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gab September 2021

Musik FOTO: EUGENIO

Musik FOTO: EUGENIO RECUENCO NACHGEFRAGT Pop mit anderen Mitteln: IMANY Natürlich ist es gewagt, wenn man seinen großen Erfolg mit einem Dance-Remix hatte – dem Hit „Don‘t Be So Shy“ von 2015, der es mittlerweile auf über eine Milliarde Aufrufe bringt – und sich nun auf das Cello als Basis für neue Lieder beschränkt. Gleichzeitig sagt es viel darüber aus, mit welchem Selbstbewusstsein Imany ihren Weg geht. Weil es für sie ganz normal zu sein scheint, Widerstände als Herausforderung anzusehen und sich davon nicht aufhalten zu lassen. „Da ich es geschafft habe, Mutter zu werden, ohne meine Arbeit zu vernachlässigen, beschloss ich, nicht mehr zu zweifeln. Das heilige weibliche Feuer zu akzeptieren, nicht als eine dominierende Kraft, sondern als eine, auf die man bauen kann. Was zählt, ist das, was Sinn macht. Und es gibt nichts, was eine Frau nicht tun kann.“ Was sie uns also auf „Voodoo Cello“ präsentiert, entspricht ihr deshalb – nach eigener Aussage – so viel mehr als stampfende Klubbeats. Schon ihre ersten beiden Alben schielten nicht in Richtung Tanzfläche und so ist es nur konsequent, dass auch die neuen Lieder allesamt subtile, sinnliche Arrangements voller Gefühl und Intensität sind. Doch dieses Mal werden sie ausschließlich von acht Cellist*innen und Imanys Stimme getragen. Auf den ersten Blick klingt das nach einer gewagten Idee, doch dieses Instrument hat die Fähigkeit vieles auszudrücken – es kann ebenso kratzig wie sanft, aggressiv oder einschmeichelt klingen. Erst dadurch wird auch die eher ordinäre Idee, ein Coveralbum aufzunehmen, plötzlich zu einem lohnenden Projekt. „Manchmal hat man den Eindruck, es sind Blechblasinstrumente oder E-Gitarren … Als würden sie herumgeistern.“ Natürlich steht und fällt ein solches Album mit der Auswahl der zu covernden Lieder. Es geht nicht nur um Bandbreite und Vielfalt, sondern ebenso darum, alles sinnvoll zusammenfinden zu lassen – zum Beispiel die regelrecht brutale Version von Blacks „Wonderful Life“ einer zärtlichen und gutgelaunten Interpretation von Elton Johns „I‘m Still Standing“ gegenüberzustellen. Gerade so, als wären alle Songs schon immer dafür vorgesehen gewesen, auf einem Album zu erscheinen. Überhaupt – auch wenn die Arrangements oft ziemlich dramatisch und ernst klingen, zeigt sich in der Zusammenstellung auch die Lockerheit und der Humor des Projektes. Es grenzt ja schon fast an Frechheit, „Total Eclipse of the Heart“ auf diese Art neu aufzunehmen und damit durchzukommen. Dazu gibt es dann noch ebenso Madonnas „Like a Virgin“ (ganz verträumt) wie „All the Things She Said“ von TaTu (kantig), um alles mit einem klassischen Ed Sheeran abzuschmecken. Und sogar den oft (und oft auch zu Recht) gescholtenen Imagine Dragons wird neues Leben gegeben. „Es ist alles ein bisschen verrückt!“, gibt Imany gerne zu und erklärt: „Die Produktion ist sehr komplex: acht identische Instrumente, das ist technisch ziemlich aufwendig.“ Trotz dieser Beschränkung wird es nicht einen Moment langweilig: „Voodoo Cello“ ist Pop mit anderen Mitteln. Dass sie diesen besonderen Weg einschlug, hatte übrigens viel damit zu tun, dass sie seit ihrem letzten Projekt neue Extreme des Lebens kennenlernte: das Glück und die Intensität Mutter zu werden, ebenso wie ein Burnout mit allen Konsequenzen zu erleiden. Ihr Leben änderte sich, doch anstatt zu versuchen, den alten Status Quo wiederherzustellen, ließ sie sich darauf ein, eine neue Herangehensweise zu finden. Und genau das ist es, was dieses Coveralbum zu einem Ereignis macht. *fis

UNDERGROUND Keye Katcher: „Wir alle Eins“ Seine aktuelle Single „It’s Gonna Be Good“ ist eine kleine Hymne! Keye Katcher ruft in diesem Lied dazu auf, sich gemeinsam zu unterstützen. „In guten Zeiten und vor allem in ‚bad times‘ – wir sind Mensch und stehen für uns ein“. Der queere Gassenhauer wurde in einer Zeit geschrieben, in der nicht nur der Berliner Künstler, sondern wir alle viel positive Energie dringend brauchen. Ende vergangenen Jahres entstanden die ersten Skizzen, die Keye auch damals schon ein Stück weit aus dem tristen Pandemie-Blues holten und ihm selbst eine optimistische Einstellung für 2021 brachten. Für Oktober ist seine EP „Wir alle Eins“ geplant. KULT Barbras Geheimtipps und ein Duett mit Kermit Kein Scherz, die legendäre Musikerin präsentiert auf ihrem neuen Album „Release Me 2“ neben Hochkarätern wie Barry Gibb (von den Bee Gees) auch die grüne „The Muppet Show“- Kultfigur, den grünen Frosch. Und das beweist Barbras Sinn für Humor! TIPP DRANGSAL „Exit Strategy“ Musik Sein neues Album ist das Dokument eines gereiften Künstlers. Drangsal hat noch nie so frei musiziert und so wandlungsreich gesungen wie hier, und er hat auch noch nie so wagemutig und schillernd getextet: von der Gegenwart zurück in die deutsche Romantik und wieder voran bis zum restringierten Code der Generation Z. „Exit Strategy“ ist reich an Facetten, aber — das ist das Tolle daran — es ist dabei nicht beliebig: Alles passt aneinander, jede noch so abseitig scheinende musikalische oder lyrische Volte fügt sich bruchlos in ein großes Bild. FOTO: VIDEO.SIREN „Release Me 2“ ist ein sehr abwechslungsreiches und sehr, sehr interessantes Album, findet man hier eben nicht weltbekannte Klassiker wie „Tell Him“ mit Céline Dion oder „Woman in Love“ (mit den Bee Gees im Chor), sondern Lieder, die bisher nicht erschienen waren oder nur irgendwo mal zu hören gewesen sind. Aber Barbra Streisand sind sie wichtig – und das ist auch gut so, denn jetzt können wir sie endlich hören. „Release Me 2“ erscheint auf CD, Vinyl und natürlich digital. *rä DAS NEUE ALBUM OUT NOW! NEUE LIVE-TERMINE UND TICKETS AUF WWW.MARKFORSTER.DE

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