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GAB November 2020

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gab – das Gaymagazin

36 ALTER KISTNER +

36 ALTER KISTNER + SCHEIDLER BESTATTUNGEN ZEIT UND RAUM zum Abschiednehmen Vielen fällt es nicht leicht, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen – Angst und Verdrängung sind die häufigsten Reaktionen und oftmals Hilflosigkeit, wenn eine nahestehende Person stirbt. FOTO: HAMERSKI Dass jeder Mensch das anders erlebt, weiß das Team um Sabine Kistner und Nikolette Scheidler und bietet den Hinterbliebenen Unterstützung und vor allem Zeit, um sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Schon die Räume in einem ruhigen Hinterhof im Gallusviertel sind einladend gestaltet und strahlen Frieden und Besinnung aus. In den 14 Jahren des Bestehens des Bestattungsinstituts hat sich insbesondere der kleine Garten als Ort für Ruhe und die innere Balance herausgestellt. Jede Bestattung wird sorgfältig, behutsam und vor allem individuell betrachtet – von Routine in der Trauerarbeit kann hier nicht die Rede sein. Im Bestattungsinstitut oder auch im Haus der Hinterbliebenen kann alles nach individuellen Wünschen arrangiert werden, Aufbahrungen sind ebenso möglich wie Nachtwachen, verschiedene Bestattungsformen oder komplette Trauerfeiern mit allen Angehörigen, auch für unterschiedliche Religionen oder Kulturen. Das Team besinnt sich auf alte Bestattungsriten mit behutsamen Waschungen und benutzt zum Beispiel auch kein Make-Up für die Verstorbenen. Die insgesamt fünf Mitarbeiterinnen kommen aus unterschiedlichen Berufen, sind ausgebildete Bestatterinnen, Trauerbegleiterinnen oder Seelsorgerinnen. Als weiteres wichtiges Anliegen möchten Sabine Kistner und Nikolette Scheidler auch die Auseinandersetzung mit dem Tod mehr ins Bewusstsein rücken und bieten deshalb regelmäßige Veranstaltungen an, die respektvoll und behutsam an das Thema heranführen; coronabedingt sind die Veranstaltungen derzeit zwar ausgesetzt, sobald es wieder möglich ist, werden auch sie wieder angeboten. *bjö Kistner + Scheidler Bestattungen, Hardenbergstr. 11, Hinterhaus, Frankfurt, www. kistner-scheidler.de

ALTER 37 Eine Regenbogen-WG für schwule Senioren FOTO: WILFRIED POHNKE, PIXABAY.COM, GEMEINFREI Der Frankfurter Verband plant ein neues Projekt: in Höchst soll eine Regenbogen-WG für pflegebedürftige schwule Männer entstehen. Der Frankfurter Verband führt bereits seit einigen Jahren mit dem Julie-Roger-Haus und dem Sozial- und Rehazentrum West die ersten Alten- und Pflegeheime Frankfurts, die mit dem Regenbogenschlüssel zur Sicherung der Qualitätsstandards für die Pflege von LSBTIQ*-Menschen zertifiziert wurden. Nun steht ein neues Projekt an: In Höchst soll im Rahmen eines integrativen Wohnprojekts eine Regenbogen-WG für pflegebedürftige schwule Männer entstehen. Einen Ort für das Projekt gibt es bereits: In der Bolongarostraße 122 steht ein Passivhaus, dessen Nutzung vom Frankfurter Verband gestaltet wird, sowie von den Praunheimer Werkstätten, in denen Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten. Die Einrichtung verfolgt einen inklusiven Ansatz: Das Haus bietet Platz für Klienten der Praunheimer Werkstätten, fünf barrierearme Wohnungen für ältere Menschen mit und ohne Pflegebedarf, die Regenbogen- WG, eine weitere WG für Student*innen und Apartments für Auszubildende der Pflege mit geringem Einkommen. Die Regenbogen-Gemeinschaft wird im zweiten Stock eingerichtet und besteht aus acht Zimmern für die Bewohner der WG, einer großen Wohnküche, einem Gemeinschaftsraum, zwei entsprechend ausgerüsteten Badezimmern, einer Gästetoilette und einem Hauswirtschaftsraum. Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der WG-Bewohner sollen so lange wie möglich erhalten bleiben. Daher sind die Zimmer der WG zum Beispiel unmöbliert und können von den Bewohnern individuell eingerichtet werden, ebenso kann über die Möbel der Gemeinschaftsräume gemeinsam abgestimmt werden. Und auch über neue Mitbewohner oder passendes Pflegepersonal wird gemeinschaftlich entschieden. Die Wohnung lässt sich gut mit einem Fahrstuhl erreichen und die WG teilt sich die große Terrasse im ersten Geschoss gemeinsam mit den anderen Bewohner*innen – denn die Idee der Einrichtung ist ein respektvolles gemeinschaftliches Leben mit allen Bewohner*innen der Bolongarostraße 122. Das Projekt der Regenbogen-WG befindet sich noch in der Planungsphase, die ersten Bewohner sollen bereits Anfang 2021 einziehen können. Für das Haus sucht der Frankfurter Verband außerdem noch einen Projektleiter. Mehr Infos zum Projekt über Peter Gehweiler (peter.gehweiler@frankfurterverband.de). Allgemeine Informationen zum Thema queere Senioren in Frankfurt unter www.initiative-regenbogenpflege. de, www.schwule-senioren-frankfurt.de und www.frankfurter-verband.de

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