days“ hieß der erste Track, den der New Yorker Künstler Ignacio Ugarte als Iggy im Spätsommer 2021 veröffentlicht hat. Fortan ist alles noch etwas näher dran, tiefer gehend und um einiges persönlicher als unter dem Alias Lions Head. Mit seiner brandneuen Single „down“ läutet der Singer-Songwriter nun die Pre-Order für sein zweites Studioalbum „this is iggy“ ein, das dennoch gewissermaßen ein Debut darstellt: Es ist das erste als Iggy, unter neuem Namen und mit allem, wofür er steht. Neben „down“ und seiner Vorgängersingle „good old days“ wird auch „alien“, der gemeinsame Song mit Deutschrap-Legende Sido, auf dem bevorstehenden Album „this is iggy“ vertreten sein. TIPP Wallis Bird „Hands“ MUSIK Eine persönliche Angelegenheit, aus der man nicht nur – wie immer bei Wallis Bird – viele kluge Gedanken über das Leben, die Liebe, die Politik, das Universum und den ganzen Rest ziehen kann, sondern manchmal einfach tanzen, lachen und laut mitsingen kann. Denn auch das Abschütteln des Pandemie-Frustes, der hoffentlich zum Release im Frühsommer endlich halbwegs überwunden ist, steht auf ihrer Agenda. So ist „Hands“ von Wallis Bird also wieder eines dieser sehr eigenen, sehr persönlichen, schon wieder neue Facetten zeigenden Alben, die diese Künstlerin in schöner Regelmäßigkeit in die Welt schickt. BLUES Larry McCray „Blues Without You“ Der amerikanische Rust Belt Blues-Sänger und Gitarrist Larry McCray, der in den 1990er-Jahren mit der Veröffentlichung von zwei Major- Label-Alben zu einer festen Größe des Genres wurde, beweist mit der Ankündigung seines neuen Albums, das erste seit fast sieben Jahren, dass er erstärkt zurückkehrt. Produziert von Blues-Rock-Titan Joe Bonamassa und Josh Smith, wird die 12-Track- Sammlung über Bonamassas Keeping the Blues Alive Records (KTBA Records)/ Roughtrade am 25. März veröffentlicht. Über „down“ verrät der Musiker: „Ich fühle mich oft deprimiert, genau wie viele meiner Freunde. Ich glaube sogar, es geht den meisten Menschen so. Ich weiß, dass es Therapeuten und Psychologen, psychiatrische Einrichtungen und Seelsorge-Hotlines gibt. Aber manchmal – und sicher nicht immer – aber manchmal, wenn ein guter Freund oder eine gute Freundin bedingungslos für einen da ist, bereit ist, alles stehen und liegen zu lassen, um einen aufzumuntern, und mit einem lacht, statt einen auszulachen, kann solch eine Geste einfach die Welt bedeuten.“ www.iggyofficial.com DAS NEUE ALBUM AB 25. MÄRZ 2022 FOTO: SIMON LOHMEYER SPOTIFY CODE SCANNEN UND REINHÖREN INKL. DER SINGLES BEAUTIFUL JAMES / SURROUNDED BY SPIES / TRY BETTER NEXT TIME JETZT VORBESTELLEN! 01.10.22 / FRANKFURT / FESTHALLE /// 04.10.22 / STUTTGART / HANNS-MARTIN-SCHLEYER-HALLE /// 06.10.22 / BERLIN / MERCEDES- BENZ ARENA /// 19.10.22 / LEIPZIG / QUARTERBACK IMMOBILIEN ARENA /// 22.10.22 / HAMBURG / BARCLAYS ARENA /// 26.10.22 / MÜNCHEN / OLYMPIAHALLE /// 07.11.22 / KÖLN / LANXESS ARENA INFOS ZUR PRE-ORDER ODER TICKETS UNTER WWW.PLACEBOWORLD.CO.UK

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