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GAB November 2020

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gab – das Gaymagazin

34 ALTER RALF KÖNIG und

34 ALTER RALF KÖNIG und das Alter FOTO: VVG KÖLN Der Herr der Knollennasen, Deutschlands wohl bekanntester schwuler Comiczeichner Ralf König, hatte Zeit für einen Chat mit uns zum Thema Altern. Ab wann ist man in deinen Augen denn nicht mehr jung, also alt? Zwischen jung und alt gibt’s ja den schleichenden Übergang. Ich bin im August sechzig geworden und weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Aber ich empfehle schmeichelhafte Badezimmerspiegel-Beleuchtung. Ich hab noch die gute alte Glühbirne, mild mit höchstens 25 Watt. Wenn überhaupt: Wann hast du dich zum ersten Mal „reifer“ gefühlt? Das fing bei mir erst mit 45 allmählich an. Bis dahin hatte ich wenig Probleme mit Reife. Im Gegenteil, ich eierte testosteronbesoffen durch die Kulissen. Wunderbar. Auch in deinen Comics setzt du dich mit dem Thema Altern auseinander. Wie kommt das an? „Herbst in der Hose“ war ein bemerkenswerter Erfolg auch bei schwulen Lesern, die zwischendurch aufgehört hatten, mein Zeug zu kaufen. Klar, man muss die Verfallsdaten mit Humor nehmen. Die Tragödien zu Komödien machen ist eh ’ne gute Lebensphilosophie. Was sind für dich die schönen Seiten am Ü50-Sein? Hm. Tja. Keine Ahnung. *kopfkratz* Welches Lebensjahrzehnt war für dich denn das inspirierendste? Die 90er! Da war ich frisch in Köln, wenn ich Fotos sehe, möchte ich mich selbst ficken. Stattdessen bin ich liebestoll auf Brasilianer, Italiener und Griechen gesprungen, aber das war auch schön. Kannst du dich eigentlich mit dem Wort queer identifizieren? Oder bist du lieber schwul? Der SPIEGEL betitelte unlängst einen Artikel über mich „Schwuler alter weißer Mann“. Nun ist es raus, dabei soll’s bleiben. Im Ernst: Wir haben den Begriff „schwul“ damals aus der Schmuddelecke gerupft und sauber neu eingetopft. Ich verstehe „queer“ als Sammelbegriff, aber ich bin schwul, klar! *Fragen: Michael Rädel www.ralf-koenig.de

COMMUNITY Cafe Karussell Der Treff für schwule Männer ab 60 am ersten und dritten Dienstag des Monats im Switchboard ist mehr ein Kaffeeklatsch: Für jede Veranstaltung bereitet Organisator Michael Holy einen thematischen Schwerpunkt vor, der mit Vorträgen, Filmen oder Podiumsgästen ausgestaltet wird. Der November steht unter dem Motto „Stolpersteine der Erinnerung“ und kreist um den Gedenktag für die Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Am 3.11. portraitiert Michael Holy Herschel Grynszpan, der am 7. November 1983 in Paris ein Attentat auf den deutschen Botschaftssekretär Ernst vom Rath verübte. Bei seiner Verhaftung gab er an, aus Rache für die Deportation seiner Familie gehandelt zu haben. Zu seinem Prozess kündigte er an, auszusagen, er habe sein Opfer in der Pariser Homosexuellenszene kennen gelernt. War das Attentat ein Racheakt eines schwulen Juden? Am 17.11. stellt der Künstler Günter Demnig sein Projekt „Stolpersteine“ vor. Seit 1996 gibt es die messingfarbenen Pflastersteine, die in Gedenken an die Opfer des NS-Regimes vor deren ehemaligen Wohnhäusern mit Namen und Informationen versehen in den Asphalt eingelassen werden. *bjö 3. und 17.11., Café Karussell, Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt, 14:30 Uhr, coronabedingt bitte vorab um Anmeldung über cafekarusssell@gmx.de ALTER 35 FOTO: MICHAEL GAIDS, PEXELS.COM, GEMEINFREI LESUNG Frauenliebe über 70 Ältere Frauen, die Frauen lieben, sind in unserer Gesellschaft bis heute kaum sichtbar. Die Schweizer Autorin, Historikerin und Journalistin Corinne Rufli forscht in ihrem Heimatland über die Lesben-Geschichte. Für ihr Buch „Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert“ hat sie zahlreiche Interviews mit elf frauenliebenden Frauen über 70 geführt, die über ihre Beziehungen in den 40erbis 60er-Jahren berichten. Zwei der Interviewpartnerinnen begleiten die Autorin bei ihrer Lesung in Frankfurt; im Anschluss stehen die Drei für Fragen und Diskussion zur Verfügung. *bjö 21.11., bASIS, Lenaustr. 38HH, Frankfurt, 15 Uhr, www.libsw4w.net, Anmeldung über info@ lsbtiq-rhein-main.net PARTNERRINGE Weil wir zusammengehören... FOTO: SANDRA ARDIZZONE Hasengasse 9 • 60311 Frankfurt (neben der Kleinmarkthalle) Tel. 069 - 283519 • www.goldpavillon.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.