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GAB November 2020

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gab – das Gaymagazin

4 FRANKFURT Kolumne

4 FRANKFURT Kolumne ILLUSTRATION: JANIS CIMBULIS SPORT Die Freude ist groß, wenn die Tür aufgeht und der Rollator im Zeitlupentempo aber zielstrebig wie eh und je auf den Stammplatz am Tresen der Frankfurter Szene-Bar zusteuert, der eilfertig geräumt wird. Mit seinen heute 97 Jahren ist „die Prinzessin“ nur knapp am Kaiserreich vorbeigeschrammt, hat die dunkelste Zeit des 20. Jahrhunderts überlebt und die auch danach fortgeführte Verfolgung homosexueller Männer in der Bundesrepublik überstanden. Er ist ein bescheidener Mann und macht in seinem Alter nicht mehr viele Worte. Obwohl er einiges zu erzählen hat. Dabei ist unwahrscheinlich, dass er ausgerechnet ein Lamento über die unlängst in einigen deutschen Städten ausgerufene Sperrstunde anstimmt. Um 23 Uhr, da Frankfurter Clubbesucher erst unter die Dusche gehen und man in Berlin aus dem Mittagsschlaf erwacht, hat „die Prinzessin“ schon längst wieder das Gefährt zwischen den Barhockern durchmanövriert und den Heimweg angetreten. LGBTIQ* sind nicht nur vielfältig, sondern haben auch sehr verschiedene Lebensalter und -erfahrungen. In ihrer Gesamtheit bilden sie die Zeitgeschichte ihrer Communities. Sie ist wertvoll, denn jede Subkultur braucht eine Vergangenheit, aus der sie hervorgegangen ist und diese Vergangenheit begründet, warum unsere Szene heute so ist, wie sie ist. Gleichzeitig können die Erzählungen früherer queerer Generationen Herausforderungen der Gegenwart einordnen und ihnen den Stachel nehmen. Manchmal zuzuhören lohnt sich also ... ... weiterlesen auf www. männer.media/regional/gab FOTO: THOMAS BRUCHER GRAND-PLIÉ für Anfänger Die Tanzabteilung des FVV bietet ab November einen speziellen Kurs: Mit dem Tänzer Tony Rizzi kann man fünf Wochen die Welt des Balletts erforschen. Schon immer die Anmut der Ballett-Tänzer bewundert, sich aber nie getraut, selbst ein entsprechendes Training zu absolvieren? Beim FVV hat man ab dem 16. November für fünf Wochen die Möglichkeit, ganz praktische Einblicke in die Bewegungswelt des Balletts zu bekommen. Trainer ist Tony Rizzi, Performance-Künstler und Tänzer beim ehemaligen Ballett Frankfurt und der ehemaligen Forsythe Company, der in diesem Anfänger-Kurs nicht nur die etwa 14 Grundpositionen des klassischen Balletts einübt, sondern auch Improvisationsideen von William Forsythe erklärt, mit dem man eigene Bewegungen findet. „Der Kurs ist für alle, die die Schönheit, die Disziplin, den Spaß und alles Gute des Balletts verstehen möchten. Viele trauen sich nicht an Ballett, und ich möchte diese Angst nehmen“, meint Rizzi. „Es soll Spaß machen. Der Kurs richtet sich an alle, egal ob jung oder alt, tanzerfahren oder nicht“. Ballettbekleidung ist nicht erforderlich, das Training kann in T-Shirt, Jogginghose und Baumwollsocken besucht werden. Kurze Hosen sind erwünscht, da so die Arbeit der Beinmuskulatur besser beobachtet werden kann. „Und es gibt keinen besseren Weg, eine knackigen Hintern zu bekommen, als durch Ballett“, ergänzt Rizzi. *bjö 16.11. – 14.12., jeweils montags von 20:30 bis 22 Uhr, Ballettkurs mit Tony Rizzi, Sporthalle der Textorschule, Schwanthalerstr. 61 / 63, Frankfurt, Anmeldung erforderlich bis zum 8.11. über tanzen@fvv.org, mehr Infos über www.fvv.org

COMMUNITY Patient*innen-Restaurant legt Kochlöffel nieder FRANKFURT 5 Nach über 30 Jahren schließt das Patient*innen-Restaurant der Station 68, der HIV-Infektionsstation der Uni-Klinik Frankfurt; seit 1989 bekamen auf Initiative eines Pflegers der HIV-Station und mit Unterstützung der Community- Gastronomie die Patient*innen montags ein frisch zubereitetes Mittagsmenü serviert – eine willkommene Abwechslung im meist tristen Krankenhausalltag. FOTO: AHF Die AIDS-Hilfe Frankfurt AHF übernahm nach einiger Zeit die Koordination und bekam im Jahr 2000 mit Helga Schmitzberger eine hauptamtliche Projektleiterin, die sich seitdem mit einer Gruppe Ehrenamtler um das Patient*innen-Restaurant kümmerte. Coronabedingt fand das letzte Menü im März statt; Ende September wurde das Projekt nun eingestellt: „Es wird sicherlich auf der Station fehlen. Aber die Zeiten haben sich auch geändert: Es gibt im Verhältnis zu früher – dank der heutigen Medikamentation – kaum noch an Aids erkrankte Patient*innen“, so Schmitzberger. „Ich gehe nun in Rente und mit mir auch viele Ehrenamtliche, die sich seit Jahren an einem oder mehreren Montagen Zeit nahmen, um den Patient*innen mit einem Prof. Dr. Christoph Stephan, Achim Teipelke (AHF-Geschäftsführer), Helga Schmitzberger und Carsten Gehrig (AHF Fachbereichsleitung Pschosoziales und Prävention). selbstgekochten Drei-Gänge-Menü eine Freude zu machen“. Mit Schmitzbergers Rentenantritt entschloss sich die AHF, das Projekt zu beenden – leider ohne ein offizielles Abschiedskochen, was Helga Schmitzberger bedauert. *bjö

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.