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gab Oktober 2020

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8 FRANKFURT FOTO: WAT/

8 FRANKFURT FOTO: WAT/ MICHAEL HEINSEN GESUNDHEIT DIE SACHE MIT DEM RISIKO ... Ein Gedankenaustausch zu sexuellen Kontakten in Zeiten von Corona mit Björn Beck vom Präventionsprojekt „HESSEN IST GEIL“. Frei ausgelebte Sexualität ist mit den Corona-Sicherheitsvorkehrungen kaum denkbar: Wer eine Infektion ausschließen möchte, sollte auf Sex mit neuen, unbekannten Partnern verzichten. Das ist klar – aber wohin mit den sexuellen Bedürfnissen, die man ja nicht einfach ausschalten kann? „Für viele in der Community sind solche Begegnungen ein wichtiger Teil ihrer sozialen Kontakte, die gerade zu Beginn der Pandemie ebenfalls schon deutlich reduziert waren“, bestätigt Björn Beck vom Präventionsprojekt „HESSEN IST GEIL“. „Beobachtungen zufolge sind Parkplätze und Cruising- Spots tatsächlich stärker frequentiert als vorher. Das liegt sicherlich einerseits am Wetter, andererseits ist die Kommunikation an diesen Orten ziemlich reduziert und die Begegnungen bleiben eher kurz“. Das reicht vielen als Reduzierung des Infektionsrisikos – andere wiederum verurteilen Menschen, die solche Dates pflegen. „Wir leben alle in unterschiedlichen Kontexten, haben ganz verschiedene Bedürfnisse und treffen so auch nicht alle die gleichen Entscheidungen“, meint Beck vermittelnd. „Und wie beim Safer Sex auch, sollte man immer das Schutzbedürfnis und die Entscheidungen anderer respektieren“. Die Risikoabwägung ist und bleibt ein Kompromiss. Sie sollte Aspekte wie die eigene körperliche Verfassung und die eigenen Grenzen miteinschließen, aber auch das Bewusstsein, dass unbekannte Sexpartner immer Teil eines Infektionsnetzwerks sein könnten und damit für alle Beteiligten ein Risiko darstellen. Björn Beck empfiehlt ergänzend: „Ich kann nur dazu ermutigen, pragmatische, individuelle Entscheidungen zu treffen. Und auch wenn das ansonsten ja eher verpönt ist, vielleicht zu notieren, wann man mit wem ein Date hatte und auch die Kontaktdaten zu haben. So kann man, wie bei STIs auch, die betreffenden Personen im Falle einer Infektion kontaktieren und so Infektionsketten unterbrechen“. Welche anderen Alternativen gibt es? „Das Spielfeld ‚Sex’ ist ja ziemlich groß und vielfältig“, meint Beck. „Das bietet also vielleicht auch eine Gelegenheit, ‚alte Klassiker’ wie Telefonsex, Sextoys oder die vielen Möglichkeiten des Cybersex mal (wieder) für sich zu entdecken. Eine andere Möglichkeit wäre so etwas wie eine „Pandemie-Monogamie“, also feste Sex-Kontakte für diese Zeit – und vielleicht auch darüber hinaus? Wir sind für unsere Kreativität bekannt. Die sollten wir jetzt nutzen und pragmatische Lösungen finden“. *bjö Kontakt zu Björn Beck über www.hessen-ist-geil.de FOTO: LUCINE MOSCHREF Lucine Moschref beschäftigt sich in ihren Fotografien und ihrer Performance mit Masken GENDER Queere Körper Im LSKH startet am 18.9. die ursprünglich für Ende März angekündigte Gemeinschaftsausstellung „_somebody“ von Adina Schinauer, Cat Woywood, Lucine Moschref und Tristan_Marie Biallas. Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Queere Körper“. „Wir setzen uns mit unseren eigenen Körpern auseinander und entdecken ihre – unsere – Widerständigkeit“, sagt die Gruppe über ihre Arbeiten. „Wenn es nicht mehr darum geht, fremde Bilder zu erfüllen, entsteht Raum, uns selbst zu erfühlen“. Gezeigt werden Fotoarbeiten und Zeichnungen. Um auch Besucher*innen, die sich gegenwärtig nicht sicher im öffentlichen Raum bewegen können oder wollen, eine Teilnahme zu ermöglichen, wird die Ausstellung parallel im Kulturhaus und auf der Website www.awe-somebody.de stattfinden. Am 10. Oktober gibt es via Zoom ein offenes Gespräch mit den Künstler*innen, am 24. Oktober eine weitere offene Zoom-Runde mit einem Austausch für „queere Personen, die sich als ver_rückt, chronisch krank oder be_hindert bezeichnen oder so markiert werden“. Start der Zoom-Runden: jeweils um 15 Uhr. *bjö „_somebody“, LSKH, Klingerstr. 6, Frankfurt, www.lskh.de, Online-Ausstellung über www.awe-somebody.de

FRANKFURT 9 FOTO: COTTONBRO, PEXELS.COM, GEMEINFREI YACHAD Frankfurt Nach über 20 Jahren Auszeit hat sich die Gruppe Yachad („gemeinsam“), der Treff für jüdische Lesben und Schwule, in Frankfurt wieder neu zusammengefunden. Wir haben mit Hans und David gesprochen. „Vor 20 Jahren war Yachad Frankfurt sehr aktiv“, erinnert sich David, der bereits Ende der 90er dabei war. „Wir trafen uns hin und wieder zu Feiertagen und zum Schabbat. Dazu luden engagierte Mitglieder oft auch zu sich nach Hause ein. Zum Beispiel wurde am Schabbat auch ein Kiddusch-Gebet gesprochen und die religiösen Mitglieder haben einen eigenen Siddur, ein jüdisches Gebetsbuch, zusammengestellt. Es gab auch einen jüdischen Salon mit Lesungen und wir haben am CSD mit einem Wagen teilgenommen, was wahrscheinlich der erste eigene jüdische Wagen auf einer CSD- Parade in Europa war“. Die Gruppe aus etwa 20 Personen fiel auseinander, als einige der organisierenden Mitglieder aus Frankfurt wegzogen. Das ist nun 20 Jahre her. Grund genug, die Gruppe wieder aufleben zu lassen – das dachte sich Johannes „Hans“ Aaron Andrees, der damals zwar noch nicht dabei war, nun aber die Initialzündung gab: „Wir treffen uns seit Januar diesen Jahres einmal im Monat“, so Hans. Die Coronapandemie kam dazwischen, aber seit Juli finden die Treffen nun wieder regelmäßig statt – momentan im Café Morcolade. Per Mund-zu- Mund-Propaganda hat sich das Treffen herumgesprochen: „Es kamen dann auch Freunde von Freunden zu den Treffen, die ich zum Beispiel vorher gar nicht kannte“, erzählt Hans. Die Gruppe soll offen für alle queeren Jüdinnen und Juden und auch deren Partner*innen sein: „Wir sind nicht speziell religiös ausgerichtet“, erklärt Hans. „Bei uns steht die jüdische Kultur im Vordergrund. Natürlich können diejenigen, die gemeinsam religiöse Feste feiern möchten, dies tun, da sind wir wie gesagt ganz offen. Man sollte selbst jüdisch sein, das ist das Bindeglied der Gruppe“. Teilnahmen an CSD-Demos sind ebenfalls wieder geplant: „Natürlich möchten wir wie jede Gruppe, sei es ein Sportverein oder ein Manager-Club, für die Rechte homosexueller Menschen kämpfen“, erklärt Hans. Gefreut hat ihn, dass die Yachad-Treffen bereits im Kalender der jüdischen Gemeinde Frankfurt als Stammtisch eingetragen wurden „Das waren die Treffen der früheren Gruppe wohl nicht“, meint Hans. „Wie in allen Religionen gilt: Je orthodoxer, desto mehr werden Homosexuelle verteufelt. In Frankfurt ist die Gemeinde mittlerweile wohl schlauer geworden und hat unsere Termine nun offiziell aufgenommen“. Interessierte können über die Facebook- Gruppe oder Hans’ E-Mail-Adresse Kontakt aufnehmen. *bjö Yachad Frankfurt, Treff am letzten Sonntag des Monats, 14 Uhr, Café Morcolade, Infos und Kontakt über Yachad-Frankfurt bei Facebook und joan-aaron@gmx.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.