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GAB Oktober 2021

28 KULTUR TANZ

28 KULTUR TANZ Solocoreografico So viel live wie möglich und so digital wie nötig: Das Tanzfestival „Solocoreografico“ startet vom 4. bis 9. Oktober im Frankfurter Gallus Theater. So viel live wie möglich und so digital wie nötig – so lautet das Motto für Solocoreografico-Macher Raffaele Irace. Soll heißen: Es wird neben jeder Menge Live-Performances auf der Bühne des Gallus Theaters auch wieder einen Abend mit der beliebten Tanzfilmreihe des Festivals geben. Den Live-Auftakt zum Festival gibt die Finnin Maria Nurmela am 5. Oktober; sie zeigt zwei Stücke, das gelobte „Closer to the wild heart“, das Tanz mit einer ausgefeilten Licht- und Soundinstallation verbindet, sowie „Piercing in the Dark“, eine Einführung in Nurmelas kommendes Projekt; beide Stücke basieren auf literarischen Vorlagen. Am 8. und 9. Oktober werden jeweils sieben Solochoreografien als gemeinsames Abendprogramm gezeigt. Zum Beispiel das Stück „Freedom“ des in Indien geborenen Choreografen Raphael Bianco; Tänzer Cristian Magurano zelebriert mit beeindruckendem körperlichem Einsatz den Wunsch nach Freiheit. Die Probleme bei der optimalen Zeiteinteilung und der daraus resultierende Zeitdruck hat die Choreografin und Tänzerin Clémence Juglet in ihrem Stück „I need to“ thematisiert – wie entkommt man dem tagtäglichen Hamsterrad? Den Abschluss des Festivals bildet am 9. Oktober die Verleihung des diesjährigen Solocoreografico- Tanzpreises. Zusätzlich bietet das Festival die Möglichkeit an Tanzworkshops mit Choreografen teilzunehmen; für die Workshops sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Das Festival für Solotanz wurde 2014 in Italien vom Choreografen Raffaele Irace gegründet. Die renommierte Plattform für internationale Solotanzstücke bringt Tänzer*innen aus der ganzen Welt zusammen und pflegt Kontakte von Turin über Lyon, Berlin und Hannover bis hin nach Oklahoma, Jerusalem und Ankara. Die inzwischen als eigenständig etablierte Frankfurt Edition von Solocoreografico findet zum vierten Mal statt. *bjö 4. – 9.10., Gallus Theater, Kleyerstr. 15, Frankfurt, 20 Uhr, www.solocoreografico.com, www.gallustheater.de Cristian Magurano in der Choreografie „Freedom” von Raphael Bianco. FOTO: ANDREA MACCHIA FESTIVAL Tanzplattform Rhein-Main Vom 28. Oktober bis 14. November wird das Rhein-Main-Gebiet erneut zum Zentrum der internationalen Tanzszene: Die Tanzplattform Rhein-Main präsentiert zwei Wochen Uraufführungen und hochkarätige Gastspiele in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt. Im Spotlight: Tänzer und Choreograf Emanuel Gat FOTO: JUBAL BATTISTI Im Spotlight des Festivals steht diesmal der israelische Tänzer und Choreograf Emanuel Gat, der mit seinen außergewöhnlichen Arbeiten seit Jahren zu den radikalen Denkern der Tanzszene zählt. Er vergleicht die heutige Arbeit von Choreografen mit den Eigenschaften des Urknalls, „ein Fraktal, das sich gleichzeitig in alle Richtungen und Dimensionen bewegt“. Er überprüft und verändert regelmäßig seine eigenen Arbeitsweisen, versucht immer wieder neue Aspekte und Ausdrucksformen im Tanz zu finden und dabei vor allem das Verhältnis von Musik und Tanz immer wieder neu zu betrachten. Das Festival zeigt zwei Stücke seiner in Frankreich beheimateten Company „Emanuel Gat Dance“ sowie die Fotoausstellung „2020“. Die Liebe zur Musik spielt im Stück „Lovetrain2020“ eine besondere Rolle: Zu den Songs der britischen Popband Tears for Fears entwickelt sich eine Art Musical mit der außergewöhnlichen Bewegungssprache des Choreografen (7.11., Staatstheater Darmstadt). „Act II & II or The Unexpected Return Of Heaven And Earth“ entstand im Januar 2021, spontan während der pandemiebedingten Aufführungspause. In nur 10 Tagen wurde das Stück entwickelt, das zur Musik von Puccinis „Tosca“ intim und zugleich kraftvoll existenzielle Themen wie Liebe, Verrat, Eifersucht, Hoffnung, Krieg und Verfolgung thematisiert (28. und 29.10., Frankfurt LAB). Die Fotoausstellung „2020“ im Kunst- Haus Wiesbaden ist eine von Emanuel Gat selbst fotografierte Retrospektive der bisherigen Arbeit seiner Company. Er begleitet Proben und Aufführungen regelmäßig mit seiner Kamera. Weitere Höhepunkte des Festivals sind Choreografien von Claire Cunningham, der Sebastian Weber Dance Company oder von Tony Rizzi. *bjö 28.10. – 14.11., Tanzplattform Tanzfestival Rhein-Main, Vorstellungen in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt, www.tanzfestivalrheinmain.de

ZEITGEIST FOTOS: DOMINIC MENTZOS TANZ BALLETT Jacopo Godani und die Dresden Frankfurt Dance Company zeigen noch einmal „Zeitgeist Tanz“ – als teilweise neu zusammengesetzten, dreiteiligen Ballettabend mit einem Forsythe-Klassiker, einem Stück von Marco Goecke sowie der neuen Choreografie „Bach off!“ von Jacopo Godani. Der Abend startet mit einem dynamischen Klassiker: „Quintett“ von William Forsythe, der 1993 in Frankfurt Premiere feierte; Jacopo Godani war damals selbst Mitglied des Ballett Frankfurt. Zum mantraartigen Klang von Gavin Bryars’ „Jesus Blood never failed me yet“ ist das Stück mit seinen Soli, Duetten und Trios nicht nur eine Huldigung an den Tanz, sondern auch an das Leben; Forsythe entwickelte die Choreografie einst für seine im Sterben liegende Ehefrau. Immer offen für Kooperationen hat Jacopo Godani für den zweiten Teil des Abends den Choreografen Marco Goecke eingeladen, der mit dem Ensemble die Arbeit „Good Old Moone“ mit Musik der New Yorker Rock-Poetin Pattie Smith inszeniert. Marco Goecke war bis Ende 2017 langjähriger Hauschoreograf an den Staatstheatern Stuttgart und ist heute unter anderem Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. Als Finale des Abends stellt Godani die eigene neue Arbeit „Bach off!“ vor. Theoretischer Hintergrund ist die Frage, wie man klassisches Kulturgut – in diesem Fall Violoncello-Suiten von Johann Sebastian Bach – in die Gegenwart projizieren kann: „Diese Cello-Partituren verdienen eine junge, zeitgenössische Interpretation, so dass neue Generationen lernen, den unglaublichen kulturellen Wert unserer Vergangenheit zu verstehen und zu schätzen“, so Godani. Es spielt live Petar Pejčić. Bereits im Frühjahr war die Aufführung von „Zeitgeist Tanz“ geplant; damals kamen lediglich „Good Old Moone“ von Marco Goecke sowie die Choreografie „Hollow Bones“ von Jacopo Godani als Videostream zur Aufführung. Nun kann man den kompletten dreiteiligen „Zeitgeist Tanz“-Abend mit dem neuen Schlusssatz live auf der Bühne erleben. Auch „Hollow Bones“ wird noch einmal live zu sehen sein: im November als weiterentwickelte, abendfüllende Version. *bjö 21.10., Bockenheimer Depot, Carlo-Schmid-Platz, Frankfurt, 20 Uhr, weitere Aufführungen am 22. – 24.10. und 28. – 31.10., www.dresdenfrankfurtdancecompany.de Alle 11 Minuten 1) verliebt sich ein Single mit 1) Hochrechnung aus Nutzerbefragung 2016, Deutschland

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