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hinnerk April / Mai 2021

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8 SZENE FOTO:

8 SZENE FOTO: FOTOGRAFIERENDE / UNSPLASH / CC0 STUDIE EIN JAHR CORONA: Wie geht es uns? 300 queere Organisationen und Expert*innen wurden befragt, 41 Seiten bedruckt: Der Corona-Bericht zum Stand der Dinge in der queeren Szene ist fertig und kommt zu besorgniserregenden Ergebnissen. Bestehende Probleme verschärfen sich dramatisch. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH), der Bundesverband Trans* (BVT), der Verein Intersexuelle Menschen (IM e.V.) und der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) veröffentlichten diese Woche ihre Broschüre „Auswirkungen der Coronapandemie auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche, queere und asexuelle Personen in Deutschland“. Ziel der Veröffentlichung ist es, LGBTIQ*-Rechte stärker in den Fokus der kommenden Bundestagswahl zu rücken. Hier ein paar Ausschnitte: FINANZIELLE ÄNGSTE Finanzielle Probleme von Beratungsstellen und kulturellen Orten verstärkten sich unter anderem durch die notwendig gewordene technische Aufrüstung. Initiativen befürchten zudem, dass ihre Arbeit in der Pandemie vom Staat für unnötig erklärt und unter kommenden Haushaltskürzungen besonders leiden wird: „ Angestellte verzichten zu Jahresbeginn in manchen Fällen sogar auf einen Teil ihres Gehalts, damit keine Kolleg*innen entlassen werden müssen.“ Tammo Wende von RosaLinde Leipzig VERANSTALTUNGEN UND HILFSANGE- BOTE WERDEN SELTENER Fast 40 Prozent der im Heft befragten Initiativen gaben an, dass sie den Großteil ihrer Veranstaltungen absagen mussten. Der Rest wurde ins Digitale verlagert. Obwohl viele queere Menschen unter dem Verlust von Präsenzveranstaltungen leiden, freuen sich viele ältere, chronisch kranke und behinderte Menschen über Online-Formate, die ihre Teilnahme erstmals ermöglichen. KATASTROPHALER ZUGANG ZUR GESUNDHEITSVERSORGUNG Queere Menschen leiden besonders oft unter mentalen Krankheiten. Die Dauerpräsenz von Diskriminierungserfahrungen verbindet sich nun mit den Auswirkungen der Corona-Krise: Isolation, Existenzangst, Sorge um sich und andere. Der Bedarf an diskriminierungssensiblen Psychotherapeut*innen ist dementsprechend weiter gestiegen. „In einer Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2017 berichteten lesbische, schwule und bisexuelle Menschen doppelt so häufig wie heterosexuelle Menschen, dass bei ihnen schon einmal eine depressive Erkrankung diagnostiziert wurde.“ Noah Rieser von TransInterQueer e.V. und das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf berichten unabhängig voneinander, dass das ständige Gängeln durch medizinisches Personal bei inter- und trans*geschlechtlichen Personen zur Vermeidung von Corona-Tests führt. Dazu kommt, dass sich die Bearbeitungsdauer von Anträgen auf Namensänderung etc. bei trans* Personen verlängert und Operationen abgesagt werden. Tragisch, da auch ohne Pandemie eine rechtliche und medizinische Transition Jahre dauern kann. SOZIALE ISOLATION Queere Geflüchtete sind in der Pandemie unterschiedlichsten Gefahren ausgesetzt:

STELLENAUSSCHREIBUNG Bei Hein & Fiete, dem schwulen Checkpoint in Hamburg, ist zum 01.05.2021 oder später die Stelle „Vor-Ort-Arbeit in den schwulen/ bisexuellen Szenen Hamburgs“ neu zu besetzen. Einer Corona-Infektion durch überfüllte Sammelunterkünfte, schlechtere Chancen auf Asyl durch den Wegfall von rechtlicher Beratung und Isolation wegen der Streichung von Community-Treffen. Wegen der schlechten Internetverbindung in ihren Unterkünften können sie nicht auf digitale Angebote zurückgreifen. Angesichts dieser schwierigen Umstände gelangen Lilith Raza vom Queer Refugees Deutschland und Ibrahim Willeke von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule & Trans* in NRW zu folgender Einschätzung: „Seit Beginn der Pandemie haben wir [die beiden] einen deutlichen Anstieg von Suizidalität, Gewalterfahrungen, Depressionen und Angst unter geflüchteten LSBTIQA+ beobachtet.“ Hein & Fiete ist ein Projekt zur HIV/STI-Prävention für schwule und bisexuelle Männer in Hamburg. AUFGABEN • Organisation, Planung und Durchführung von Präventionsaktionen in der schwulen/bisexuellen Szene • Organisation, Anleitung, Betreuung und Führung der ehrenamtlichen Gruppe „Safety Crew“ (Szene- & Vor-Ort-Arbeit-Gruppe) • Organisation von Veranstaltungen • Administrative Tätigkeiten im Checkpoint • Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Teambesprechungen und Supervision • Regelmäßige Informationsverteilungen und Kontaktpflege zu den Läden der schwulen Szene (Gespräche mit Wirten, Partyveranstaltern, Pornokinobesitzer u.a.m.) • Begleitung und Weiterentwicklung der Selbstverpflichtung der „schwulen Wirte“ • Präventionsberatung in unserem HIV/STI-Testangebot • Pflege des Internetauftritts von Hein & Fiete (Homepage, soziale Netzwerke, Gay Health Chat etc.) • Erstellen von Materialien für die Vor-Ort-Arbeit Carolina Brauckmann vom Verband Lesben und Alter weist neben den Schwierigkeiten der Pandemie auf die Krisenerfahrenheit von älteren queeren Menschen hin: Sie besäßen durch lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Kämpfe in der letzten Jahrhunderthälfte erprobte Bewältigungsstrategien. VERORDNETE FAMILIENIDYLLE Im Zuge des Infektionsschutzes wird laut Rebekka Blum, Francis Seeck und Ilka Quindeau die Familie wieder traditioneller: Der Kontakt zu Herkunftsfamilien und monogamen Partner*innen wird weniger streng eingeschränkt, als bei Freund*innen und mehreren Partner*innen. Fatal für queere Menschen, da viele LGBTIQ*-Personen sich mit einer selbst gewählten Familie enger verbunden fühlen. Polyamore Menschen werden durch solche Regelungen gezwungen, sich zwischen Partner*innen zu entscheiden. *vf VORAUSSETZUNGEN • Studium der Sozialpädagogik, Psychologie, Pädagogik oder vergleichbare Qualifikation • Selbständiges Arbeiten, Kontaktfreude und Kreativität • Berufserfahrung in schwuler Projektarbeit oder AIDS-Hilfe • Erfahrung im Bereich: Organisation, Anleitung und Beratung • Erfahrung in der Arbeit mit Ehrenamtlichen • Bereitschaft zur flexiblen Abend- und Wochenendarbeit • Erfahrung in Anleitung von Gruppen • Internet- und EDV-Kenntnisse WIR BIETEN • 35 h Stelle / Vergütung in Anlehnung TVL-S • Zusammenarbeit in einem freundlichen und engagierten Team, vier Hauptamtliche und ca. 90 Ehrenamtliche • Supervision und Weiterbildung Viele queere Menschen arbeiten selbstständig, um Diskriminierung zu entgehen. In der Pandemie sind sie besonders oft von Hartz 4 betroffen, da sie als Soloselbstständige nicht arbeitslosenversichert sind und die Corona- Maßnahmen des Bundes für sie größtenteils unwirksam waren. So auch DJ Seet, der im hinnerk 8/20 von seinen Erfahrungen berichtete. FOTO: SELFIES NÄHERE INFORMATIONEN Marc Grenz, Tel. 040/240440, marc@heinfiete.de, www.heinfiete.de (Geschäftsführung) BEWERBUNGEN AN Prävention e.V., Vorstand Pulverteich 21, 20099 Hamburg www.heinfiete.de • www.iwwit.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.