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46 KULTUR Die

46 KULTUR Die Mainsirenen bei einem ihrer letzten Konzerte, 2019 bei der AIDS-Gala in Karlsruhe. FOTO: TOM KOHLER MAINSIRENEN WHEN WILL WE BE FAMOUS? Mit diesem augenzwinkernden Titel feiert der schwule Frankfurter Chor „Die Mainsirenen“ im November sein 35-jähriges Jubiläum. Das Programm handelt von der Lust und den Tücken des Choralltags, aber auch von den Fallen des täglichen Lebens und davon, wie man beides am besten umschifft, um am Ende doch etwas zum Feiern zu haben. Wir haben Chorleiter Luzian Lange zum Interview getroffen. *bjö Wie sind die Mainsirenen durch die Pandemie gekommen? Habt ihr überhaupt singen oder proben können? Es war unglaublich anstrengend, aber es hat sich gelohnt, wir sind fast wieder vollständig und hatten einen wunderbaren Erfolg im Juni auf dem Festival „Monaccord“ in München. Im harten Lockdown haben wir die Proben dienstags durch ein Onlinetreffen „Chat ‘n‘ Drinks“ ersetzt, einfach um in Kontakt zu bleiben. Später gab es Proben in kleinen Gruppen und mit weitem Abstand in unserem Probenraum in der Friedenskirche. Auch online gab es Versuche. Ehrlich: Das machte alles keinen großen Spaß und fand nur mäßigen Anklang. Seit Sommer 2021 proben wir wieder in Präsenz und sind unglaublich froh darüber. Aber wir testen uns weiterhin vor jeder Probe! Wie ist das neue Programm „When will we be famous?“ entstanden? Spielte Corona da auch ein Rolle? Nach der Pandemie mussten wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Stimme wieder finden. Es war toll zu erleben, wie unser Chorklang allmählich wiederkam. Daher hatte unser Programm in München den Titel „Kleine Brötchen – gut geschmiert!“. Das sind Lieder, die auch in kleinerer Besetzung gut klingen und trotzdem unverwechselbar sind. Da spielte auch Corona eine Rolle, zum Beispiel im Song „Die Videokonferenz“, mit seinem überraschendem Ende. Für unser Festprogramm zum 35jährigen Jubiläum haben wir ein ganz neues Intro kreiert und aus einem nicht aufgeführten Programm ein paar passende und besonders effektvolle Lieder wieder aufgegriffen. Dadurch wird Corona weniger wichtig. Es ist eine runde Sache geworden, die uns viel Spaß macht! Wie ist die Aufgabenverteilung bei den Mainsirenen? Gibt es „Texter“ und „Komponisten“ für die Songs? Und wer kümmert sich um die Dramaturgie der Show? Es gibt eine „Programmgruppe“, in der die Aufgaben verteilt werden: Texte, Lieder, Kostüme, Bewegung und Gesamtkonzept werden dort besprochen und dann dem Chor vorgeschlagen. Ich bin froh über die Zusammensetzung dieser Gruppe, denn manche von uns denken mehr in Richtung „Show“, andere mehr thematisch, wieder andere achten auf Innovation. Die Gruppe ist offen für alle Mitglieder, aber es hat sich herausgestellt, dass man diesem kleinen Kreis vertraut. Im Probenprozess werden dann natürlich auch zusätzliche Ideen aus dem Chor aufgegriffen und umgesetzt. Für Lieder, Texte und Arrangements gibt es ein Duo: Mark Hudson und Luzian Lange. Aus wie vielen Sängern bestehen die Mainsirenen aktuell und was muss man mitbringen, wenn man eine Chorleiter Luzian Lange Mainsirene werden möchte? Es hat eine Weile gedauert, bis wieder 20 Sänger bei einer Probe anwesend waren, aber jetzt nähern wir uns wieder der 30, auch durch einige wunderbare Neuzugänge. Mitbringen muss man Zeit, Engagement und Zuverlässigkeit, dass man bei den Proben, Konzerten und Festivals auch dabei ist. Aber Notenlesen muss man zum Beispiel nicht können. Stimme und Gehör werden dann bei uns geschult, das kommt mit kontinuierlicher Übung. Und Tenöre nehmen wir mit Handkuss! Was ist aus dem Programm „Who the Fuck is Judy?“ geworden, das ja eigentlich 2020 Premiere feiern sollte? Das Programm haben wir vor einem Jahr offiziell beerdigt. Es war dem „vorpandemischen“ Chor auf den Leib geschrieben, aber wir haben uns verändert. Auch der damalige Anlass „50 Jahre Stonewall“ ist nun Jahre her. Doch wie bei jedem Programm feiern einige Lieder ihre Auferstehung: Beim Jubiläumsprogramm sind vier Judy-Lieder mit am Start! 12. und 13.11., Gallus Theater, Kleyerstr. 15, Frankfurt, als Gastchor sind die RosaKehlchen aus Mannheim / Heidelberg im Vorprogramm dabei, www.mainsirenen.de, Tickets über www.gallustheater.de FOTO: JÖRG OLIVER HOHMANN

MUSICAL Halleluja: Sister Act KULTUR 47 Das Feel-Good-Musical Sister Act feiert am 12. November Premiere im English Theatre. „Heavenly fun on sinful earth” – in chaotischen Zeiten steht vielen der Sinn nach Zerstreuung. Wer soll es einem vergönnen? Vor allem, wenn das English Theatre das schwungvolle Musical „Sister Act“ ins Programm aufnimmt? Ungewöhnlicherweise lieferte die Filmfassung von Sister Act – legendär im Jahr 1996 besetzt mit Whoopie Goldberg – die Vorlage für das Bühnenmusical, das 2006 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Die Story ist übersichtlich: Barsängerin Dolores ist die Freundin eines zwielichtigen Milieubosses. Als sie in diesem Zusammenhang Zeugin eines Mordanschlags wird, bringt die Polizei Dolores im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms als Nonne verkleidet und unter dem Decknamen „Mary Clarens“ in einem Kloster unter. Die lässige Dolores hat zunächst Schwierigkeiten, sich in die rigide Klosterordnung einzufügen. Aber Mutter Oberin erkennt das Gesangs- und Tanztalent der Undercover- Nonne und lässt sie den bislang eher traurigen Klosterchor betreuen. Das Experiment glückt: Dolores alias Schwester Mary bringt den Chor nach vorne – und zwar so weit, dass selbst der Papst in Rom von der erfolgreichen Chortruppe erfährt und seinen Besuch ankündigt. Leider bekommt auch die Unterwelt Wind von den Geschehnissen; ein Spitzel enttarnt Dolores und verschleppt sie aus dem Kloster. Doch die Gangsterbande hat nicht mit der Power der Schwesterngemeinschaft gerechnet, sie nun alles dransetzt, um Dolores zu befreien. Den Löwenanteil am Erfolg des Musicals haben nach wie vor die mitreißenden Gospel-Songs des Stücks sowie die schwungvollen Choreografien. Für das English Theatre führt Ewan Jones erstmals die Regie, musikalischer Direktor ist Mal Hall, der in dieser Funktion bereits für „Cabaret“ und „Sweeney Todd“ im English Theatre erfolgreich tätig war. Halleluja! *bjö 12.11. – 2.4.2023, English Theatre, Gallusanlage 7, Frankfurt, 19:30 Uhr, Spieltage: Di – Sa 19:30 Uhr, So 18 Uhr, www.english-theatre.de AnTHOLOGIE portrait of an artist ILLUSTRATION: THE ENGLISH THEATRE FRANKFURT 2022 1. – 4. Dezember schauspiel frankfurt tickets 069 212 494 94 www.dresdenfrankfurtdancecompany.de

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