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gab November 2022

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4 FRANKFURT TRANSGENDER

4 FRANKFURT TRANSGENDER DAY OF REMEMBRANCE Der 20. November ist der in vielen Ländern begangene Gedenktag für Opfer trans*feindlicher Gewalt. In Frankfurt wird es anlässlich des TDoR einen Gottesdienst in der Liebfrauenkirche geben, eine Gemeinschaftsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität dgti* und des Arbeitskreises Jugendarbeit im Bistum Limburg. Mit dabei sind der Diözesanjugendpfarrer Stefan Salzmann sowie Tabea Eberl und Eric Tilch vom Arbeitskreis. Geplant ist außerdem eine Kundgebung. 20.11., Liebfrauenkirche, Liebfrauenberg, Frankfurt, 14 Uhr, mehr Infos zum TDoR in Frankfurt über queere-jugend.bistumlimburg.de/ und www.dgti.org FOTO: LENA BALK, UNSPLASH.COM Community BI-STAMMTISCH Bisexuelle Menschen werden in ihrem Begehren für mehr als ein Geschlecht oftmals nicht ernst genommen – sie gelten als nicht richtig geoutet oder gar wankelmütig. In Frankfurt existiert der „B+ Stammtisch“, an dem bisexuelle Menschen ihre Erfahrungen austauschen und über ihr Begehren offen sprechen können. Der Stammtisch findet jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat an wechselnden Orten statt; Infos und Kontakt gibt es über Theresia Krone (t.krone@broken-rainbow. de, 0159 06386640) und Marie Karlos (marie. karlos@ah-frankfurt.de, 0159 04730249). *bjö KOLUMNE „NICHTS GESCHENKT“ In dieser Ausgabe denkt Jessica Purkhardt darüber nach, wie das entsteht, was Szene und Community ausmacht, und ob man es verbrauchen kann. ZWISCHEN Wir sind es gewohnt, dass alles da ist. Wasser aus dem Hahn, Strom aus der Steckdose und Gas für die Heizung. Kaum jemand, zumindest in Deutschland, kennt noch Zeiten, in denen es anders war. Darüber, dass wir uns daran gewöhnen durften, können wir froh sein. Gleichzeitig hat unser jahrzehntelanges unkritisches Verbrauchen nicht nur das Weltklima drastisch verändert, sondern uns auch in die Abhängigkeit von menschenverachtenden, aber rohstoffreichen Regimen geführt. Verantwortungsvoller Konsum ist Übungssache und nicht schon mit dem Griff ins Bio-Regal erledigt. Die Hamsterkäufe in den ersten Monaten der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wenig belastbar unsere Fähigkeiten diesbezüglich sind. Es braucht nicht einmal den Mangel an Existenziellem, um unsere unsolidarische, egoistische Seite zum Vorschein kommen zu lassen. Allerdings haben Unternehmen naturgemäß ein Interesse daran, uns Konsum zu ermöglichen, um Geld zu verdienen. Wir Verbraucher*innen können uns also zurücklehnen. QUEERE COMMUNITY: GEMEINSCHAFTSPROJEKT STATT KONSUMPRODUKT Unsere Zivilgesellschaft ist dagegen kein Selbstbedienungsladen. Dass sie und die sozialen Strukturen, aus denen sie zusammengefügt ist, widerstandsfähiger, moderner, gerechter und lebenswerter werden, liegt im den zeilen Interesse von uns allen. Daran zu arbeiten, nimmt uns deshalb niemand ab. Das gilt auch im kleineren Maßstab für unsere LGBTIQ*- Communitys. Sie kommen nicht vom Fließband, es gibt niemanden, der ihre subkulturellen Szene-Orte schaffen kann, ohne dass wir sie selbst mit queerem Leben füllen und zu für uns sicheren Räumen umwidmen. Community ist kein Konsumprodukt, sondern ein Gemeinschaftsprojekt, das umso wertvoller wird, je mehr Menschen darin einen Wert erkennen und ihn mit ihrem Engagement mehren. Die Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und rechtliche Gleichstellung queerer Menschen sind heute so hoch wie nie. Nichts davon wurde ihnen bereitwillig von der Mehrheitsgesellschaft angetragen, sondern jahrzehntelang erstritten, eingeklagt und herbeidemonstriert. Vor allem jene, die die queerpolitischen Kämpfe des letzten Jahrhunderts nicht erlebt haben, tun sich schwer mit der Erkenntnis, dass LGBTIQ* auch heute nichts geschenkt bekommen und im Zweifel für ihre Belange selbst eintreten müssen. Aktuelles Beispiel ist die Frankfurter Initiative „Sag’s dem Barkeeper“, mit der die Szene-Wirt*innen die Verantwortung übernehmen, die Politik und Sicherheitsbehörden für den Schutz queerer Minderheiten nicht zu tragen bereit sind, indem sie bundesweit, einheitlich und vergleichbar eine niedrigschwellige Erhebung tatsächlicher queerfeindlicher Straftaten veranlassen. Die Initiative ist ein wichtiges Zeichen, das deutlich macht, dass für Lesben, Schwule und Transgender eben noch längst nicht alles gut ist, aber gleichzeitig aufzeigt, wie es besser geht. *jp FOTO: WILLIAM WHITE, UNSPLASH.COM

FRANKFURT 5 COMMUNITY RICKY WILD: Ausgezeichnet! FOTO: SCHEPP / HMSI Der diesjährige Hessische Preis für Lesbische Sichtbarkeit wurde Erika „Ricky“ Wild verliehen. Die Inhaberin von Frankfurts langjährigster Lesbenkneipe „La Gata“ ist seit 51 Jahren Chefin ihres Lokals in Frankfurt Sachsenhausen. Wahrscheinlich ist das La Gata damit sogar die älteste Lesbenkneipe der Welt. Was aber auf jeden Fall sicher ist: „Erika Wild hat mit dem La Gata einen einzigartigen Ort geschaffen und erhalten“, so Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration, in seinem Statement zur Preisverleihung, die am 5. Oktober im Schloss Biebrich in Wiesbaden stattfand. „Seit 1971 finden Lesben im La Gata einen wichtigen und geschützten Ort für Austausch und Empowerment“, Ricky Wild mit dem Hessischer Minister für Soziales und Integration Kai Klose so Klose weiter. „Schon in der Gründungszeit hat Erika Wild enorme Durchsetzungsfähigkeit und Ausdauer bewiesen. Anfang der 1970er eine Bar für Frauen zu eröffnen und zum Erfolg zu führen, war alles andere als ein leichtes Unterfangen – und ist es bis heute nicht. Erika Wild hat als Unternehmerin einen Ort geschaffen, der der Community am Herzen liegt. Durch ihr Engagement leistet sie einen bleibenden Beitrag dazu, lesbische Sichtbarkeiten in Hessen und darüber hinaus zu stärken“. Der Hessische Preis für Lesbische Sichtbarkeit ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 2020 alle zwei Jahre verliehen. *bjö

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.