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GAB November 2020

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32 ALTER Gedanken übers

32 ALTER Gedanken übers Alter ROSA 1942 wurde Deutschlands wohl umstrittenster Regisseur („Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, „Darkroom – Tödliche Tropfen“, „Die Jungs vom Bahnhof Zoo“, ...) und Homo-Aktivist geboren: Rosa von Praunheim. Seine Kunst und Polemik sorgten für Skandale, die Deutschland veränderten. Allein durch den anfangs genannten Film gründeten sich fünfzig neue Schwulengruppen! Wir trafen ihn im Deutschen Theater, wo er uns von seinen Plänen erzählte und Privates verriet. Mit dem Älterwerden setzt man sich – gerade in jungen Jahren – nur ungern auseinander. Und das, obwohl das Alter auf jeden unweigerlich zukommt und Teil des Lebens ist. Mit Rosa von Praunheim und Ralf König teilen in unserem Special zwei prominente schwule Männer ihre Erfahrungen und Gedanken. Weiterführend gibt’s Infos zu Organisationen, die sich Alter und Tod zur Aufgabe gemacht haben und sich ohne Scheu mit den Themen auseinandersetzen. *bjö FOTO: JPLENIO, PIXABAY.COM, GEMEINFREI Welches war dein bestes Lebensjahrzehnt? Das kann ich so einfach nicht sagen. Jeder Mensch hat mehrmals am Tag unterschiedliche Stimmungen. Es gibt glückliche Momente, wenn man wahrgenommen wird. Etwa meine Ehrenauszeichnung beim „Max Ophüls Preis“ im Januar. Und wenn ein Stück, ein Film gut läuft, dann werden die Sorgen weniger. Du sorgst dich? Jeder freischaffende Künstler sorgt sich darum, die Miete nicht zahlen zu können. Dadurch, dass ich sehr produktiv bin, arbeite ich aber immer an bis zu zehn Projekten gleichzeitig, manche laufen, manche nicht. Man muss immer wieder kämpfen. Der neue SERIE 7- Rasierer und der MULTIGROOMER von BRAUN

ALTER 33 VON PRAUNHEIM: „Marlene Dietrich beeindruckte mich“ Ermüdet das? Ich bin jetzt fünfzig Jahre im Beruf und muss weiterarbeiten. Und mach es gerne! Ich bekomme eine kleine Rente, es ist aber gut, dass ich arbeiten muss, das hält jung. Bist du jetzt gelassener als früher? Ja und nein. Die Ängste sind aber mitunter sehr groß, das ändert sich nicht. Ich weiß nur, dass das Kreative, das Malen, das Schreiben, dass das ein großes Geschenk ist. Wie siehst du die jetzige Szene, etwa Formate wie „Prince Charming“. Ich finde ALLES gut, was Sichtbarkeit schafft. In Deutschland habe ich mich immer bemüht, Schwule ins Fernsehen zu bringen. Egal, wie trivial ein Format ist, es ist wichtig, dass Schwule wahrgenommen werden. Gehst du denn schwul aus? Ich war nie ein Partygänger, aber ich war früher natürlich überall mal in Berlin. Ich war nie ein Nachtschwärmer. Dass man Freitag bis Montag durchfeiert, ist ja eine neue Entwicklung. Es würde mir keinen Spaß machen, ich nehme keine Drogen und trinke nicht. Was für Musik hörst du zu Hause? Nichts. Ich bin eher musikfeindlich! Wenn, dann höre ich schräge Musik, keinen Pop. Thailändische Militärmusik, DDR-Politsongs, auch polnische Chansons. Elvis habe ich einmal live gesehen, das bleibt natürlich in Erinnerung. Oder Marlene Dietrich beeindruckte mich live sehr! Was jetzt noch nicht spruchreif ist, aber ich arbeite gerade an einem Film über Rex Gildo, da steht weniger seine Musik, eher sein Leben im Fokus. Aber die Musik von Juwelia finde ich wunderbar. Fühlst du dich genug gewürdigt von der queeren Welt? Man soll sich nicht zu wichtig nehmen. Aber ich freue mich, wenn ich wahrgenommen werde. Ich gehe nicht jeden Tag auf den Balkon und winke um 2 Uhr den applaudierenden Massen zu. (grinst) *Interview: Michael Rädel www.rosavonpraunheim.de INTERVIEW FOTO: M. RÄDEL Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Di - Do 10.00–18.30h Fr 10-20h Sa 9-18h Hairstyling und viel mehr Schwanenstraße 2 60314 Frankfurt a.M. Bekannt aus der VOX- sendung „Makel? los!“ Tel: 069 – 97 69 03 03 team@patrickroehrig.de www.patrickroehrig.de

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